WS Fingerstyle 6-07: Der DADGAD-Sound – Teil 4 von Ulli Bögershausen


Um zu einem komplexeren Spiel zu gelangen, müssen wir noch mehr Basstöne einbauen und die Melodien interessanter gestalten, die bisher noch sehr an den Ablauf der Tonleiter gebunden waren. Synkopen tragen dazu bei, Melodien aufzuwerten. Eine Synkope entsteht, wenn ein Melodieton von der betonten Zählzeit eines Taktes (also z.B. der <1>) auf eine unbetonte Zählzeit (z.B. auf die <4+>) vorgezogen wird. Im folgenden Beispiel ist das gut zu erkennen, wenn der erste Melodieton des Laufes in Takt 4 auf die Zählzeit <4+> des dritten Taktes vorgezogen wird (siehe Abb. 1).

Harmonisch betrachtet spielen wir noch eine sehr ähnliche Kadenz wie in der ersten Workshop-Übung. Die Harmonien wandern im Bass auf der tiefsten Saite, der Wechselbass mit der leeren D-Saite ist je nach Stufe mal Oktave, mal Septime, mal Sexte. Vereinfacht ließe sich sagen, im DADGAD-Tuning lässt sich eine Kadenz spielen, indem wir nur mit einem Finger auf der tiefsten Saite spielen und dazu den Wechselbass mit der D-Saite anschlagen.

In der folgenden Übung (Abb. 2) fügen wir nun die drei Elemente Harfenarpeggio, Melodiespiel im Wechselschlag und aufwärts schreitende Bassfigur in anderer Reihenfolge zusammen. Wir beginnen mit einem Thema im Arpeggio. Das für Pickings normalerweise so typische Wechselbassspiel ist aufgehoben. Hierdurch entsteht ein interessanter Groove. Hammerings und Pull-Offs bewirken eine bessere Phrasierung der Melodie.

Viel Spaß beim Nachspielen wünscht

Ulli Bögershausen

... der vollständige Text incl. Noten und Tabs befindet sich in Heft 6/07 ab Seite 112. Aktuelle Ausgabe bestellen...