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Ansichtssachen
Unterschiedlicher
könnten die Aussagen kaum sein, die in dieser Ausgabe
von zwei renommierten Gitarristen in ihren Interviews festgehalten
wurden. Da ist die fast schon höhnische Aussage des Ausnahme-Technikers
Al Di Meola, der den Standpunkt vertritt, dass ein Gitarrist doch
meist nur von seiner eigenen schlechten Spieltechnik ablenken möchte,
wenn er die Meinung vertritt, dass Attribute wie „Feeling“,
Emotion und Ausdruck in der künstlerischen Performance weit
über einer ausgebildeten und trainierten Spielweise stünden.
Unser „progressiver Veteran“ Artie Traum hält es
dagegen mit den alten Bluesern: „Das Entscheidende an guter
Musik ist, dass durch sie die Persönlichkeit des Spielers erkennbar
wird. Gerade traditionsbewusste Musik vermeidet eine Überbetonung
der Spieltechnik. Die Abbildung persönlicher Emotionen des
Musikers ist wichtiger als reine, wenn auch beeindruckende Technik“.
Und wer gewinnt nun das große Ansichtssachen-Duell im Rahmen
des vom Magazin-Master streng gleichmäßig verteilten
Zeilen-Kontos... Wohl keiner von beiden!
Sie aber, als Leser von
AKUSTIK GITARRE, können sich anhand der prägnanten Aussagen
vieler Weltklasse-Musiker auch in diesem Heft nicht nur mit interessanten
Thesen beschäftigen, sondern auch aus vielen Ansichten, Teil-Aspekten,
Details und Selbstzeugnissen der Musiker eine Menge wichtiger Bausteine
für ihren eigenen Stil adaptieren. Es sind oftmals Aussagen
und Standpunkte, mit denen sich das eigene Spiel reflektieren lässt,
und mit denen sich letztlich auch individuelle Meinungen deutlicher
herausbilden lassen.
Nur eines müssen
Sie bei uns nicht: Ihre Stimme nur für eine der Parteien abgeben.
Lassen Sie sich von den unterschiedlichen Sichtweisen inspirieren
und versuchen Sie, mit Hilfe der vielen gesammelten Erfahrungen
der Szene-Größen, vielleicht Ihren persönlichen
Mittelweg zu finden. Auf diese Weise, nämlich durch die genreübergreifende
Beschäftigung, durch die Verschmelzung der unterschiedlichen
Ansätze - und damit verbunden auch durch die eigene künstlerischen
Beeinflussung, sind jedenfalls schon eine Menge Gitarristen zu musikalischer
Reife gelangt.
In diesem Sinne, viel
Spaß mit dieser Ausgabe wünscht
Gregor
Hilden
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