Wer die beiden ersten DADGAD-Workshops durchgearbeitet hat, besitzt das nötige Rüstzeug, um ein kleines Repertoire-Stück zu spielen. Es steht in D-dorisch-Moll, hat also keine Vorzeichen. Man könnte auch sagen, wir benutzen den Tonvorrat von C-Dur über dem Grundton D.
Die Halbtonschritte der zugrunde liegenden Skala d-e-f-g-a-h-c-d liegen zwischen dem 2. und 3. bzw. 6. und 7. Ton. Im Gegensatz dazu liegen die Halbtonschritte einer natürlichen Molltonleiter zwischen dem 2. und 3. bzw. 5. und 6. Ton. Der Unterschied scheint winzig zu sein - dennoch gibt er der dorischen Tonleiter eine andere Ausstrahlung. So als wolle sie ein wenig von der Traurigkeit der Mollklangfarbe wieder aufheben. Diese Tonleiter ist häufig in der irischen und schottischen Musik anzutreffen.
Wenn ihr euch meine Version auf der Begleit-CD anhört, werdet ihr den perkussiven Klang des Basstones bemerken. Ich erziele diesen Effekt, indem ich die Kante der rechten Hand ganz sanft auf den Steg lege. Auf dem Daumen der rechten Hand trage ich einen Daumenring (Daumenpick), mit dem ich die Basssaiten anschlage. So kann ich gleichzeitig abdämpfen und anschlagen.
Viel Spaß und Erfolg mit unserem ersten DADGAD-Spielstück.
Ulli Bögershausen
... der vollständige Text incl. Noten und Tabs befindet sich in Heft 5/07 auf Seite 99. 
Track 17 der Akustik Gitarre Begleit-CD 
|