Takamine Twelvestrings EAN40C12 und EG523SC12 von Andreas Schulz

Die Zwölfsaitige sei der liebste Feind des Gitarristen, heißt es. Höchste Zeit, dieses Vorurteil zu entkräften. Natürlich ist es immer noch ein Unterschied, ob man sechs oder zwölf Drähte unter den Fingern hat. Doch die Bespielbarkeit moderner Twelvestrings lässt nichts mehr zu wünschen übrig.

Wieso überhaupt jemand eine Zwölfsaitige braucht? Wo es doch schon schwer genug ist, sechs Saiten unter Kontrolle zu bringen. Doch gerade als Zweitinstrument macht diese viel-saitige Steelstring-Version Sinn. Wer schon einmal im flirrenden und orchestralen Klang einer guten Twelvestring gebadet hat, wird sicher erste Sympathien empfinden. Dann als Inspiration noch ein wenig Ralph Towner hören, den vielleicht am weitesten entwickelten Solo-Zwölfsaiter � und schon bekommt man Lust, ähnlich klanggewaltig zu spielen und Kaskaden von Flageoletts auf die Reise zu schicken. Doch auch im Gitarrenduo ist die Zwölfsaitige eine gern gehörte Abwechslung, die sich mit praktisch allen Saiteninstrumenten gut verträgt und vor allem als Begleitinstrument für eine tragfähige Klangbasis sorgt. Nach diesem Plädoyer schauen wir uns die beiden Takamines genauer an.

Takamine
Takamine Twelvestrings EAN40C12 und EG523SC12

EG523SC12
Die EG523SC12 gehört zur G-Serie von Takamine und wird in Korea gebaut. Basis ist ein Jumbo-Korpus mit rundem Cutaway. Die Gitarre ist mit ihrer massiven Sitka-Fichtendecke und dem Korpus aus geflammtem Ahorn eine echte Blondine, eine aparte, helle Erscheinung mit gepflegtem Äußeren. Qualität und Optik der Hölzer sind hochwertig, ebenso die Verarbeitung und Lackierung. Das gesamte Instrument einschließlich Halsrückseite ist hochglänzend lackiert. Die Korpuseinfassung besteht aus elfenbeinfarbenem Kunststoff, der Hals ist schwarz eingefasst. Weitere Verzierungen sind ein Abalone-Ring ums Schallloch und ebensolche rechteckige Griffbretteinlagen.
Griffbrett, Kopfplattenfurnier und Steg bestehen aus Palisander. Passenderweise besteht der Hals aus Ahorn. Er ist dreiteilig aufgebaut, Halsfuß und Kopfplatte sind angesetzt, der Übergang liegt etwa in Höhe des zweiten Bundes. Der Hals ist nicht übermäßig breit und entspricht rückseitig einem abgeflachten D; am Sattel beträgt die Breite etwa 50 mm, der Abstand der beiden äußeren E-Saiten etwa 45 mm, die Halsbreite am 12. Bund liegt bei 60 mm. Mit diesen Maßen kann man wirklich klar kommen, zumal auch die Saitenführung an Sattel und Steg perfekt ist. Auffallend sind die beiden deutlich schräg stehenden Einlagen für die Saitenkombis EADG und HE. Fast hätten wir das Schlagbrett vergessen! Für die gute Stimmung sind vernickelte Mechaniken zuständig. Die fast unvermeidliche Kopflastigkeit fällt bei der EG523SC12 dezent aus und ist leicht beherrschbar.



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