Könige wurden schon immer glorifiziert, zu Recht oder zu Unrecht, egal, ob sie sich die Gunst verdient hatten oder nicht. Die Krone kann man bekanntlich in die Wiege gelegt bekommen oder - und dies scheint die heldenhaftere Variante zu sein - sich tapfer erkämpfen. Ein Visionär muss man dazu allerdings sein. Vielleicht genügt es aber auch, ein Träumer zu sein. Ein Träumer, der - mit einer gewissen Beharrlichkeit ausgestattet - seinen Traum zur Realität werden lässt.
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| Elvis Presley |
Bereits vor dem Krieg entwickelt sich Memphis zum Sammelbecken unzähliger Blues-Musiker aus dem Mississippi Delta, die aus ihren ländlichen Juke Joints in die Clubs der legendären Beale Street drängen. Hier findet man sich am Puls der Zeit, kann sich profilieren, auf einen kleinen Deal mit einem Produzenten hoffen oder sich weiter in Richtung Norden, nach Chicago durchschlagen. Die Weißen pflegen ihren eigenen Musikmarkt, der sich auch nach dem Krieg noch strikt vom schwarzen Race-Market abgrenzt. Elvis Presley kommt trotz aller Armut in den Genuss vielfältiger musikalischer Einflüsse: Gospel in der First Assembly Church, von den Eltern als sündhaft verurteilter Blues seines lokalen Umfeldes und natürlich populäre Country- und Hillbilly Music.
Durch den Tod des Zwillingsbruders erfährt Elvis zeitlebens die besondere Wertschätzung und Liebe seiner Mutter Gladys, ein charakterbildender Umstand, der seinen Einfluss in allen Lebensphasen behält. Vater Vernon ist einfacher Arbeiter, der die Familie mit Mühe über Wasser hält. Nach dem Umzug bewohnen die Presleys eine Sozialwohnung in den Lauderdale Courts. Elvis besucht die Humes High School wie viele andere. Ungeachtet drohender Ausgrenzung zeigt sich der junge Presley als eigenwilliger Individualist. Er kleidet sich auffällig, trägt sein langes, gegeltes Haar penibel nach hinten gelegt und bringt gelegentlich seine Gitarre mit in die Schule, verschließt sie in seinem Spind und singt für die, die ihn hören wollen. In seiner Freizeit treibt er sich oft in der Stadt herum, besucht Charlies Plattenladen in der Main Street oder schaut sich im Schaufenster von Mr. Lanskys Bekleidungsgeschäft die neuesten Klamotten an. Hollywood zieht die Teenager ins Kino. Auch Elvis ist dort mit seiner Freundin Dixie Locke anzutreffen und beginnt schließlich, als Platzanweiser zu jobben.
... der vollständige Text befindet sich in Heft 5/06 ab Seite 46! 
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