Premiere CFox Von Gregor Hilden CFox-Gitarren? Wer diesen Namen bislang noch nicht gehört hat, muß sich zweifellos nicht wundern. Die exklusiven Instrumente des amerikanischen Gitarrenbauers Charles Edward Fox sind brandneu auf dem Musikinstrumentenmarkt - und seit der diesjährigen Frankfurter Musikmesse über einen deutschen Vertrieb (Musik Meyer, Marburg) auch hierzulande erhältlich. Alles andere als ein Neueinsteiger ist aber der Mann,
der hinter der Entwicklung und dem Bau dieser Gitarren steht. Der in Healdsburg,
Kalifornien beheimatete Charles Fox begann bereits 1968 mit dem Bau von
Steelstrings, wurde in Insiderkreisen seit den späten 70er Jahren mit
seinen GRD Guitars" bekannt und war 1973 zudem der Gründer
der ersten Gitarrenbauschule Nordamerikas (Guitar Research &
Design Konzept Theoretische Kenntnisse wie auch praktische Erfahrung besitzt Charles Fox in weitreichender Form; die konstruktionstechnischen Details seiner nur vier Modelle umfassenden Gitarrenlinie sind durchdacht, wenn auch allesamt nicht gänzlich neu. So sind etwa die Hälse der CFox-Gitarren in ähnlicher Weise am Body verschraubt, wie man es unter anderem auch von den Taylor-Gitarren kennt. In diesem Fall wurde aber die Verbindung mit einem Halsfuß in klassischer Bauweise verfeinert. Das Ergebnis dieser Konstruktion ist ein relativ schmaler Halsansatz, der ein komfortableres Spiel in den oberen Lagen ermöglicht. Eine Besonderheit findet sich (wenn auch nicht sichtbar) in den Hälsen der Fox-Instrumente. An der Unterseite der Griffbretter aus indischem Palisander befinden sich zwei Carbon-Streifen, die in entsprechende Aussparungen im Halsinnern fassen. Das Griffbrett liegt somit mit zwei zusätzlichen Schienen auf dem Hals, was mehr Stabilität ermöglicht und - da diese Schienen bis fast zur Griffbrettkante unter dem Schalloch weitergeführt sind - ein stärkeres Absenken des Griffbretts ab dem 14. Bund verhindert. Durchaus traditionell sind die Bodyformen, die Fox als Grundlage auserkoren hat: Da gibt es eine Small Jumbo, eine Concert, ein Hybrid-Modell und - wie in dem Fall der Testgitarre - eine Dreadnought mit abgerundeten Schultern (Round Shoulder"). Bewährt sind die Hölzer, die Fox verbaut: Ausschließlich selektiertes indisches Palisander (Body, Hals) und Highest grade"-Honduras-Mahagoni (Hals) sowie Sitkafichte (Decke) werden in dem kleinen Betrieb in Healdsburg verwendet. Dezent, geschmackvoll und wunderschön sind die Verzierungselemente, allen voran die roten Holzeinfassungen am Hals und an der Korpuskante. In Korrespondenz mit der schillernden Perlmutt-Schallocheinlage und der ebenholzfunierten Kopfplatte mit dem Firmenemblem aus Abalone ergibt sich ein stimmungsvolles und sehr elegantes Gesamtbild, welches durch die erstklassige Hochglanzlackierung nochmals unterstrichen wird. Bespielbarkeit und Klang Hälse machen, das kann der Mann! So der erste Eindruck nach dem neugierigen Check dieser Gitarre. Der Neck ist durchaus kräftig im Durchmesser, jedoch geschickt verrundet und ansprechend geformt, was ein ermüdungsfreies Spiel ermöglicht. Die Breite des Halses ist dabei in einem optimalen Zwischenmaß gehalten, also weder zu breit noch zu schmal, und die Saitenlage wurde auf ein niedriges und gleichzeitig schepperfreies" Niveau eingerichtet. Dank der verrundeten oberen Zargen hat man ein deutlich verringertes Kastengefühl", wie es sonst bei den großen Dreadnought-Formen beim Spiel im Sitzen entstehen kann. Rundum: Das Spielgefühl ist ausgezeichnet. Eine eigenständige Linie fährt Charles Fox auch bei der tonalen Balance seiner Instrumente. Brillant und höhenreich erklingt diese Dreadnought, mit dezenten, transparenten Bässen und einem obertonreichen Ausschwingverhalten. Und damit ist der Einsatzbereich dieser Gitarre durchaus vorbestimmt: Das konzertante Solospiel und das verwobene Fingerpicking werden dank eines presencebetonten Grundcharakters auf ideale Weise unterstützt; die vorhandenen Dynamikreserven ermöglichen zudem profunde Klang- und Lautstärkeformung. Klangmatsch", wie man ihn als Fingerpicker auf einer baßlastigen Dreadnought (gerade bei schnellen Passagen) unter Umständen produziert, kann hier erst gar nicht entstehen - der Grundsound bleibt transparent. Fazit Die Klangeigenschaften, die diese Gitarre vorgibt, prädestinieren den Einsatzbereich. Während ein Sänger, der ein fulminant tieftönendes Instrument sucht, vermutlich mit einem typischen Martin D-28-Konzept besser bedient ist, finden Freunde feinsinniger Fingerpicking-Klänge mit der CFox D-Sonoma elegante Ausdrucksmöglichkeiten. Insbesondere die Akkordtransparenz und das ausgewogene, schlanke Baßverhalten unterstützen subtile Spieltechniken mit konzertantem Charakter. Somit ist auch der visuelle Eindruck der D-Sonoma dem musikalischen Konzept angepaßt: In beiden Fällen ist es die Eleganz, die beeindruckt. Die erstklassige Verarbeitung der Gitarre, der eigenständige tonale Ausdruck und die verwendeten erstklassigen Materialien rechtfertigen somit auch den in der unteren Luxusklasse angesiedelten Preis von 5.640 DM. Alles in allem sind die CFox-Gitarren eine echte Bereicherung des Marktangebotes für Gitarrensolisten und Studiomusiker. Technische Daten Herkunft USA |