Er veröffentlicht Alben in einem Tempo, dass Fans und Kritiker kaum mit dem Zählen hinterher kommen, arbeitet mit Lucinda Williams, Emmylou Harris, Rufus Wainwright und gilt als heißester Anwärter auf den Erbschein von Neil Young, Bob Dylan und Bruce Springsteen.
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| Joscho Stephan: Immer was los auf der Gitarre |
„Die weiße Hoffnung“ titelt 2002 der Musikexpress und schwärmt vom neuen Songwriter-Messias aus North Carolina. Egal ob Rolling Stone oder Spiegel: Alle singen Adams´ Lobeslied. Sicher, der kleine Mann ist ein großer Musiker. Er besitzt Charakter, Charme und Charisma. Charakter, weil er sich nicht verbiegen lässt, unbeirrbar seinen Visionen folgt. Charme, weil er tatsächlich eine unschlagbare Ausstrahlung besitzt und mindestens so cool ist wie eine ausgewaschene Jeans. Und Charisma, weil Persönlichkeit und Herzblut in seinen Songs stecken und er mit großer Aufrichtigkeit anzurühren versteht.
VON WHISKEYTOWN ZUM GOLDJUNGEN
Adams, geboren am 5. November 1974, wächst in Jacksonville, North Carolina, auf. Seine Eltern lassen sich scheiden als er neun Jahre ist. Er verbringt seine Jugend bei seiner Großmutter, die er liebevoll „Geema Dedmond“ nennt. Er lernt Gitarre spielen, verschlingt Henry Miller und Jack Kerouac, schreibt Texte auf der Schreibmaschine. Er hört Country-Music wie Hank Williams, Willie Nelson und Loretta Lynn ebenso wie Krawallmacher – Metallica, Black Flag, MC5.
1993 gründet Adams mit Schlagzeuger Eric Gilmour die Alternative-Country-Band Whiskeytown. Man bekommt nach einem halben Jahr einen Plattendeal, nimmt aber erst drei Jahre später das Debüt ‚Faithless Street’ auf. Whiskeytown entwickelt sich zum begehrten Live-Act, doch Adams kommt mit der Popularität nicht zurecht, leidet an Lampenfieber und verschanzt sich hinter Alkohol, gespielter Gleichgültigkeit und zynischer Patzigkeit. Adams schreibt alle Songs. Ihm ist früh klar, dass er diese Band verlassen wird. Zum dritten Album ist die Zeit geprägt von Streit, der Split angebracht und notwendig. Als Adams fürs Abschiedswerk ‚Pneumonia’ im Studio steht, hat er sein Solodebüt ‚Heartbraker’ schon fertig – eine persönliche, intime und melancholische Platte, die vom Ende seiner Beziehung mit Schauspielerin Carie Hamilton geprägt ist.
Adams, der Skateboard-Fahren ebenso liebt wie unkonventionelle T-Shirts, beschließt mit dem Umzug nach Nashville einen Neuanfang. Mit der Gründung seiner Band Pinkhearts fließen ihm neue Nummern nur so aus der Feder. Doch es sind sparsame, traurige Lieder, die er unter den Arbeitstiel ‚The Suicide Handbook’ stellt. Seine Plattenfirma empfiehlt kopfschüttelnd, er solle mal etwas Optimistisches, Unerwartetes machen. Adams nimmt neue Songs auf, die klingen als habe er eine Jukebox mit Siebzigerjahre-Hits verschluckt. ‚Gold’ heißt das Werk überschwänglich. Das Cover zeigt Adams Hinterteil in Jeans vor der US-Flagge – keine zufällige Nähe zur berühmten Hausnummer in New Jersey. Das Album verkauft sich 600.000 mal. Und plötzlich ist alles anders. Der Jeans & Sneakers-Typ wird vom Underdog zum Retter der Rock-Musik hochgejubelt. „Bin ich sicherlich nicht“, erwidert Adams die Komplimentattacke. „Wenn die Rock-Musik überhaupt gerettet werden muss, dann von Bands wie den Strokes.“
... der vollständige Text befindet sich in Heft 5/07 ab Seite 46!  |