Workshop Acoustic Blues: Big Bill Broonzy/Eric Clapton - Hey Hey von Norbert Roschauer

Zum Abschluss unserer kleinen Eric-Clapton-Reihe gibt es Material für die Fingerpicker. Wir beschäftigen uns heute mit der Clapton-Version des alten Big Bill Broonzy-Klassikers 'Hey Hey', einem flott gespielten Zwölftakt-Blues in E-Dur, gespielt in Standard-Stimmung. Meister Slowhand hält sich dabei weitgehend an das Original. Gleich zu Beginn hören wir ein zweitaktiges Thema. Dieses Riff beherrscht das ganze Stück. Eingeleitet wird es mit einem Vorschlagston im Bass, der mit einem langen Glissando verziert wird. Dazu gleiten wir mit dem zweiten Finger auf der fünften Saite vom zweiten in den siebten Bund. Wir erkennen diese Verzierung in der Notation an dem klein geschriebenen Ton, in der Tabulatur an der kleinen vorangestellten Zahl. Die weiteren Basstöne auf der tiefen E-Saite bilden die Grundlage für die zweistimmige Melodie auf den hohen Saiten. Die ersten beiden gleichzeitig gespielten Töne dürfen mit einem leichten Bending verziert werden. Erster und zweiter Finger drücken dabei die Saiten etwas in Richtung der tieferen Saiten, damit eine kleine Verstimmung nach oben entsteht. Das Riff wird rhythmisch noch prägnanter, wenn wir die gegriffenen Töne auf der ersten Saite durch schnelles Anheben der Greiffinger kurz abdämpfen. Beim Übergang zu Takt 4 machen wir zur Verzierung des Basstones einen Abwärts-Slide. In den Schlusstakten wird der gleichmäßige Bass unterbrochen. In Takt 9 benutzen wir einen kleinen Barré-Griff im vierten Bund und spielen einen 'Mogel-Basston', da wir als Grundton keine leere Saite zur Verfügung haben. Dieser Griff wird schon vorher in Takt 8 vorbereitet. Hier müssen wir mit dem Barré-Finger auf der Zählzeit <4> einen Vorschlags-Slide vom zweiten in den vierten Bund ausführen. Der Turnaround in den beiden letzten Takten endet wie in vielen klassischen Blues-Stücken nicht auf der Dominante B7, sondern bleibt auf der Tonika. In Abb. 1 sehen wir den kompletten Instrumentalteil von 'Hey Hey'.
Die Strophen werden etwas anders gestaltet. Hier würde das Riff nicht zur Melodie passen. Clapton spielt deshalb in den E-Dur-Takten eine reine Akkordbegleitung (Abb. 2). Die Akkorde erzeugen wir mit Aufschlägen des Zeigefingers. Auch die A-Dur-Takte werden auf das Wesentliche reduziert (Abb. 3). Takt 9 wird rhythmisch analog zu diesem Takt gespielt. Der Turnaround der Strophe entspricht dem Instrumentalteil.

... der vollständige Text incl. Noten und Tabs befindet sich in Heft 6/05 auf Seite 93. Aktuelle Ausgabe bestellen...

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