Erinnert sich noch
jemand an die kleinen grauen Heftchen mit ihren 1200 Barré-Griffen
für die Schlag-Gitarre? Imposante Werke - allerdings mit
dem nicht zu unterschlagenden Nachteil, dass vielleicht 1100 von den
1200 Griffdiagrammen gänzlich unbrauchbar waren, denn kein Mensch
greift etwa einen Gmaj7/+11-Akkord als großen Barré-Griff
mit komplett übergelegtem Zeigefinger.
Trotzdem ist
es sicherlich für viele Gitarristen nützlich, eine (möglichst
praxisbezogene) Griff-Sammlung parat zu haben, denn wer weiß
schon immer auf Anhieb, auf welche Weise sich etwa so ein Akkord-Ungeheuer
- wie etwa der besagte Gmaj7/+11 - in gleich mehreren Varianten
greifen lässt... Machen wir also die Probe aufs Exempel:
Auf der linken Bildschirm-Ecke dieses Mini-Computers
von Planet Waves prangt in dicken Lettern die Tonart. Mit dem Finger
auf den Buchstaben getastet beginnt dieser nun zu blinken, und mit
zwei Cursor-Pfeilen können alle weiteren Tonarten gewählt
werden. Auf die gleiche Weise lassen sich oben rechts die Akkorderweiterungen
finden - und schon haben wir ihn: unseren Gmaj7+11-Akkord - ideal
positioniert in der ersten Lage. Nach einem leichten Druck auf den
nach rechts zielenden Cursor-Pfeil gibt es auch schon die erste
Variation - ebenfalls eine praxisnahe vierstimmige Umkehrung, ein
weiterer vierstimmiger Griff in der fünften Lage folgt. Die
nächste Griff-Variation ist dann schon etwas unhandlicher,
während wiederum das sechste Beispiel aus dem gängigen
Jazz-Alltag stammt. Bei jedem Grifftyp werden dabei die nicht klingenden,
abzudämpfenden Saiten mit einem X markiert, und am unteren
Rand befindet sich eine Auflistung der einzelnen Töne - jeweils
unter der gegriffenen Saite. Somit ist es auch akzeptabel, dass
nicht etwa der jeweilige Grundton des Akkordes besonders gekennzeichnet
ist (etwa in Fettschrift). Von Wichtigkeit ist vielmehr die Angabe
der zu positionierenden Finger - die werden in diesem Fall, mittels
Ziffer (1-4) in dem entsprechenden Bund markiert. Eine hervorragende
Option ist schließlich auch die Möglichkeit, sich das
Ganze auch als Linkshänder-Version anzeigen zu lassen.
Über 4000 Akkorde sind in dem kleinen Helfer in den Gruppen
Dur/moll/Dominant7 und Vermindert gespeichert. Allesamt sind die
Griffe, das ergaben zumindest die Stichproben im Test, ideal bis
gut gewählt. Es fehlen lediglich Slash-Chord-Typen, also bitonale
Akkorde mit optionalen Basstönen. Die Bedienung des recht preisgünstigen
Gerätes (Listenpreis 39,95 €) ist denkbar einfach, und
die Kompaktheit des kleinen und leichten Teils lässt es auch
verschmerzen, dass die mitunter etwas dünn geratene Aufschrift
den ein oder anderen Brillenträger vielleicht etwas mehr Anstrengung
beim Ablesen des nicht sonderlich kontrastreichen Bildschirms abverlangt.
Fazit: empfehlenswert! -gh
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