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Beachtliche
Klangausbeute auf kleinstem Raum: AER Alpha
Size
doesn´t matter - Grösse spielt keine Rolle. Das
sagen sich die Entwickler der Amp-Schmiede AER in Recklinghausen
und verweisen stolz auf den Benjamin in ihrem umfangreichen
Verstärkerprogramm. Der Alpha ist mit seinen 40
Watt das bis dato kleinste AER-Aggregat.
26 cm hoch,
26 cm breit, 23 cm tief - der Alpha ist ein kompakter Mini-Würfel
mit einem Gewicht von nicht einmal sieben Kilo. Das Gehäuse
besteht aus 12 mm-Birken-Schichtplatten und ist mit stabilem schwarzen
Struktur-Lack beschichtet. Der Lautsprecher, ein Acht-Zoll-Breitband-System,
wird durch ein Metallgitter geschützt, vor das die bekannte
AER-Schaumstoff-Platte geklebt wurde. Der Frequenzbereich des Speakers
wird mit 60 Hz bis 18 kHz angegeben - das sollte ausreichen, um
alle Signale adäquat und ohne größere Verfärbungen
wiederzugeben. Auf der Oberseite sorgt ein großer Griff für
einfache Transportabilität. Das Verstärker-Chassis ist
rückseitig eingebaut. Oben liegen die Instrumenten- bzw. Mikrofon-Eingänge
mit den entsprechenden Reglern; auf der Rückseite finden sich
Netzschalter, Netzanschluss sowie die weitere Anschluss-Peripherie.
Der kleine Würfel macht einen netten und kompetenten
Eindruck; es ist kein Problem, mit Gitarrenkoffer und Alpha-Amp
zu Fuß auch längere Strecken zurück zu legen. Im
Lieferumfang ist lobenswerterweise eine passende und gut gepolsterte
Tragetasche enthalten.
Details
Man sollte diesen
Mini-Würfel ernst nehmen, hat doch der Hersteller bewiesen,
dass ein großer Sound nicht immer aus großen
Kisten kommen muss. Der Verstärker bietet zwei Eingänge.
Input I hat eine XLR-Kombi-Buchse, die sowohl (unsymmetrische) Mono-Klinken-
als auch XLR-Stecker aufnehmen kann. Der Line-Mic-Umschalter wählt
die passende Vorstufe an. Angeschlossene Kondensator-Mikrofone werden
mit einer 24-Volt-Phantomspeisung versorgt.. Input II ist als hochohmige
Klinkenbuchse für Pickup-Signale gedacht. Die dazugehörige
Vorstufe arbeitet auf Line-Pegel-Niveau; allzu kräftige Signale
können mit dem Pad-Schalter um 10 dB abgesenkt werden. Auf
den zweiten Eingang ist ein Filter (genannt Colour) aufschaltbar.
Die Voreinstellung bewirkt eine Kombination von Mitten-Ausdünnung
(Mid-Cut) und Höhen-Anhebung (Treble-Boost). Zwei kleine Lichtlein
blinken dem Gitarristen entgegen. Eine grüne LED zeigt den
aktiven Betriebszustand an, eine rote Clip-LED warnt vor drohenden
Übersteuerungen. Für die Lautstärken beider Kanäle
sind unabhängige Gain-Regler zuständig. Die gemeinsame
Dreiband-Klangregelung hat die Einsatzpunkte Bass (+/- 8 dB @ 100
Hz), Middle (+/- 3 dB @ 550 Hz) und Treble (+/- 11 dB @ 10 kHz).
Auffallend ist die defensive Auslegung des Mittenreglers.
Offenbar vertraut AER auf die geschmackvolle Vorabstimmung von Amp
und Lautsprecher und auf die im zweiten Kanal präsente Colour-Filterung.
Die Frequenzen selbst sind durchaus passend gewählt. 100 Hz
und 10 kHz sind die typischen Bass/Treble-Frequenzen,
550 Hz ist eine Region, wo sich üble und topfig
klingende Tiefmitten-Resonanzen unangenehm bemerkbar machen.
Die Endstufe des Alpha leistet 40 Watt und arbeitet mit einem analogen
Schaltkreis, der folgendes beinhaltet: Limiter (fängt Pegelspitzen
ab und vermeidet so Verzerrungen), Subsonic-Filter (unterdrückt
ultratiefe Frequenzen zum Schutz der Lautsprecher) und Enhancer
(addiert künstlich erzeugte hohe Frequenzanteile). Diese Schaltung
arbeitet unbemerkt im Hintergrund und fördert Klangergebnis
und Betriebssicherheit. Der Acht-Zoll-Breitband-Lautsprecher sitzt
in einer vom Verstärkerteil abgeschotteten separaten Kammer.
Nun fehlt nur noch der Master-Regler für die Gesamtlautstärke
und der Effekt-Return. Genau, bei dem Kleinen ist ein
Digital-Hall in seiner reduziertesten Form an Bord. Eine Einflussnahme
außer der Hall-Intensität (die auf beide Kanäle
im gleichen Maße wirkt) ist nicht möglich.
Noch ein Wort zu der von AER verwendeten Klinke-XLR-Kombibuchse:
Die Phantomspannung liegt an der XLR-Buchse an, nicht aber an der
Klinkenbuchse. Verwendet man ein echtes Kondensatormikrofon, muss
man also einen XLR-Stecker benutzen. Ein dynamisches Mikro kann
mit XLR oder Klinke angeschlossen werden. Ein Elektret-Kondensator-Mikrofon
sollte man vorsichtshalber immer mit Klinke verkabeln, um auszuschließen,
dass die am XLR-Anschluss anliegende Phantomspannung Schäden
anrichtet. In der Bedienungsanleitung fehlt übrigens ein diesbezüglicher
Hinweis.
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Artikel lesen Sie in AKUSTIK GITARRE 03/02
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