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Wieder
einmal luden Acoustic Music Records und AKUSTIK GITARRE zum jährlichen
Gitarrenspektakel in die Osnabrücker Stadthalle. Und mittlerweile
scheint es sich auch unter den Freistaatlern wie auch sonstigen
Europäern herumgesprochen haben, dass dieses Akustikgitarrenfestival
in seiner Art etwas besonderes darstellt. Der Andrang war jedenfalls
gut - und die Stimmung hervorragend.
Konzerte, Ausstellung,
Workshops und ein Nachwuchswettbewerb bildeten den Rahmen für
das klangvolle Vergnügen - und doch ist es - neben dem großen
Angebot - vor allem auch das Treffen der Musiker und Musikinteressierten,
welches den Reiz dieses Festivals ausmacht. Profis treffen auf Amateure,
Gitarrenfans auf Gitarrenfans und Hersteller auf Endkunden. Prima
Atmosphäre also - und wers verpasst hat, sollte sich
den Termin für das nächste Jahr nicht entgehen lassen.
Hier nun ein kleiner Überblick zur Ausstellung und zu den Konzerten
im Rahmen der Open Strings. Viel Vergnügen.
Aus der Werkstatt
von Albert & Müller kommen hervorragende, handgebaute
Instrumente mit einem
guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Bei den Open Strings in Osnabrück
konnte man einen Blick auf das Programm der beiden Gitarrenbauer
werfen. Die Steelstring-Serie (S 1 bis S 6) kommt in verschiedenen
Korpusformen und Optionen (Preise von 3100,- bis 6500,- DM); modifizierte
Halsbreiten, Mensur-Längen und die Lefthand-Ausführung
gibt es sogar ohne Aufpreis, eine 12-String-Version des jeweiligen
Modells muss mit 450,- DM bezahlt werden. Auch die sinnvoll aufgebaute
Klassikserie mit CL, CL 1, CL 2 und CL 4 dürfte viele Gitarristen
ansprechen (Preise zwischen 2600,- und 7200,- DM; Aufpreis für
Cutaway 700,- DM).
Alvarez
führt das bekannte Programm von Yairi weiter. Angeboten wird
eine breite Palette von Steel- und Nylonstrings. Praktisch alle
Korpusformen und Holzkombinationen sind vertreten, Besonderheiten
sind die AD 65 CE (eine Archtop-Jazzgitarre) und der
RB 30 C (ein Cutaway-Jumbo-Bass). Die Preise liegen
moderat zwischen 795,- und 1650,- DM.
Andreas Cuntz
ist ein junger Gitarrenbauer, der konsequent ein eigenständiges
Design verwirklicht. Seine Steelstring-Acoustic CWG-23
ist mit Cutaway und auf Wunsch abgestimmten Tonabnehmer-Systemen
prädestiniert für Bühne und Studio (DM 3250,-). Auch
an Akustikbässe hat er sich gewagt. Ergebnis: CAB-4
und CAB-5 als 4- bzw. 5-Saiter in der Ausführung
Fichte/Padouk (DM 3900,-). Gut gelungen auch ein Weissenborn-Nachbau
für DM 3250,-.
Dean,
früher ausschließlich auf dem E-Gitarrensektor aktiv,
bietet ein umfangreiches Akustik-Programm. Neben Variationen bekannter
Modelle aus der traditionellen Ecke bauen die Jungs auch eigenständig-modernistische
Gitarren. Besonders auffallend: die Contour-Serie mit abgerundeten
Korpuskanten, massiver Fichtendecke, Mahagoni-Korpus und vier auffälligen
Lackierungen in rot, blau, schwarz und weiß
(650 €). Weitere Dean-Serien: Stylist (Jazzgitarren),
Exotica (typische Cutaway-Bühnengitarre), Tradition
(Dreadnought-Modelle) oder Performer (Cutaway-Jumbo).
Weiter im Programm: Nylonstrings, Resonator-Gitarren und Akustikbässe.
In Waldems baut
der Zupfinstrumentemacher-Meister Henning Doderer seine Gitarren.
Im Programm finden sich Konzertgitarren (Schülerinstrumente
von DM 1300,- bis 2500,-; Meistergitarren von DM 3500,- bis 9500,-),
Mandolinen (DM 2100,- bis 4500,-), Steelstrings (z.B. Ahorn/Fichte
DM 1850,- oder Palisander/Fichte DM 2100,-). Ein Leckerbissen sind
die Django-Modelle, die sich
am Selmer-Original orientieren (DM 2800,- bis 4500,-). Spezialitäten
lassen sich ebenfalls entdecken, so eine Sitar-Gitarre und ein auffällig
gestalteter Akustikbass mit 4 bis 6 Saiten (ab DM 2600,-).
Die Rahmengitarren
von Frame erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.
Angeboten werden die Modelle Classic, Modern Classic
(mit schmalerem Hals) und Steelstring. Neu im Programm:
eine Seven-String-Classical-Guitar für alle, die
ihren Bassisten arbeitslos machen wollen. Sinnvoll konzipiert ist
auch die Jazz-Frame, die das bekannte akustische Tonabnahme-System
um einen magnetischen Pickup ergänzt (Preise von 3600,- bis
4660,- DM; bei allen Modellen besteht eine Midi-Option!).
Im Vertrieb
der GEWA befinden sich die Cort-Gitarren, die sich in den
letzten Jahren in Modellvielfalt und Qualität beständig
weiterentwickelt haben. Mit der NTL-CE Custom spricht
der Hersteller nun auch professionell orientierte Bühnenprofis
an. Das Instrument ist vollmassiv aus Engelmann-Fichte und Palisander
gebaut und besitzt ein Ebenholz-Griffbrett. Weitere Ausstattung:
Cutaway, Fishman-Matrix-Pickup, Prefix-Plus-Preamp. Preis: 1450,-
€. Interessante Acoustic-Amps kommen von Kustom (ebenfalls
im GEWA-Vertrieb). Die Modelle KAA 30 und 65
haben jeweils zwei Kanäle und einen Digital-Effekt (Preis:
540,- bzw. 780,- DM).
Die wichtigste
Neuheit aus dem Hause Godin konnten AKUSTIK-GITARRE-Leser
bereits exklusiv in der letzten Ausgabe kennenlernen: die Multiac-Jazz,
eine Semi-Solid-Acoustic aus der Multiac-Serie mit integriertem
Jazz-Pickup. Die Multiac- und die bekannte A-Serie sind inzwischen
so flexibel ausgebaut, dass für jeden Geschmack etwas dabei
sein dürfte (Preise ab DM 2350,-).
Die Gitarren
von Stefan Hahl aus Mudershausen (bei Limburg) wussten bei
Tests in AKUSTIK-GITARRE ebenso zu gefallen. Für das Open-Strings-Festival
hatte er eine Auswahl von Jazzgitarren, Steelstrings, Nylonstrings
und Django-Modellen mitgebracht, die von den Besuchern gewürdigt
wurden. Die einzelnen Details der Hahl-Gitarren kann der Gitarrist
individuell aus einer Vielzahl von Möglichkeiten zusammenstellen.
Der Gitarrenbaumeister
Hartmut Hegewald arbeitet in Bönen/Westfalen und baut
nur acht bis zehn hochwertige Instrumente pro Jahr. Er orientiert
sich an der spanischen Bauweise und empfiehlt seinen Kunden vor
dem Neubau eine individuelle Beratung.
Die Vintage-Experten
von Henkes & Blazer waren besonders stolz auf ihr Modell
Milwaukee, das als Custom-Gitarre in allen gewünschten
Hölzern als hochwertiges Einzelstück gebaut werden kann.
Preis: ab DM 8000,-. Eine Reihe von außergewöhnlichen,
schönen und raren Sammlerstücken aus verschiedenen Jahrzehnten
waren ebenso an ihrem Stand zu bewundern
Auch in Finnland
werden hochwertige Gitarren gebaut. In Osnabrück bewies dies
Markku Henneken. Neu sind die Concerto-Nylonstring-Modelle
mit Ahorn- oder Mahagoni-Korpus und Fishman-Prefix-Plus-Tonabnehmer
(ca. DM 5200,-). Eine noble Archtop-Gitarre ist die Royale-Blue-Special,
die mit ca. 7400,- DM zu Buche schlägt.
Der deutsche
Vertrieb Gitarren-Consult Hohdorf vertreibt ausgesuchte amerikanische
Instrumente, u.a. von Thompson, Gallagher, Everett, Ryan oder Soloette.
Diese Gitarren sind in Deutschland sonst nur schwer zu bekommen
(Preise ab DM 4950,-). Die Soloette-Reisegitarre gibt es mittlerweile
in den drei Ausführungen Classic, Hybrid
und Steelstring, letztere mit Padouk-Body und Graphit-Hals
(Preise zwischen DM 1790,- und 2550,-).
In Hamburg arbeitet
die Gitarrenbaumeisterin und Diplom-Designerin Annabelle Kießig.
Ihr Programm umfasst verschiedene Klassik-, Flamenco- und Django-Modelle.
Alle Instrumente bestehen aus vollmassiven Hölzern und werden
in der Regel mit einer Schellack-Lackierung versehen. Auffallend
sind die individuell designten zackigen Rosetten. Preis: ab DM 5000,-
inkl. Koffer
Martin Seeliger
von Lakewood präsentierte u.a. das M-Cherry-Sondermodell (DM
4000,-). Diese Gitarre ist massiv aus Fichte/Kirschbaum gebaut,
hat einen Mahagoni-Hals, ein Ebenholz-Griffbrett und Abalone-Inlays
um das Schallloch.
Selbstverständlich
waren auch die irischen Instrumente von Lowden in Osnabrück
vertreten. Neugierig waren viele Gitarristen auf das in AKUSTIK-GITARRE
bereits getestete Pierre-Bensusan-Signature-Model.
Den
vollständigen Artikel finden Sie in AKUSTIK GITARRE 1 - 2002
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