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Wundgelaufene
Füße, strapazierte Ohren, viele "wichtige"
Menschen, Verrücktes, Neues, Interessantes, Informatives -
die Eindrücke und Begleiterscheinungen der weltweit größten
Musikmesse sind doch jedes Jahr die gleichen. Trotzdem - oder gerade
deswegen - macht es aber immer wieder Spaß, sich eine knappe
Woche lang in dieses quirlige musikalische Tummelbecken zu begeben.
Interessant auch die Zahlen: 1446 Aussteller aus 44 Ländern
gaben sich in Frankfurt bei dieser 22. Auflage der Messe die Ehre.
77081 Gäste konnten begrüßt werden, darunter 67
Prozent Fachpublikum, also Fachhändler, Profi-Musiker und Pressevertreter.
Mit einer gewissen
Skepsis wurde im Vorfeld der diesjährigen Musikmesse in der
Szene das neue Konzept der Organisatoren diskutiert: Die "Akustiker"
sollten erstmalig in einer eigens für sie geschaffenen Halle
versammelt werden. Das Ergebnis sollte schließlich aber auf
der ganzen Linie überzeugen. Vergleichsweise edel präsentierte
sich die optische Aufmachung des "Acoustic Village" in
Halle 9.3, eine integrierte Live-Bühne und eine aufgelockerte
Anordnung der Firmenstände und ein (im Vergleich zu den anderen
Hallen) doch deutlich verringerter Geräuschpegel sorgten für
angenehme Atmosphäre im "Dorf". Durchaus also die
Grundlage für einen entspannten Messe-Rundgang. Wer sich allerdings
über wirklich alle Neuheiten informieren wollte, dem blieb
letztlich doch nichts anderes übrig, als sich auch noch in
die anderen Messe-Hallen zu begeben - im "Acoustic Village"
war schließlich doch nur ein kleiner (aber durchaus erwählter)
Teil des inzwischen wirklich unüberschaubaren Angebots an Instrumenten
und Equipments zu sehen. Nun gut, Kollege Schulz und meine Wenigkeit
machten sich, mit Notizblock und Kamera bewaffnet, auf den Weg und
sammelten, was es zu sammeln gab.
Ein Hinweis noch am Rande: bei den im Bericht angegebenen Preisen
handelt es sich um so genannte Listenpreise, bzw. unverbindliche
Preisempfehlungen, die in der Regel von den tatsächlichen Ladenpreisen
differieren (zu Gunsten des Käufers ...).
Sofern bei den Angaben zu den verwendeten Hölzern (in Bezug
auf die Korpuskonstruktion) keine weiteren Spezifikationen angegeben
sind, handelt es sich um nicht massive Ausführungen (Laminat,
Schichtholz, Funierholz). Bei der Verwendung von massivem Material
ist dies angegeben. Hier also die Messe-Nachlese - viel Spaß.
Gitarren
Albert &
Müller (M-9 Albert & Müller Doubleneck)
Doppelhalsgitarren sind scheinbar wieder "hip". Die Gitarrenbauer
Albert und Müller aus Taunusstein konzipierten ein wirklich
ungewöhnliches Modell mit zwei 12-String-Hälsen als Spezialanfertigung.
Der obere Hals ist normal gestimmt und hat normale Saitenlage und
Griffbrettwölbung. Der zweite
ist in Open-G gestimmt, hat keine Griffbrettwölbung, die Saitenlage
ist etwas höher, und wird für das Slidespiel mit Bottleneck
genutzt. Picking und Slidespiel können somit mühelos im
gleichen Musikstück eingesetzt werden. Nachdem die Steelstringmodelle
S1 - S3 im vorletzten Jahr ein neues Gesicht bekamen, waren in 2000
die Konzertgitarren an der Reihe. Äußerliche Verbesserungen
sind unter anderem die neue Stegkonstruktion mit Doppelbohrung.
Der Vorteil hierbei ist, dass der Saitenwinkel im Steg immer gleich
ist und nicht durch den Knoten verändert wird - so sollen Klangunterschiede
zwischen den einzelnen Saiten vermieden werden. Die Stahlsaitenmodelle
S5 und S6 sind jetzt sowohl in der herkömmlichen Variante mit
Pinsteg als auch, dank Zusammenarbeit mit Woody Mann, mit Knüpfsteg
und einer an die Konzertgitarre angelehnten Deckenkonstruktion erhältlich.
Aria (M-17 D'Aquisto
Akustik-Archtop)
Die "Eyecatcher" am Aria-Stand waren in diesem Jahr sicherlich
die neuaufgelegten D'Aquisto-Jazzgitarren: eine wunderschöne
vollakustische Archtop mit 17-Zoll-Body aus laminiertem Riegelahorn
und einer massiven Fichtendecke, Ebenholz-Saitenhalter und Sunburst-Lackierung
nennt sich DQ-CR (empf. Verkaufspreis: DM 6.600,-), sowie ein Modell
mit Floating-Mini-Humbucker und F-Löchern (DQ-NYE (empf. Verkaufspreis:
DM 7.000,-). Mit der elektroakustischen "Sinsonido" (empf.
Verkaufspreis: DM 840,-) gibt es nun auch eine preiswerte Fernost-Variante
der elektroakustischen Nylonstring in der Art von Soloette und Frameworks.
Die Body-/Halskonstruktion besteht aus Ahorn, der steckbare Rahmen
aus Aluminium. Mit einem Stereo-Tonabnehmer in der Bridge wird der
Klang übertragen und kann auch direkt in einen Kopfhörer
gespeist werden. Der Nachwuchs soll mit einem günstigen Konzertgitarrenmodell
mit aktivem Pickup und Cutaway angesprochen werden. Die Gitarre
nennt sich AK-30C-E und steht für nur DM 390,- im Katalog.
Baton Rouge
(M-23 auf CD Baton Rouge Dreadnought SX-30)
Verschiedene Dreadnought-Westerngitarren sowie Steelstring in OM-Bauweise
werden unter der Federführung des deutschen Vertriebes Blazer
& Reinhard (Seagull, Aragon) in Deutschland angeboten. Die in
Fernost hergestellten Instrumente bieten ein ausgezeichnetes Preis-Leistungsverhältnis
und können wahlweise mit oder ohne Pickup und Preampsystem
(3-fach-Klangregelung, Volume- und Contour-Regler, ausklappbares
Batteriefach) wie auch Cutaway geliefert werden.
Cort (M-1, Cort
12-String-Jumbo )
Die erfolgreiche "Earth-Serie" des koreanischen Herstellers
wurde um ein preislich attraktives Modell ergänzt: Die "Earth
150" (empf. Verkaufspreise, je nach Lackierung: DM 535,- bis
DM 570,-) kommt mit einem Body aus Mahagoni und einer massiven Fichtendecke
und ist neben dem traditionellen Hochglanz-"Natur-Finish"
auch in einem transparenten blau, in transparent rot und in sunburst
lieferbar.
Eine Lefthand-Variante in natur wird zudem angeboten. Alle koreanischen
Cort-Akustikgitarren werden ab sofort mit einer aufwendigen "Schwalbenschwanz"-Halsbefestigung
gebaut. Das Nachfolge-Modell der "Earth-500" nennt sich
nun "Earth-600" (empf. Verkaufspreis: DM 940,-) und besitzt
eine Engelmann-Fichtendecke der Güteklasse A. Neu ist auch
ein elektroakustisches Jumbo-Modell aus geflammten Riegelahorn und
massiver Fichtendecke. Die hochglanz-lackierte naturfarbene Version
nennt sich SJ 3 F (empf. Verkaufspreis: DM 1.070,-) und ist mit
einem Fishman "Sonicore" Piezo-Pickup in Verbindung mit
einem Fishman "Classic 4-Band EQ" ausgestattet. Das ansonsten
baugleiche Modell in 3-tone-Sunburst kostet DM 1.110,- und eine
12-String-Version (siehe Foto) ist für DM 1.180,- zu haben.
Crafter (M-6 Crafter Elektroakustikgitarre)
Eine umfangreiche Palette an günstigen Steelstring- und Elektroakustikgitarren
bietet die koreanische Firma Crafter (siehe auch Testbericht in
dieser Ausgabe). Mehr als 40 Modelle stehen zur Auswahl, die nun
auch über den deutschen Vertrieb Pro Arte hier zu Lande erhältlich
sind.
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