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Gutes
Konzept/günstiger Preis: Höfner Konzertgitarre „HM83“
Legionen von
Gitarrenschülern haben ihre ersten Steh-und Gehversuche
auf Höfner-Gitarren unternommen. Ermöglicht wurde diese
nun schon weit über hundert Jahre andauernde Erfolgsgeschichte
durch moderate Preisgestaltung bei gleichbleibender, vernünftiger
Qualität.
Die „HM83“
aus Höfners Meistergitarren-Serie (das „M“ in der
Typenbezeichnung steht dafür) richtet sich, wie man unschwer
erahnen kann, an eine musikalisch schon etwas anspruchsvollere Kundschaft.
Und ganz nach Art des Hauses verliert die HM83 auch in dieser gehobenen
Kategorie preislich nicht den Boden unter den Füßen.
Beschreibung
Wie es sich
für ein Instrument mit dem Anspruch „Meisterklasse“
gehört, bietet die Höfner einen Korpus aus durchweg massiven
Hölzern. Bei der Decke fiel die Wahl auf die hochgeschätzte
deutsche Fichte. Die hier eingesetzte Sortierung ist optisch nicht
spektakulär, aber von grundsolider Qualität. Boden und
Zargen sind aus dem mittel- bis hellbraunen afrikanischen Aningrè-Holz.
Aufgrund der mehr oder weniger deutlichen „Flammung“
des Holzes gleicht es dem oft ähnlich gezeichneten Ahorn (flamed
maple, Riegelahorn).
Und diesem geschätzten Tonholz kommt Aningrè, so Höfner,
auch in vielen strukturellen Materialeigenschaften nahe. In der
Korpuslackierung befinden sich etwa 2% Toner zu einer ganz dezenten
Nachdunklung des Holzes. Damit wirkt die HM83 sehr natürlich,
„holzig“. Gut dazu passt der hellbeige Ton des Korpusbindings,
der ebenfalls Ahorn suggeriert, sich aber als Kunststoff erweist.
Das „aber“ soll hier bitte nicht als Abwertung verstanden
werden. Kunststoff wirkt sicher nicht so edel wie ein schönes
Holzbinding. Was jedoch die Schutzfunktion betrifft, ist er aufgrund
seiner mechanischen Unempfindlichkeit weitaus geeigneter als jedes
Holz. Negative Auswirkungen von Kunststoffrändern auf das Klangverhalten
kann man im Übrigen getrost ausschließen. Den Gegensatz
zur visuellen „Leichtigkeit“ des Korpus’ bildet
der Kopf mit seinen satten, schweren Farbtönen. Die dunkle
Palisander-Auflage ist mit einer dünnen Schicht hellen Holzes
unterlegt, das an den Schnitträndern als dezente Rahmung hervortritt.
Die nierenförmigen Dreh-Knöpfe auf den vergoldeten Mechaniken
sind ebenfalls aus Palisander.
Im inneren Aufbau ist eine Mischung aus zwei großen Gitarren-Tradition
erkennbar. Die symmetrische 5er-Fächer-Verbalkung der Decke
entspricht ganz der spanischen Schule, während der gerade Halsblock
die deutsche Bauweise widerspiegelt. Daraus jetzt irgendwelche Vor-
oder Nachteile abzuleiten würde eindeutig zu weit führen.
Bei Höfner legt man jedenfalls Wert darauf, dass die gesamte
Korpuskonstruktion in langen Jahren eigener Entwicklung gereift
ist. Die Verbindungen von Boden und Decke zu den Zargen sind mittels
der sogenannten Vollreifchen unterstützt. Diese sollen die
Stabilität und Schwingungsübertragung besser gewährleisten
als die vielfach anzutreffenden „Sägereifchen“,
die aus Elastizitätsgründen in kurzen Abständen eingekerbt
sind.
Handling u. Bespielbarkeit
Ganz ehrlich!:
Wenn mich Klaus Schöller, der Produktmanager, Entwicklungs-
und Marketingleiter bei Höfner, nicht informiert hätte
- ich weiß nicht ob ich draufgekommen wäre. Der Hals
der HM83 weist nämlich ein leicht asymmetrisches Profil auf.
Der Effekt ist sehr dezent, und wenn es nicht weiß, wird`s
einem vielleicht gar nicht bewusst. Optisch erkennbar ist es am
deutlichsten an den Konturen der Halsfuß-Korpus-Verbindung.
Unter den Bass-Saiten fällt die Krümmung des Halses etwas
leichter aus als unter den Treble-Saiten. Auf diese Weise soll die
Positionierung des Daumens für alle, die nicht der ultraorthodoxen
Methode anhängen, bequemer werden. Gleichzeitig würden
die Greiffinger besser um den Hals herum geführt werden. Das
ist schon mal ein deutliches Indiz dafür, dass die HM83 nicht
speziell für die Anhänger der „Reinen Lehre“
konzipiert ist. Sie soll vielmehr eine möglichst breite Gruppe
von Anwendern ansprechen, Gelegenheitsklassiker genauso wie Acoustic-Jazzer,
Latin- und Ethno-Akustiker überhaupt, Volksmusik-Spezl, und,
und, ... Selbstverständlich ist auch die streng-klassische
Haltung hier ohne Verrenkungen möglich.
Wie gesagt, die Asymmetrie ist sehr subtil, drängt sich also
nicht andauernd ins Bewusstsein. Ein interessanter Ansatz ist es
allemal. Als Ergänzung hierzu ist die Saitenlage ab Werk relativ
niedrig eingestellt. Diese beabsichtigte Maßnahme entspricht
wiederum eher dem Allgemeingeschmack als dem des ausgefuchsten Klassikers.
Damit kommt auch eine weniger entwickelte Greiftechnik gut zurecht.
Die Mechaniken halten übrigens, was sie optisch versprechen.
Sei arbeiten ohne Spiel und Ruckeln , mit vernünftiger Übersetzung.
Und die schwarzen Stahlwellen versprechen, dass das auch lange noch
so bleibt.
Den vollständigen
Artikel finden Sie in AKUSTIK GITARRE 01/03
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