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Der vietnamesische Hersteller Ayers bietet auch oder gerade im unteren
Preissegment Gitarren mit einem beachtlichen Preis-/Leistungsverhältnis.
Das sollte jedoch nicht nur den beginnenden Spieler interessieren, denn
Instrumente wie die DS Steelstring sind nicht nur günstig zu haben
und vollständig aus massiven Hölzern gefertigt - viel wichtiger
noch: sie tönen gut.
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| Harmonisches Klangverhalten: Ayers „DS“ |
Kopf von Ayers ist der Chinese Cheng Fa Huang
aus Taiwan und der war gut beraten, als er für die Modellentwicklung
und Fertigungsoptimierung seiner Gitarrenproduktion den erfahrenen australischen
Luthier Gerard Gilet ins Boot holte. Der gab also den Kurs vor, aber den
Rest, den erledigen die Vietnamesen aus Bien Hoa bei Ho Chi Minh Stadt
seitdem dank historisch gewachsener Erfahrungen mit dem Gitarrenbau während
der langen französischen Besatzungszeit, sowie ihrer enormen handwerklichen
Fähigkeiten ganz allein.
Konstruktion
Wie erwartet, so steht das D der Ayers DS natürlich für Dreadnought,
jenem beliebten Gitarren-Design also, das immer noch zuallererst mit einer
„Westerngitarre“ assoziiert wird. Die ganze äußere
Erscheinung ist von der Reduktion auf das Wesentliche geprägt und
das ist bei Gitarren bekanntlich immer noch das Holz. Der Korpus besteht
aus massivem Mahagoni, dessen aus zwei Teilen schlicht, aber spiegelgleich
gefügter und gut gewölbter Boden ganz ohne Bindings auf die
Zargen trifft. Auch die Decke aus zweigeteilter, leicht „haselig“
gezeichneter Sitka-Fichte von guter Qualität und feiner Maserung
ist ohne Randstreifen direkt auf die Zargenränder gesetzt. Decke
wie Boden zeigen aber eine schöne Verrundung der Kanten, was neben
der rundum warm-weichen Lackierung für ein sehr angenehmes Gefühl
sorgt, sobald man die Gitarre in die Hand nimmt. Um das allgemeine Erscheinungsbild
nicht zu spartanisch ausfallen zu lassen gab man dem Schallloch doch noch
einige Ringeinlagen zu. Dem von Hand angenehm rundlich profilierten Mahagonihals
wurde wie üblich die obere Kopfplatte, als auch der untere Halsstock
angesetzt. Das Griffbrett aus Palisander trägt 20 akkurat bearbeitete
mittelstarke Bünde in seinem leichten Radius und ein gedoppeltes
A aus Abalone als Einlage im 12. Bund (also doch noch etwas Zierrat).
Kleine Dots auf der Sichtkante sorgen für eine sichere Lagenfindung.
Der Kopf ist mit einem kräftigen Furnier aus schön gezeichnetem
Palisander belegt – soviel schlichte Eleganz darf sein – und
mit dem handgesägten Ayres-Logo aus Perlmutt versehen. Die Saiten
werden leicht gespreizt über den Sattel aus Knochen zu großen
gekapselten Mechaniken geführt. Die laufen butterweich und sorgen
für eine leichte Stimmbarkeit des Instruments. Übrigens sind
alle Hälse bei Ayers-Gitarren aufgeschraubt, eine Methode die heute
gang und gäbe ist (Taylor) und kaum Nachteile für die Klangeigenschaften,
aber Vorteile für den Service bietet. Der Steg aus Palisander trägt
eine kräftige Knocheneinlage, die einen differenzierten Schliff aufweist,
also für eine Kompensation der unterschiedlich starken Saiten im
Verhältnis zu ihrer leicht differierenden Mensur sorgt. Der obligatorische
Blick durch das Schallloch zeigt durchweg saubere Arbeit, wie auch dem
gesamten Instrument akkurate Fertigung bescheinigt werden muss.
Spiel- und Klangeigenschaften
Der Grundklang der Ayers DS ist gekennzeichnet durch ein angenehm warmes
Timbre, das sich rund um die zentralen Mitten ausbreitet. Dazu gesellt
sich eine transparente, dabei harmonisch bestens interagierende Stimmlichkeit
mit sonnigen Höhen und kompakt geschlossenem Erscheinungsbild im
Akkord. Das zusammen lässt schon auf Anhieb keinen Zweifel an der
guten Substanz der Gitarre aufkommen. Der Ton entfaltet seine Kraft schnell
und präzise, lässt fast vergessen, dass er von Mahagoni reflektiert
wird. Dieses eher weiche Holz sorgt allerdings bei aller Frische und Präzision
doch auch für jenen Schuss Wärme, die das Klangbild angenehm
rundet und sich über die Korpusvibrationen auch auf direktem Wege
dem Spieler mitteilt. Offen klingt der Akkord aus dem Schalloch hinaus,
stellt im Abklang schöne Farben aus dem leichtfüßig einschwingenden
Obertonangebot heraus. Der Bass zeigt eine insgesamt sehr gut dosierte
Artikulation, was dem allgemeinen Klangbild eine durchaus bemerkenswerte
Geschlossenheit verschafft. Dabei agieren die tiefen Saiten fraglos souverän,
geben ausreichendes Fundament, ohne aber dominieren zu wollen und verfügen
über eine gute Kontur, die einzelne Noten präzise abbildet.
In Hinsicht auf das solistische Melodiespiel sind wohl kleine Abstriche
zu machen, da die Tonlänge in den höheren Lagen etwas nachlässt
und die tief gehaltene Saitenlage bei kräftigem Anschlag Nebengeräusche
provoziert.
... der vollständige Text befindet sich
in Heft 6/04 ab Seite 60! 
Technische Details
Hersteller Ayers
Herkunft Vietnam
Typ Dreadnought Steelstring
Modell DS
Mensur 645 mm
Decke Sitka-Fichte, massiv
Boden und Zargen Mahagoni, massiv
Hals Mahagoni
Griffbrett Palisander
Anzahl der Bünde 20
Hals-Korpus-Übergang 14. Bund
Halsbreite Sattel 43,2 mm
Halsbreite 12. Bund 54,0 mm
Steg Palisander
Sattel und Stegeinlage Knochen
Finish rundum matt lackiert
Mechaniken großer gekapselter Typ
Preis ca. € 699,- inkl. Softcase
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