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Jimi Hendrix? Moment mal, hat der auch akustisch gespielt?
Hat er, doch dies ist nicht das Thema unseres diesmaligen Workshops. Vielmehr
geht es um eines der berühmtesten Beispiele für seine Auffassung
der „orchestralen Gitarre“. Der Versuch, die Gitarre wie ein
ganzes Ensemble klingen zu lassen, ist für viele Akustikgitarristen
Alltag. Ambitioniertes Fingerstyle-Spiel macht durch seine geschickte
Stimmführung und Funktionstrennung von Bass, Melodie und Mittelstimme
genau das. Für Plektrumspieler ist dies schon schwieriger. Hier muss
man mit vielschichtigem Spiel, lange ausklingenden Noten und einer engen
Verzahnung von Grundtönen und Fills die Illusion erschaffen, dass
alle Stimmen gleichzeitig klingen und unabhängig geführt werden.
Das Intro von „Little Wing“ ist dafür ein gutes Beispiel.
Unsere Bearbeitung bezieht sich auf die Originalversion, enthalten auf
„Axis Bold As Love“, veröffentlicht am 10. Januar 1968.
Hendrix´ orchestrales Gitarrenspiel eignet sich hervorragend für
eine Adaption für akustische Gitarre. Allerdings wird man diesen
Song mit Plektrum spielen müssen, damit das Spielgefühl und
die Feinheiten von Artikulation und Timing stimmen.
Dargestellt sind 11 Takte des Intros mit den Harmonien
des Songs:
|| Em | G | Am | Em | Bm Bb | Am C | G F | 2/4 C | 4/4 D | D ||
Das Original klingt in Eb-Moll – Hendrix´ Strat war meist
um einen Halbton tiefer gestimmt. Wichtig für den passenden Klang
ist die Artikulation mit unzähligen Slides, Hammerings und Pull-Offs,
außerdem müssen viele Akkordteile länger ausklingen als
notiert. Meine Empfehlung: unbedingt Takt für Takt üben und
ganz langsam zum Originaltempo vortasten. Außerdem die Originalaufnahme
vom Meister selbst zu Rate ziehen. Auf unserer CD hört ihr eine akustische
Einspielung, außerdem jeden Takt in Zeitlupe für die genaue
Analyse.
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