Workshop Special: Jimi Hendrix - „Little Wing“ von Andreas Schulz (Transkription: Gregor Hilden)


Jimi Hendrix? Moment mal, hat der auch akustisch gespielt? Hat er, doch dies ist nicht das Thema unseres diesmaligen Workshops. Vielmehr geht es um eines der berühmtesten Beispiele für seine Auffassung der „orchestralen Gitarre“. Der Versuch, die Gitarre wie ein ganzes Ensemble klingen zu lassen, ist für viele Akustikgitarristen Alltag. Ambitioniertes Fingerstyle-Spiel macht durch seine geschickte Stimmführung und Funktionstrennung von Bass, Melodie und Mittelstimme genau das. Für Plektrumspieler ist dies schon schwieriger. Hier muss man mit vielschichtigem Spiel, lange ausklingenden Noten und einer engen Verzahnung von Grundtönen und Fills die Illusion erschaffen, dass alle Stimmen gleichzeitig klingen und unabhängig geführt werden. Das Intro von „Little Wing“ ist dafür ein gutes Beispiel. Unsere Bearbeitung bezieht sich auf die Originalversion, enthalten auf „Axis Bold As Love“, veröffentlicht am 10. Januar 1968. Hendrix´ orchestrales Gitarrenspiel eignet sich hervorragend für eine Adaption für akustische Gitarre. Allerdings wird man diesen Song mit Plektrum spielen müssen, damit das Spielgefühl und die Feinheiten von Artikulation und Timing stimmen.

Dargestellt sind 11 Takte des Intros mit den Harmonien des Songs:

|| Em | G | Am | Em | Bm Bb | Am C | G F | 2/4 C | 4/4 D | D ||

Das Original klingt in Eb-Moll – Hendrix´ Strat war meist um einen Halbton tiefer gestimmt. Wichtig für den passenden Klang ist die Artikulation mit unzähligen Slides, Hammerings und Pull-Offs, außerdem müssen viele Akkordteile länger ausklingen als notiert. Meine Empfehlung: unbedingt Takt für Takt üben und ganz langsam zum Originaltempo vortasten. Außerdem die Originalaufnahme vom Meister selbst zu Rate ziehen. Auf unserer CD hört ihr eine akustische Einspielung, außerdem jeden Takt in Zeitlupe für die genaue Analyse.