Zum Abschluss unserer kleinen Eric-Clapton-Reihe gibt es Material für die
Fingerpicker. Wir beschäftigen uns heute mit der Clapton-Version des alten
Big Bill Broonzy-Klassikers 'Hey Hey', einem flott gespielten
Zwölftakt-Blues in E-Dur, gespielt in Standard-Stimmung. Meister Slowhand
hält sich dabei weitgehend an das Original.
Gleich zu Beginn hören wir ein zweitaktiges Thema. Dieses Riff beherrscht
das ganze Stück. Eingeleitet wird es mit einem Vorschlagston im Bass, der
mit einem langen Glissando verziert wird. Dazu gleiten wir mit dem zweiten
Finger auf der fünften Saite vom zweiten in den siebten Bund. Wir erkennen
diese Verzierung in der Notation an dem klein geschriebenen Ton, in der
Tabulatur an der kleinen vorangestellten Zahl. Die weiteren Basstöne auf der
tiefen E-Saite bilden die Grundlage für die zweistimmige Melodie auf den
hohen Saiten. Die ersten beiden gleichzeitig gespielten Töne dürfen mit
einem leichten Bending verziert werden. Erster und zweiter Finger drücken
dabei die Saiten etwas in Richtung der tieferen Saiten, damit eine kleine
Verstimmung nach oben entsteht. Das Riff wird rhythmisch noch prägnanter,
wenn wir die gegriffenen Töne auf der ersten Saite durch schnelles Anheben
der Greiffinger kurz abdämpfen. Beim Übergang zu Takt 4 machen wir zur
Verzierung des Basstones einen Abwärts-Slide.
In den Schlusstakten wird der gleichmäßige Bass unterbrochen. In Takt 9
benutzen wir einen kleinen Barré-Griff im vierten Bund und spielen einen 'Mogel-Basston', da wir als Grundton keine leere Saite zur Verfügung haben.
Dieser Griff wird schon vorher in Takt 8 vorbereitet. Hier müssen wir mit
dem Barré-Finger auf der Zählzeit <4> einen Vorschlags-Slide vom zweiten in
den vierten Bund ausführen. Der Turnaround in den beiden letzten Takten
endet wie in vielen klassischen Blues-Stücken nicht auf der Dominante B7,
sondern bleibt auf der Tonika. In Abb. 1 sehen wir den kompletten
Instrumentalteil von 'Hey Hey'.
Die Strophen werden etwas anders gestaltet. Hier würde das Riff nicht zur
Melodie passen. Clapton spielt deshalb in den E-Dur-Takten eine reine
Akkordbegleitung (Abb. 2). Die Akkorde erzeugen wir mit Aufschlägen des
Zeigefingers. Auch die A-Dur-Takte werden auf das Wesentliche reduziert
(Abb. 3). Takt 9 wird rhythmisch analog zu diesem Takt gespielt. Der
Turnaround der Strophe entspricht dem Instrumentalteil.
... der vollständige Text incl. Noten und
Tabs befindet sich in Heft 6/05 auf Seite 93. 
Track 16-18 der Akustik Gitarre Begleit-CD  |