| Lehrbücher
Bernd Steinmann
„Die Flamencogitarre“ (AMA-Verlag, 172 Seiten,
inkl. CD)
Schlicht und
ergreifend „Die Flamencogitarre“ nennt sich dieser gewichtige
neue Band aus dem AMA-Verlag, und diese Titelfindung war nicht etwa
ein Zeichen von Ideenlosigkeit, sondern weist durchaus treffend
darauf hin, dass es dem Auto Bernd Steinmann hier tatsächlich
geglückt ist, ein beinahe allumfassendes Lehrwerk zum Thema
„Flamenco“ zu schaffen, derart umfangreich ist das Material.
Geschickt gewählt ist zunächst einmal der Ansatzpunkt
im Hinblick auf den Schwierigkeitsgrad: Der Schüler sollte
– und dies ist bei einem solchen Thema auch vernünftig
– bereits eine Grundspieltechnik auf der Gitarre mitbringen.
Das heißt er sollte in der Lage sein, einfache Barrégriffe
zu spielen und sich auch schon mal an der ein oder anderen Tonleiter
versucht haben. Auf diese Weise kann Steinmann direkt mit den etwas
anspruchsvolleren originären Flamenco-Techniken einsetzen,
ohne dass Platz dafür verschwendet wird, in diesem Buch Grundgriffe
zu erklären. Alle wichtigen Spieltechniken kommen in diesem
umfangreichen Werk zur Sprache. Ansprechende Technik-Übungen
finden sich dabei in ebensolcher Vielzahl wieder, wie auch Etüden
und Stücke aus nahezu allen Bereichen (Estilos). Dabei ist
die Aufmachung wunderbar übersichtlich, klar gegliedert, ansprechend
im Layout und auch für Nicht-Notisten dank der TABs nachvollziehbar.
Mit diesem Buch zu arbeiten wird jedem Gitarristen Spaß machen,
der sich für das umfangreiche Thema Flamenco interessiert,
nicht zuletzt die beiliegende, sorgsam produzierte CD erweist sich
dabei als wichtiges Hilfsmittel. Sehr empfehlenswert! Gregor Hilden
Die
Jazzmethode für Gitarre
(2 Bände, Schott, inkl. CDs)
Zwei getrennte Jazzgitarrenschulen, ähnliche Aufmachung –
aber dennoch zwei grundlegend verschiedene Themen: Aus dem Schott
Verlag kommen diese beiden neuen Schulen und widmen sich den großen
Schwerpunkt-Themen der Jazz-Gitarre, Band 1 mit dem „Comping“,
also der „Begleitgitarre“, Akkorden und Changes; Band
2 schließlich der „Kür“ - dem Solospiel.
Wenngleich die beiden Werke äußerlich kaum zu unterscheiden
sind, haben wir es nicht nur mit völlig unterschiedlichem Lehrmaterial,
sondern auch mit zwei verschiedenen Autoren zu tun. Rolf Tönnes
weiht im ersten Teil „Rhythmus“ den jazzinteressierten
Gitarristen in die Grundlagen der Begleitung ein, und er tut dies
mit einem grundlegenden Rundumschlag zu den wichtigen Basics dieses
Genres. Hier können sich Gitarristen in die Materie einarbeiten,
die bislang noch keine Erfahrungen mit traditionellen, Jazz-typischen
Griffen, Changes und Rhythmen in der Art von Joe Pass u.a. gemacht
haben und sie lernen dabei nicht nur die wichtigsten Grundakkorde
bekannter Jazzstandards kennen sondern auch theoretische Hintergründe
zu der Materie. Selten hat man dieses Basiswissen so ansprechend
vermittelt wie mit diesem Buch – eine ideale Starthilfe für
den angehenden Jazzer!
Etwas schwieriger wird es dann bei Kollege Werner Neumann im zweiten
Band „Solo“. Hier wird nicht nur verlangt, dass der
Schüler die Notenschrift beherrscht (oder lernt...) –
der Schwerpunkt des Lehrmaterials ist vielmehr auf die modernere
Spielweise des Jazz (-Rock) ausgerichtet. Fusion-Begeisterte werden
daran Gefallen finden, schließlich erläutert Neumann
überaus kompetent Skalen, Arpeggien und andere Spielelemente,
und zwar in der Art und Phrasierungsmanier wie man es von E-Gitarristen
wie Robben Ford, Scott Henderson, Mike Stern und anderen modernen
Vertretern kennt. Und da Neumann selbst ein Meister auf diesem Gebiet
ist, wird auch sein Lehrbuch zur interessanten Sammlung mit vielen
praktischen Beispielen, Improvisationskonzepten, Licks und Tricks
im Zusammenhang mit dieser Stilistik - weniger geeignet allerdings
für Schüler, die sich mit der traditionellen (Bebob)-Jazzgitarre
im Stil der alten Garde Montgomery, Ellis, Pass etc. auseinandersetzen
wollen. –gh-
Notiert
– weitere Neuerscheinungen
Renbourn-Fans
dürfen sich freuen: ein umfangreiches Spielbuch „John
Renbourn Fingerstyle Guitar“ mit 23 Titeln plus 3 CDs ist
im Verlag von Stefan Grossmann erschienen und wird bei Mel Bay/Schell
Music vertrieben. Neben kompletten Stücken wie etwa „Anji“
(in Noten und TABs) sind die CDs als dreistündiger Kurs aufgebaut,
bei dem alle Einzelheiten zur Ausführung (in englisch) erklärt
werden.
„The Secrets Of Rhythm Guitar“ von Helly Müller
ist nicht - wie man zunächst vermuten könnte - eine englische
Schule, sondern ein auf deutsch verfasstest Lehrwerk (Bosworth Edition,
40 Seiten, inkl CD), welches auch weniger die „Geheimnisse“
der Rhythmusgitarre vermittelt, sondern vielmehr altbekanntes Beginner-Material
mit Griffen, Rhythmen und Songs á la Cat Stevens („Father
And Son“); „A Horse With No Name“ und dergleichen
mehr.
Spezialisten kommen hingegen bei der ebenfalls deutschsprachigen
Ausgabe der Musicians Institute Reihe auf ihre Kosten: Jean Marc
Belcadis Heft plus CD zum Thema „Die Verminderte Scala“
(Hal Leonard) bietet eine Menge an vertrackten Licks zum Solospiel
mit eben dieser Tonleiter und deren Abwandlungen.
Breiter gefächert sind die beiden folgenden amerikanischen
Lehrwerke: „100 Tips For Acoustic Guitar“ (Bosworth)
von David Mead ist eine übersichtlich aufgebaute Sammlung einzelner
Single-Note und Picking Etüden, Tonleitern zum Thema Akustikgitarre
in der Popmusik (Joni Mitchell, Shery Crow, James Taylor etc.) plus
viel Text und Erläuterungen auf insgesamt 149 Seiten plus „Free
CD“ (!).
In Matt Smith’s Chop Shop (Alfred Publishing, 96 Seiten, inkl.
CD werden hingegen moderne Improvisationskonzepte für E- und
Akustikgitarre gehandelt. Funky Stuff, Licks, Skalen, Stops und
Chops, aber auch Abhandlungen zu Open Tunings, Sldie-Spiel u.a.
liegen in appetitlichen Häppchen in der Auslage und laden zur
Selbstbedienung oder zur Beratung mit einem Gitarrenlehrer ein.
Den vollständigen
Artikel finden Sie in AKUSTIK GITARRE 5-02
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