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Wer
denn diese Vorgruppe sei, fragte jemand im Café Hahn. Und
wer das dann mit dem Stichwort "ein Duo etwa in der Art von
Tuck & Patti" zu erklären versuchte, erntete durch
die Bank nur fragende Gesichter. 
Der Albert-Lee-Fangemeinde,
die bestens gelaunt einer Freitagnacht voller treibendem Blues-Country-Rock
entgegensah, waren offensichtlich weder die beiden jungen Australier
"Stringmansassy" ein Begriff noch deren kalifornische
Vorbilder Tuck & Patti. Stringmansassy waren auf der letztjährigen
EXPO mit ihrer Musik am Pavillon ihres Landes über Monate hinweg
Zuschauermagneten und wurden schließlich zur besten Band der
ganzen Weltausstellung gekürt.
Und doch hatte das Koblenzer Café Hahn die mutige Idee, seiner
Kundschaft just dieses weitestgehend unbekannte Duo mit dem sperrigen
Namen Stringmansassy als Vorgruppe vor die Nase zu setzen. Man konnte
nicht unbedingt voraussetzen, dass die Sache für alle Beteiligten
dermaßen gut ausgehen würde. Doch die Sängerin Kacey
Patrick und ihr gitarristischer Begleiter Aaron Hopper verließen
nach einer guten Stunde und ein paar Zugaben winkend die Bühne
und hinterließen einen Club in vollkommen schwereloser Begeisterung.
Immerhin - etwas hatte schon in der Luft gelegen, als die junge
Frau mit der entwaffnend ungekünstelten Ausstrahlung und der
junge Mann mit den leuchtenden Augen nur die Bühne betraten.
Aber als sie erst einmal loslegten, wurde aus dieser dezenten Anmutung
schnell vielschichtige Faszination. Faszination darüber, wie
virtuos Aaron Hopper aus seiner Gitarre eine ganze Jazz- und Funkband
machte und dabei immer noch federleicht und zurückhaltend auf
seine Partnerin einging. Darüber, wie Kacey Patricks herrliche
Stimme zwischen himmlisch schönen Folk-Balladen, röhrendem
Blues und luftig groovendem Jazz jedem Song eine neue Seele einhauchte.
Darüber, wie man sich als Hörer und Zuschauer eingebettet
fühlte in mitreißende Rhythmen, originelle Melodiebögen,
raffinierte Harmonien.
Den virtuosen Höhepunkt im Programm von Stringmansassy bildete
zweifellos die Einleitung von Stings "Fragile" mit einem
langen, intensiven und atemberaubend genauen Hörbild - mit
wohliger Gänsehaut registriert der Zuhörer, dass er aus
einem verrauchten Club plötzlich in einen australischen Regenwald
entführt scheint, wo die Schreie und Pfiffe exotischer Vögel
durch das Laubdach hallen. Die Verwunderung über diesen fast
erschreckend lebendig-frischen Ortswechsel (und darüber, dass
dies alles schon allein mittels einer menschlichen Stimme und einer
Archtop-Gitarre möglich ist) hält noch an während
der federnd groovenden Latin-Interpretation von Stings Titel, bis
sich schließlich in der Coda der Kreis rundet und der Song
wieder in lang gezogenen, wunderschönen Vogelstimmen ausklingt.
Dabei ist ein solcher Höhepunkt zugleich eingebettet in einem
dramaturgischen Programmaufbau, dessen Raffinesse seinesgleichen
sucht. Zarte Folk-Balladen wie Aaron Hoppers wunderschöne Eigenkomposition
"Images Of Chance" kontrastieren auf das Vorteilhafteste
mit Swing-Standards à la "Cheek To Cheek" - während
Kacey Patricks Stimme mit schlichter Schönheit und Sanftheit
betört, reißt sie beim Swing mit, indem sie alle Register
einer packenden Jazz-Interpretation zieht. Ebenso Aaron Hopper:
Sparsame und disziplinierte Gitarrenarbeit umschifft bei den Balladen
die Gefahren von Bombast oder Kitsch, aber ausgelassenes Herumjonglieren
mit Walking Bass, kontrapunktischen Melodien, bläserartigen
Fill-Ins und immer neuen Harmonien bis in abenteuerlich hohe Lagen
machen seine Grooves zu Perlen der Fingerstyle-Jazz-Begleitung.
Den vollständigen
Artikel finden Sie in AKUSTIK GITARRE 5/2001
Michael Lohr
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