Fingerstyle-Jazz
„Blues for Joe“
Von Peter Autschbach

Hallo, liebe Akustikgitarristen und -gitarristinnen,

„Blues for Joe“ ist ein Solo über einen Standard-Jazzblues. Kaum eine Akkordverbindung wird häufiger gespielt als der Blues, und viele wichtige musikalische Dinge kann man am Beispiel des Blues lernen. Der Jazz-Blues unterscheidet sich von der „normalen“ Bluesform vor allem durch die erweiterten Akkorde, die von Spieler zu Spieler variieren. Jammende Musiker sollten sich möglichst auf eine gemeinsame Akkordverbindung einigen. Wenn man allein spielt, können die Variationen natürlich mutiger sein.
Die 12-taktige Basis-Akkordfolge für einen Jazz-Blues in Bb lautet:

// Bb7 / Eb7 / Bb7 / Bb7alt / Eb7 / Eº /
/ Bb7 / G7 / Cm7 / F7 / Bb7 G7 / Cm7 F7 //

Die Akkorde, deren ich mich bedient habe, halten sich an diese Basis-Akkordfolge. Die Regeln zur Akkord-Erweiterung, die ich in vergangenen Fingerstyle-Folgen („Turnarounds“) vorgestellt habe, können selbstverständlich auch beim Blues angewendet werden, und das habe ich getan. Beim langsamen Durchspielen werden euch einige „falsche“ Basstöne auffallen. Hierbei handelt es sich um „Ghost Notes“. Ghost Notes sind leere Saiten, die kurz vor einem darauf folgenden „richtigen“ Ton gespielt werden und diesem so zu etwas mehr Brisanz verhelfen. Dass die betreffende leere Saite manchmal zum nachfolgenden Akkord nicht ausgehalten werden könnte, stört deswegen nicht, weil die Töne so kurz sind, und deshalb das Ohr nicht genügend Zeit hat, um das Verhältnis von Ghost Note zu darüberliegender Harmonie als störend zu empfinden. Man könnte die Leeren-Saiten-Ghost-Notes auch greifen und tonal eindeutig machen, aber das Gitarristenleben ist schon hart genug, und wer weiß, ob dann der erwünschte Fluss noch gegeben wäre. Zum Glück ist die Gitarre so schön neutral gestimmt, man hat mit leeren Saiten nicht eine bestimmte Tonart bevorzugt. Eine wichtige Eigenschaft des Standard-Gitarrentunings, mit Sicherheit sogar ein großer Vorteil. Dass dieser Vorteil euch zum Vorteil gereicht, wünscht
Peter (www.autschbach.de).


Den vollständigen Artikel finden Sie in AKUSTIK GITARRE 5-02