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Diese
Kolumne beschäftigt sich in erster Linie mit den unterschiedlichen
Bauformen der Akustikgitarre. Da deren Entstehungsgeschichte in
den allermeisten Fällen auf den relativ begrenzten Zeitraum
der 20er, 30er und 40er Jahre zurückgeht und dahingehend immer
wieder allgemeine Fragen auftauchen, wollen wir uns in dieser Ausgabe
einmal generell mit dem Thema "alte" Gitarren, deren historischer
Bedeutung und ihrem allgemeinen Stellenwert beschäftigen.
Allgemein
Die Meinungen gehen gerade bei diesem Thema weit auseinander und
sind dabei so vielfältig wie die unterschiedlichsten Spieltechniken,
Klangvorstellungen und stilistische Vorlieben des Einzelnen - kein
Wunder also, dass hier oft Welten aufeinander treffen, vom subjektiven
Blickwinkel geprägt und konträr diskutiert. Wenig verständlich
teilen sich dabei immer wieder die Lager in vorrangig zweckorientierte
Spieler sowie Sammler/Liebhaber auf. Die "Spieler" sind
entsetzt darüber, dass vermeintlich gute Instrumente in Händen
von Sammlern/Liebhabern ihrer eigentlichen Bestimmung entzogen und
dadurch auf dem freien Markt nicht verfügbar sind. Der "Sammler/Liebhaber"
hingegen bangt mit Schmerz, könne die "gegnerische"
Fraktion womöglich, ungeachtet der kulturell historischen Bedeutung,
die Originalität des Instrumentes beeinträchtigen oder
gar Modifikationen oder konstruktive Änderungen vornehmen.
Doch Polemik beiseite, gilt es der Materie mit Objektivität
und Sachlichkeit näher zu kommen.
"Vintage"
Unter den allgemeinen Begriff "Vintage" fallen zwischenzeitlich
Instrumente eines schwerlich einzugrenzenden Qualitätsniveaus.
Faktoren wie beispielsweise der Seltenheitswert, die Verfügbarkeit
oder die Besonderheit einer einzelnen Gitarre fließen, auch
nach der eigentlichen Definition des Begriffes "Vintage",
ergänzend ein und lassen somit keine prinzipielle Altersabhängigkeit
für einen "Vintage-Status" zu. Ein ganz besonderer
Status hingegen entfällt auf Instrumente der oben definierten
"Golden Era" (20er bis 40er Jahre), der Epoche, die für
die Entwicklung eines weitreichenden Industriestandards der akustischen
Stahlsaitengitarre steht. Bedeutende Modelle dieses Zeitraums werden
auch künftig einen übergeordneten historischen Stellenwert
gegenüber den meisten folgenden Vintage-Gitarren einnehmen.
Modernen Abmessungen, Spieleigenschaften oder Klangvorstellungen
entsprechen diese "Originale" sicherlich nicht immer,
spiegeln sie vielmehr den musikalischen wie kulturellen Zeitgeist
ihrer Epoche wider. Nicht nur die Güte der verwendeten Tonhölzer,
auch traditionell angewandte Verarbeitungstechniken und Materialien
bestimmen den Charakter und die Qualität dieser Zeit. Der Zusammenhang
von Alter und Qualität lässt sich dabei unmöglich
pauschal bestimmen. Der Alterungsprozess von Holz, Leim und Lack
oder das Spielen einer Gitarre als solches schlagen sich insgesamt
komplex, abhängig von äußeren Umständen und
der gesamten Konstruktion, nieder. Die Magie und klangtypischen
Eigenarten des charakteristischen "Vintage Sound" lassen
sich dennoch für viele auf eine gewisse Art und Weise eingrenzen,
ebenso wie das gesamte "Feeling" und die Ausstrahlung
einer "alten" Gitarre. In den vergangenen Jahren konnte
eine zunehmende Rückbesinnung auf Designs und Konstruktionsmerkmale
"alter" Gitarren festgestellt werden. Als Folge dessen
haben nun auch renommierte Hersteller wie Martin oder Gibson ihre
eigene Geschichte wieder entdeckt. Aktuelle Beispiele zeigen sich
in Martins Vintage Serie oder Gibsons Historic Line, welche zu Beginn
ohne die tatkräftige Unterstützung der Sammler/Liebhaber
kaum möglich gewesen wäre. Kompetentes Personal nämlich
war in eigenem Hause nicht mehr verfügbar, das eigene Know-how,
dies unschätzbare Kapital, hatte sich verflüchtigt. Darüber
hinaus haben sich auch etliche kleinere Hersteller in ihrer Angebotspalette
an Vintage-Modellen der "Golden Era" orientiert, Baudetails
wieder entdeckt und zwischenzeitlich längst in Vergessenheit
geratene Verarbeitungsweisen erneut angewandt. Gerade sie gehören,
neben den reinen Liebhabern, Forschern und Sammlern, zu den treibenden
Kräften der gesamten Entwicklung.
Den vollständigen Artikel finden Sie in AKUSTIK GITARRE 3/2001
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