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Von Ralf Bauer
Die Bedeutung eines einzelnen
Musikers kann durchaus an verschiedenen Punkten festgemacht
werden. Ein Hit in den Charts oder die Komposition eines echten
Klassikers können dabei ebenso den Ausschlag geben wie langjährige
Kontinuität und epochen-übergreifende Präsenz in
der Szene.
Johnny Shines war sicherlich
ein Vertreter letzterer Kategorie - ein Musiker, dessen Wurzeln
uneingeschränkt im Mississippi Delta Blues verankert waren
und der dennoch über weite Strecken an der Weiterentwicklung
des Blues mitwirkte.
Geboren in Frasyer (Frazier), einem Vorort von Memphis, verbrachte
Shines den überwiegenden Teil seiner Kindheit und Jugend in
dieser Gegend. Abstecher ins nahe gelegene Arkansas auf Grund diverser
Familientrennungen und -zusammenführungen waren dabei zumeist
von kurzer Dauer.
Sein erster wichtiger musikalischer Einfluss war Howlin' Wolf, den
er 1932 in Arkansas traf. Begeistert von dessen Intensität
übernahm Shines zu Beginn seiner Karriere den Namen "Little
Wolf", den er gleich lautend auch als Titel aufnahm (Biograph
BCD 121). Der wesentlich tiefgreifendere Einfluss ergab sich jedoch
aus der Bekanntschaft zu Robert Johnson im Jahr 1934/1935 in Helena/Arkansas.
Bei gemeinsamen Touren durch den Süden wie auch nach Chicago,
New York, New Jersey, Texas, Kentucky, Indiana Detroit und Kanada
entwickelte sich zwischen den beiden eine relativ enge Freundschaft,
soweit der unstete Charakter Johnsons dies zuließ. Nach Johnsons
Tod entschied sich Shines schließlich 1941, nach Chicago zu
ziehen. Er ging einem regulären Job nach und spielte am Abend
in den aktuellen Clubs auf der South Side in verschiedenen Besetzungen
und zumeist als Sideman. Die ersten Aufnahmen unter seinem eigenen
Namen wurden während der späten 40er und frühen 50er
Jahre für Columbia, Chess und J.O.B. eingespielt, der größere
Teil davon blieb jedoch zunächst unveröffentlicht. Diejenigen
Aufnahmen, die unmittelbar in den Handel kamen, wurden unter dem
Namen "Shoe Shine Johnny" veröffentlicht. Während
der 50er Jahre war Shines auf unzähligen Recordings und Club-Gigs
als Begleitmusiker zu hören, ohne dabei je persönlich
ins Rampenlicht zu treten. Enttäuscht darüber und auf
Grund von Ärger über nicht entrichtete Tantiemen schwor
Shines letztlich 1958 der Musik ab und veräußerte sein
komplettes Instrumentarium. Der Club-Szene in Chicago und seinen
bisherigen Weggefährten wie Homesick James, Sunnyland Slim
oder Walter Horton blieb er jedoch als Fotograf allabendlich erhalten.
Mike Rowe entdeckte ihn schließlich Mitte der 60er Jahre wieder,
und kein geringerer als Sam Charters verpflichtete ihn sogleich
für neue Aufnahmen. Die Vanguard-Produktion "Chicago:
The Blues Today" führte Shines mit großem Erfolg
zurück ins musikalische Geschäft. Ein neues Projekt von
Willie Dixon, die "Chicago All Stars", band Shines in
der Gesellschaft von Walter Horton, Lee Jackson und eben Willie
Dixon in diese legendäre Formation ein.
Den vollständigen Artikel finden Sie in AKUSTIK GITARRE 1 /
2001
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