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Heimstudio
Boss BR-8 Digital Recording Studio

Von Andreas Schulz

Die Zeit der Kompakt-Kassette als Recording-Medium neigt sich wohl tatsächlich dem Ende zu. Mit Macht drängen sich digitale Medien wie Minidisc oder Zip-Disc auch in den bezahlbaren Bereich. Neuester Streich der japanischen Firma BOSS: der BR-8, ein Gerät, das mit dem Anspruch auftritt, alles in sich zu vereinen, was für Homerecording-Anwendungen notwendig ist.

Interessant ist es, diesen Test parallel zum Homerecording-Workshop dieser Ausgabe zu lesen, in dem das Aufnahmesystem im Überblick vorgestellt wird. Bis auf einen 2-Spur-Master-Recorder (wie DAT, CD-Recorder oder Minidisc) und ein Abhörsystem sind alle Komponenten unter der Haube des BR-8 vereint. Übrigens: Die Boss-Mutter-Company Roland hat einiges an Erfahrung mit digitalen Multitrackern. Seit einigen Jahren gibt es die Geräte der VS-Serie („Virtual Studios“), die sich erfolgreich am Markt etablieren konnten.
Aufbau und Konzept

Das BR-8 kommt in einem grau-schwarzen Kunststoffkleid mit den Maßen 40 x 25 x 9 cm ins Haus. Die Bodenplatte ist aus Metall gefertigt und sorgt für die nötige Stabilität und Verwindungssteifigkeit. Auf der Vorderseite befindet sich der Einschub für die ZIP-Disc. Zur Information: ZIPs sind etwas größer als die bekannten Computerdisketten und fassen ein Datenvolumen von 100 bzw. 250 Megabyte. Das BR-8 arbeitet ausschließlich mit 100-MB-Discs. Auf der Rückseite befindet sich das Arsenal der Verbindungsmöglichkeiten mit der Außenwelt, so der Eingang für das externe Netzgerät samt Power-Schalter, ein Midi-Ausgang, ein optischer Digitalausgang, zwei Klinkeneingänge für Fußschalter und Expression-Pedal, ein Kopfhörer-Ausgang samt Lautstärkeregler (sehr gut!), der Stereo-Line-Ausgang (Cinch) sowie die insgesamt fünf Eingänge. Signale können dem BR-8 über eine Stereo-Line-In (Cinch) zugeführt werden, darüber hinaus über zwei Mikrofoneingänge (Stereoklinke), die wahlweise symmetrisch oder unsymmetrisch beschaltet werden und über einen hochohmigen Klinkeneingang mit dem schönen Namen Guitar/Bass an den Instrumenten direkt angeschlossen werden können.


Das BR-8 stellt einen 8-Spur-Digitalrekorder zur Verfügung, flankiert von einem entsprechenden Digitalmixer und zwei Effektprozessoren, von denen einer als Insert-Effekt für die Aufnahme, der andere als paralleler Loop-Effekt vorgesehen ist. Einige nette Extras sind auch an Bord, so ein automatisches Stimmgerät, ein Phrase-Trainer (mit dem man aufgenommene Parts bei gleich bleibender Tonhöhe verlangsamen und das Center-Signal ausblenden kann - wunderbar, um schwierige Passagen herauszuhören) und ein „Rhythm-Guide“. Dabei handelt es sich um einen einfachen Drum-Computer, der immer parallel zum Rekorder läuft, im Tempo variabel ist und seine vorprogrammierten Patterns abfeuert. Wer in einem Song mehrere Tempi benutzen möchte, erstellt eine Tempo-Map, mit deren Hilfe das Tempo für jeden Takt festgelegt werden kann. Wer schon einen Drum-Computer besitzt, kann das Signal des Rhythm-Guide am Midi-Out abgreifen und die Patterns mit den eigenen Klängen genießen. Die von BOSS ins BR-8 eingebrannten Rhythmen und Drum-Sounds sind mit Vorsicht zu genießen. Sie erinnern an die analogen „Klopfgeister“ der 80er Jahre und dienen eher als Orientierung und Hilfe beim Einspielen denn als ernst zu nehmende Drum-Loops. In vielen Situationen dürften sie aber einem simplen Metronom, das ebenfalls vorhanden ist, deutlich überlegen sein.
Achtung Aufnahme!

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Fortgeschrittene Funktionen

Das BR-8 hat noch eine Menge mehr zu bieten. Fangen wir mit den Laufwerksfunktionen an. „Stop“, „Play“ und „Record“ dürften klar sein. „Zero“ bringt einen immer wieder (ohne lästige Spulzeiten) zum Anfang zurück, schneller Vor- und Rücklauf sind aber ebenfalls möglich. Was einen digitalen Rekorder so komfortabel macht, versteckt sich hier in der „Marker“-Sektion. An der gewünschten Stelle (z.B. Intro, Vers oder erstes Gitarrensolo) drückt man „Mark“, und der Punkt ist gespeichert. Pro Song stehen 100 Marker-Positionen zur Verfügung, die nachträglich editiert, verschoben und sogar benannt werden können. Mit Hilfe der „Search“-Buttons oder des „Time/Value“-Rades scrollt man durch die programmierten Marker, die mit Nummer und Namen im Display eingeblendet werden. Komfortabel ist auch die Möglichkeit des automatisierten Einstiegs in eine schon bestehende Aufnahme. Mit „In“ und „Out“ legt man Einstiegs- und Ausstiegszeit fest, schaltet „Auto-Punch“ ein, versetzt die zu reparierende Spur in Aufnahmebereitschaft und spielt die entscheidende Stelle neu ein. Das BR-8 schaltet selbstständig auf „Record“ und wieder zurück. Es hat nicht geklappt? „Undo“ drücken und gleich noch mal spielen! Diese Prozedur kann mit der „Repeat“-Funktion noch komfortabler gestaltet werden. Mit zweimaligem Druck auf „A/B“ legt man den zu wiederholenden Bereich fest. Dieser wird ab dann immer wieder im Kreis gespielt, beispielsweise, um eine schwierige Stelle mehrmals hintereinander zu üben. Positioniert man nun innerhalb dieses Bereichs die „Punch-In-/-Out“-Punkte, kann man in die Aufnahme einsteigen, direkt danach das Ergebnis hören und bei Nichtgefallen gleich ein zweites Mal aufnehmen - und das alles, ohne den Rekorder überhaupt stoppen zu müssen.

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AKUSTIK-GITARRE-CD
Auf unserer CD könnt ihr einige Klangbeispiele zum BOSS BR-8 finden, so einen Vergleich der Recording-Modes, die wichtigsten Effekte für akustische Gitarre sowie ein kleines Demo-Stück, das komplett mit dem BR-8 ohne externe Geräte erstellt wurde.

Den vollständigen Artikel finden Sie in AKUSTIK GITARRE 1/2000