Unbestritten repräsentiert Paco de Lucia den Stand der Dinge im Flamenco. Es gibt zwar mittlerweile viel gute Flamenco-Spieler wie Gerardo Nuñez, der zur Zeit immense Popularität genießt, auch den im Ruhrgebiet aufgewachsenen Rafael Cortés, welcher mit erstaunlicher Virtuosität zu beeindrucken weiß. Auch Vicente Amigo und Estrella Morente. Doch sie alle sind ohne den virtuosen De Lucia nicht denkbar. Anlässlich seiner aktuellen Tournee, die ihn leider nur in zwei deutsche Städte führt, trafen wir den Meister der Flamenco-Gitarre.
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| Paco De Lucia: "Fühle, was du spielst." |
Als Francisco Sanchez Gomez 1947 in Algeciras, Südspanien geboren, spielt der gerade mal 11-Jährige seine ersten Auftritte. Kaum 14, nimmt er mit seinem Bruder Pepe sein Debütalbum auf und spielt seine erste Tour, ganz der Tradition verpflichtet, im Stil der Meister wie Sabicas. Eine für den jungen Gitarristen prägende Zeit ist die Zusammenarbeit mit dem Sänger Camarón de la Isla in den Siebzigerjahren, mit dem er wichtige Platten aufnimmt. Aus dieser Zeit stammt auch de Lucias populärste Komposition ‚Entre dos Aguas’, die 1973 zum Hit avanciert.
In den Achtzigerjahren beschreitet er neue Wege. Er spielte mit den im Jazz berühmten Gitarristen John McLaughlin und Al di Meola, die zu dieser Zeit als Gitarren-Superstars gelten. Di Meola arbeitet auf ‚Elegant Gypsy’ mit de Lucia bei dem Titel ‚Mediterranean Sundance’ zusammen. Da auch McLaughlin betont, vom Flamenco inspiriert zu sein, spielten die drei wohl technisch perfektesten und schnellsten Gitarristen 1981 das inzwischen legendäre Album ‚Friday Night In San Francisco’ ein. De Lucia betonte stets, dass er die Basis des Flamenco nie verlassen hätte, er hätte vielmehr den Stücken anderer Musiker Flamenco hinzugefügt. Hört man aber, wie er den Flamenco erweitert hat – z.B. auf seinem aktuellen Album – kann man wohl feststellen, dass auch er Impulse aus dieser Zusammenarbeit bekommen haben muss. Schließlich finden auch Akkorde und Linien bei ihm Verwendung , die man im traditionellen Flamenco nicht gespielt hat.
Im Sextett mit seinem Bruder Pepe öffnet er sich stilistisch. Mit Jorge Pardo an der Querflöte und Carles Benavent am E-Bass bezieht er erstmals Instrumente mit ein, die bis dahin im Flamenco noch nicht üblich waren. In Spanien gibt es allerdings neben Verehrern auch viele Traditionalisten, die De Lucias Spiel als Verrat am Flamenco betrachten. In den peñas flamencas (Flamenco Vereinen) gilt Tradition als oberstes (Reinheits-)Gebot. Dennoch hat Paco De Lucia nie mit der Tradition gebrochen. Da er über Jahrzehnte bewiesen hat, die Tradition zu beherrschen und zu schätzen, sollte es auch erlaubt sein, darüber hinaus zu gehen. So spielt er beispielsweise die Gitarre auf Bryan Adams Musik zum Film ‚Die Maske des Zorro’. Er nimmt das spanische Orchesterwerk schlechthin, nämlich Rodriguez ‚Concierto de Aranjuez’ mit Symphonieorchester auf, wobei er es zuvor auswendig lernen muss, da er keine Noten lesen kann.
... der vollständige Text befindet sich in Heft 6/06 ab Seite 50! 
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