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Ach, was kann
das Leben doch schön sein! Wer die Gitarre für sich entdeckt
hat, der fühlt sich gelegentlich allein deshalb schon privilegiert
und reich belohnt - die Reise in den Mittelmeerraum, ins arkadisch-ländliche
Leben ist immer noch Traum und Ziel für viele von uns alltagsgehetzten
und nicht gerade sonnenverwöhnten Nordländern. Die Kombination
dieser beiden freudvollen Elemente allerdings ist absolut
schlagend.
Seit drei Jahren gibt es die Mediterranean Music School, ins Leben
gerufen von Sebastian Banger, selbst leidenschaftlicher Gitarrist
- und ehemaliger Straßenmusikant, der sich mit der Gitarre
am Mittelmeer durch manchen Sommer gebracht hat. "Wie bekomme
ich nur meine beiden großen Leidenschaften Gitarre und Süden
unter einen Hut?" war irgendwann die folgenreiche Frage. Banger
brauchte einige Jahre, bis die Idee einer Gitarrenschule im Süden
konkrete Gestalt annahm. Als Musikalienhändler hatte er zwar
sein Auskommen und auch schon Konzerte mit bekannten Gitarristen
veranstaltet, aber es zog ihn immer wieder zurück in den warmen
lebensfrohen Mittelmeerraum. Seine Gedanken kreisten um die Einrichtung
von Sommerkursen zu optimalen urlaubsähnlichen Bedingungen,
die es für die Stilrichtung Steelstring-Guitar
bislang nicht
gab. Kursangebote
für Konzert- und Jazzgitarristen sind schon lange etablierte
Praxis, wenngleich oft unter leistungsbetonten Aspekten veranstaltet,
wie etwa Meisterkurse. Bekannte Musiker der Picking- oder auch Flatpicking-Szene,
die Banger teilweise schon aus den zuvor veranstalteten Workshopkonzerten
kannte, in ein Hotel oder Gasthaus in ländlich-pastoraler Gegend
einzuladen, Musiker, die auf Tuchfühlung eine überschaubare
Gruppe von lern-, aber auch durchaus genusswilligen Gitarristen
ohne Stress zu unterweisen, das hingegen war neu. Man stelle sich
vor: optimale Bedingungen, gutes Hotel mit voller Versorgung, schönes
Ambiente, Lernen und Urlaub in einer freudvollen Verbindung, Essen
im Freien, Rotwein, langsames Gleiten in eine sternenklare mediterrane
Sommernacht ... - da kann man schon Lust bekommen. Nebenbei lernt
man noch Gleichgesinnte und einen bekannten Gitarristen persönlich
kennen, nimmt starke Eindrücke und reichlich Anregungen mit
nach Hause, kurz: eine geniale Idee.
Im Sommer '99 war dann nach langer Suche das erste geeignete Haus
auf Mallorca gefunden, und mit vier Kursen für Fingerpicking-Gitarre
ging es los. Inzwischen ist das Kursangebot auf jährlich 14
Veranstaltungen in der Toskana, in Südfrankreich und auf Mallorca
angewachsen, und die Inhalte konnten stark erweitert werden. Von
Fingerstyle bis Bossa Nova, vom Blues bis zur Liedbegleitung, von
Jazz bis Flamenco, ja bis hin zum Flamencotanz reicht heute die
breite Palette an vermittelten Stilen. Wichtig ist dem Veranstalter
aber nach wie vor der freie Zugang ohne Auflagen oder Beschränkungen,
und eine betonte Familienfreundlichkeit. So kann nicht nur jeder,
der die Grundakkorde auf der Gitarre beherrscht, teilnehmen, auch
der Partner oder die ganze Familie darf mitgebracht werden; in der
Toskana gibt es darüber hinaus die kostengünstige Möglichkeit
der Selbstversorgung in getrennten Appartements. Es soll vor allen
Dingen ein Erlebnis sein, an diesen Veranstaltungen teilzunehmen
- Gitarre für Genießer sozusagen. Dazu wird ein Komplettservice
angeboten, der auch die An- und Abreise, sowie Mitfahrgelegenheiten
organisiert. Das alles ist zwar nicht ganz billig, aber immer noch
in einem guten Preis/Leistungsverhältnis. Der angesprochene
Kreis reicht vom Autodidakten bis zum Gitarrenlehrer, man kann sich
fit machen mit frischen Ideen und Konzepten von seinem Lieblingsgitarristen
oder einfach die fast schon verblasste Erinnerung an die Zeit der
Lagerfeuerromantik und des zwanglosen Gitarrenspiels wieder auffrischen.
Sebastian Banger träumt inzwischen schon von einem festen Haus
im Süden, wo auch längerfristige Kurse stattfinden könnten,
eine Art Akademie für Akustikgitarre der offenen Stilistiken,
zusätzlich zu den Sommerveranstaltungen. Aber auch Auffrischungskurse
im Winter in Deutschland sind bei Bedarf möglich und zunächst
auch leichter zu organisieren. Da sind jedenfalls für dieses
erfreuliche Konzept noch einige Optionen denkbar, und der Erfolg
gibt dem Veranstalter schon heute Recht. Inzwischen wird die Mediterranean
Music School auch international beworben und die Anfragen selbst
aus Übersee steigen stetig. Da die Akustikgitarre nicht stilistisch
festgelegt ist, haben die Teilnehmer der Kurse direkten Einfluss
auf die Inhalte und die weitere Entwicklung der Schule. Es wird
interessant sein zu verfolgen, was in den nächsten Jahren passiert,
was sich aus dem offenen Konzept noch alles ergibt.
... Den vollständigen
Artikel finden Sie in AKUSTIK GITARRE 6 / 2001
Infos: www.Med-Music-School.com
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