Workshop Special: Eva Cassidy 'Fields Of Gold' von Andreas Schulz

'Fields Of Gold' stammt in der Original-Version von Sting und wurde 1993 auf 'Ten Summoner's Tales' veröffentlicht. Es ist ein wunderschöner und
einfacher Song, ursprünglich arrangiert für Gesang, Schlagzeug, Bass, Akustikgitarre und Keyboards. Wir schauen uns hier die Version von Eva Cassidy an, die den Titel auf das Wesentliche reduziert hat und nur mit Gitarre und Gesang vorträgt. Ihre Aufnahme stammt vom Album 'Live At The Blues Alley' von 1996 und wurde auf 'Songbird' aus dem Jahr 1998 wiederveröffentlicht.

Eva Cassidys Version erklingt in F#-Moll, gespielt mit Kapodaster im VII. Bund. Man greift also in H-Moll - und so haben wir es auch notiert. Die Tonart könnt ihr nun passend zum Sänger oder der Sängerin durch Verschieben oder Weglassen des Kapos verändern. Nur das Solo in Abb. 4 ist so notiert, wie es tatsächlich erklingt und auch gespielt werden muss, also ohne Kapo. Daher sind hier die Akkorde auch in der tatsächlich klingenden Tonart aufgezeichnet.

Los geht's mit dem Intro (Abb. 1), das das harmonische Hauptmotiv vorstellt und bereits das grundlegende Zupfmuster benutzt, das als Basis für diese Song-Begleitung dient. Es empfiehlt sich, diese Version von 'Fields Of Gold' mit Daumen, Zeige-, Mittel- und Ringfinger zu spielen. Meist sind ZMR auf den Saiten DGH tätig, der Daumen zupft den Grundton auf A- oder E-Saite. An einigen wenigen Stellen wandert der Ringfinger der Zupfhand kurz zur hohen E-Saite.

Abb. 2 zeigt den Vers, der im Original aus insgesamt sechs mal acht Takten besteht. Wir haben das Ganze aus Notationsgründen verkürzt. Beim letzten Durchgang vor dem Chorus (Abb. 3) gilt Klammer 3 mit einem D/F# als Übergangsakkord. Spieltechnisch ist dieses Arrangement recht einfach, doch bedarf es einer guten Technik beider Hände, um es zum Klingen zu bringen. Auch das Tempo ist nicht unbedingt herausfordernd, doch es gilt, alle Noten lang ausklingen zu lassen und jeden Ton sauber zu artikulieren. Werfen wir einen Blick auf das Akkordmaterial: Wir sind in der Tonart D-Dur, die Hauptakkorde sind D, G und A auf den Stufen I, IV und V. Dabei wird G fast immer als Gadd9 gespielt. Kleinere Variationen sind D/F# und A/C# (lies <D über Fis> bzw. <A über Cis>). Das ist aber funktional nichts Neues, nur die Terz des Akkordes ist in den Bass gewandert. Dazu kommen die Mollakkorde auf den Stufen VI (Hm) und II (Em). Fazit: Harmonisch gibt es keinerlei tonartfremdes Material.

Eva Cassidys Gitarrensolo findet ihr in Abb. 4. Es ist ein gutes Beispiel für maximale Wirkung mit einfachen Mitteln. Zunächst wird das Gesangsthema zitiert, dann entwickelt sich das Solo weiter, wird aber nie zur bloßen gitarristischen Phrasendrescherei. Besonders gelungen ist der Einsatz von so genannten Double-Stops, hier gespielt als Sext- oder Terzintervalle. Viel Spaß mit dieser gelungenen Version von 'Fields Of Gold'.

... der vollständige Text incl. Noten und Tabs befindet sich in Heft 6/05 auf Seite 90. Aktuelle Ausgabe bestellen...

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