Stevens Mandoline,
Mandola und Irish Bouzouki: die "Celtic Family"
Nachdem ich
euch in der letzten Ausgabe ein kleines irischen Stück vorgestellt
habe ("Jig O´Carolan"), gibt's an dieser Stelle
einen Test typischer irischer Instrumente. Eine willkommene Gelegenheit,
auch solche Instrumente mal vorzustellen!
Die Münchner
Gitarrenbauer Kozlik und Zirnbauer kennt man aufgrund ihrer hochwertigen
Stevens-Akustikgitarren. Der Kleinbetrieb baut aber nicht nur hervorragende
Gitarren, sondern auch Instrumente, die hierzulande nicht ganz so
gebräuchlich sind, als da wären: eine Mandoline, eine
Mandola und eine Bouzouki. Alle drei sind Instrumente, die vor allem
in der irischen Musik eine wichtige Rolle spielen.
Die Mandoline
Fangen wir mit
dem kleinsten Familienmitglied an, der Mandoline. Prinzipiell kann
man Mandolinen der Bauform nach in "Bauchmandolinen" und
in "Flachmandolinen" unterteilen. Die Erstgenannten sind
vor allem in der italienischen Folklore und natürlich in der
klassischen Musik zuhause. Dort gibt es übrigens eine erstaunlich
große Literatur für diese kleine Instrument! So nebenbei
bemerkt (ich erwähnte das an anderer Stelle schon mal) begann
auch der große Paganini seine Musikerlaufbahn zunächst
als Mandolinist, bevor er zum nach Meinung vieler Experten besten
Geigenspieler aller Zeiten avancierte! Aber zurück zum eigentlichen
Thema. "Flachmandolinen" kann man nun noch einmal unterteilen
in amerikanische und irische Formen. Vielleicht hat ja jemand den
Test der "Stanford"-Mandoline in der letzten Ausgabe gelesen?
Diese Mandoline gehört zu den "F"-Typen, die vor
allem in der Country- und Bluegrassmusic zum Einsatz kommen. Die
Stevens-Mandoline hat die typische irische Form, die an einen Tropfen
erinnert. An der breitesten Stelle misst sie 260mm. Die Korpustiefe
rangiert zwischen 55 und 72mm. Die Gesamtlänge des Instrumentes
beträgt 650mm.Die Decke ist aus massiver Sitkafichte gefertigt.
Der Boden und die Zargen sind aus massivem Padoukholz, das einen
leicht orangefarbenen Schimmer besitzt. Die Lackierung besteht aus
drei Lagen "DD"-Lack plus Mattlack als Endlackierung.
Diese "offenporige" Lackierung gewährleistet einen
wirkungsvollen Obenflächenschutz ohne aber zu sehr zu dämpfen!
Der Hals und der Steg sind Mahagoniholz, der Steg, das Griffbrett
und die obere Schicht des Headstocks werden aus Palisander gefertigt.
Das gesamte Instrument ist nicht nur hervorragend verarbeitet, sondern
auch bestens eingestellt! So macht Mandoline gleich richtig Spaß!
Und der Sound? Es ist schon gigantisch, was aus diesem kleinen Instrument
rauskommt. Herrliche warme Bässe, gepaart mit perligem Diskantsound!
Da bin ich ja mal gespannt auf die anderen beiden Instrumente aus
der "Celtic Family"...
Die Mandola
Ich möchte
es gleich vorwegnehmen. Die Mandola hat es mir aus dieser Familie
am meisten angetan. Ich spielte einen Akkord und war richtiggehend
verzaubert. An mystische keltische Gesänge erinnert dieses
Instrument, dass von allen dreien mit Sicherheit auch das exotischste
ist. Oder wer hatte denn schon mal eine Mandola - gleich welcher
Bauart - in Händen? Obwohl ich selber Mandoline spiele und
in meiner Eigenschaft als Tester doch so einigermaßen "rumkomme",
diese Gelegenheit gibt es wirklich nicht oft!
Bauart und Bauform entsprechen der oben beschriebenen Mandoline.
Auch hier werden ausschließlich massive Hölzer verwendet.
Für die Decke Sitka-Fichte, für den Korpus je nach Geschmack
Padoukholz oder Annegret. Diese Option gilt übrigens für
alle drei Instrumente. Für das vorliegende Modell wurde Padoukholz
gewählt. Am auffallendsten sind natürlich die gegenüber
der Mandoline größeren Ausmaße der Mandola. An
der breitesten Korpusstelle messe ich hier 320mm, die Korpustiefe
variiert zwischen 67 und 86mm. Die Gesamtlänge des Instrumentes
beträgt 770mm. Ich gebe diese Maße ausführlich an,
um eine genaue Vorstellung von der Größe zu geben. Fotos
können ja bei diesen Größenverhältnissen etwas
täuschen! Ein Unterschied zur Mandoline liegt dann auch noch
in der Stimmung. Die Mandolinenstimmung entspricht mit GDAE exakt
der Violinen- bzw. Geigenstimmung, die Mandola wird in CGDA gestimmt.
Dies wiederum entspricht der Stimmung der Viola, auch "Bratsche"
genannt.
Den vollständigen
Artikel finden Sie in AKUSTIK GITARRE 4 /01
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