Workshop improvisiert: Akkordzerlegungen Teil 2 von Franz Holtmann

Die Übungen in der letzten Ausgabe kamen wegen ihres hohen Praxiswertes gut an, deshalb gibt es hier eine Fortsetzung des Trainings für Akkordzerlegungen mit dem Plektrum (was die Ausführung im Fingerpicking-Stil keineswegs ausschließt). Für die erste Zerlegung nutzen wir, abgesehen von der vorletzten Note, nur die oberen vier Saiten. Das D-Moll-Klangbild als Ausgangspunkt wird erst durch die Bassführung etabliert, F-Dur und C-Dur (ohne Grundton) kommen als Durchgangsakkorde ins Spiel. Oben erklingt durchgehend die leere E-Saite als None, beziehungsweise maj7 (F) und Terz (C). Der dritte Finger hält das D auf der B-Saite, der zweite Finger wechselt bei C-Dur im gleichen Bund vom A (G-Saite) auf das E (D-Saite). Alle Achtel sollten in locker schwingender Handführung abwärts angeschlagen werden, damit die Aufschläge quasi im Fluss der Bewegung die ergänzten Sechzehntel mitnehmen können (Abb. 1).

Als zweites Beispiel dient uns der Wechsel zwischen E-Moll und A-Moll in der IV./V. Lage unter Einbezug der leeren B-Saite. Die wechselnde Einführung der großen Sext gibt ein interessantes Klangbild. Ein gleichmäßiger Wechselschlag ist empfohlen, um den rhythmischen Ablauf zu unterstützen, doch bei langsamer Ausführung ist immer auch ein anderer Weg möglich. Achtet auf die Veränderung von Takt drei zu Takt vier und übt die Abläufe der einzelnen Takte vor, bis es sich locker anfühlt (Abb. 2).

Das Wechselspiel zwischen einem Em7/9-Akkord und dem lydischen Klang eines um die übermäßige Quarte F# erweiterten C-Dur Akkordes geben den Hintergrund für die nächste Übung. Anschlagsempfehlung für die zweite Takthälfte ist der Wechselschlag; die erste Takthälfte sollte nach Klangempfinden gestaltet werden, da beginnend mit einem Abschlag der zweistimmige Akkord mit dem Aufschlag endet, was nicht unbedingt empfehlenswert ist. Hier lohnt es sich, verschiedene Abläufe zu erkunden (Abb. 3).

Das letzte Beispiel (Abb. 4) nutzt die bereits bekannte Akkordverbindung zu einem ruhigen Klangteppich, der sich als Improvisationsgrundlage bestens eignet. Hier kommen durchgehende Abschläge oder Wechselschlag in Frage. Es lohnt sich, mit verschiedenen Anschlägen zu experimentieren; das kommt der Differenzierung der Klangfarben und der Flexibilität der rechten Hand zugute.


... der vollständige Text incl. Noten und Tabs befindet sich in Heft 5/05 auf Seite 89. Aktuelle Ausgabe bestellen...

Track 23-26 der Akustik Gitarre Begleit-CD Aktuelle Ausgabe bestellen...