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Wenn irgendwo eine Folk-CD mit Studiomusikern produziert wird, ist mit
großer Wahrscheinlichkeit einer dabei, der ein unglaublich großes
Instrumentarium hervorragend beherrscht. Als „special guest“
hat Jens Kommnick eher im Verborgenen eine Karriere gemacht, wobei fast
übersehen wird, dass er als Fingerstyle-Gitarrist den internationalen
Vergleich nicht zu scheuen braucht.
Du bist nur unter anderem Gitarrist - Multiinstrumentalist
wäre wohl eher zutreffend.
Jens Kommnick: Ja, das stimmt. Außer
der Gitarre spiele ich weitere Saiteninstrumente wie Bouzouki, Mandoline,
Mandola aus der Zupfabteilung. In letzter Zeit spiele ich sehr viel Cello
neben Geige, Bratsche und Bass. An Blasinstrumenten spiele ich vorwiegend
irische, also die Tin Whistle und die etwas größere Low Whistle
und auch den irischen Dudelsack, die Uilleann Pipes.
Mir ist auch die irische Harfe wichtig. Und Keyboards
aller Art - Orgel, Klavier... An der Universität Köln habe ich
einen Studiengang Musik absolviert, Schulmusik für behinderte Kinder
und Jugendliche, also Sonderpädagogik. Meine Hauptfachinstrumente
waren Gitarre und Orgel.
Seit wann bist du Profi?
Jens Kommnick: Meine
ersten Konzerte habe ich mit 15, 16 gegeben. Ich bin jetzt 37, das ist
also gut 20 Jahre her. Das hat angefangen mit Sologitarre, inspiriert
von Gitarristen wie Leo Kottke, Werner Lämmerhirt… Ich lernte
das autodidaktisch, habe mir das von den Platten abgehört. Nach und
nach kamen dann eigene Sachen dazu.
Bei deinem Studium musstest du aber so richtig
akademisch Gitarre spielen?
Jens Kommnick: Ja -
das lief parallel und war ganz spannend. Nachdem ich, wie gesagt, als
Autodidakt gespielt hatte, habe ich auf den Rat meiner Mutter –
der ich dafür immer noch dankbar bin - zwei Jahre lang Klassik-Unterricht
in Bremerhaven; ich bin dort in der Nähe groß geworden. Der
Lehrer fühlte sich sehr zur Klassik hingezogen, war aber selber Autodidakt
und eigentlich Jazz-Musiker.
So bist du also nicht durch den klassischen
Unterricht „verdorben“ worden...
Jens Kommnick: Genau! [lacht]. Trotzdem, ich
habe mich mit spanischer, aber auch mit sehr viel Barockmusik beschäftigt
- Bach, Lautensuiten - und mit der Renaissance, Dowland und so weiter.
Das habe ich sehr, sehr lieben gelernt. Darauf konnte ich mich während
des Studiums beziehen. Das war klassische Gitarre pur, mit Nylon-Saiten.
Und gleichzeitig spielte ich auch immer meine anderen Sachen. Leute, die
mich ein bisschen besser kennen, hören bei mir immer das im weitesten
Sinn traditionelle keltische Element heraus, aber eben auch klassische
Wendungen und Jazz. In Köln lernte ich eine Menge Jazz-Musiker kennen.
Von daher waren die beiden Gitarren kein Gegensatz. Von der reinen Spieltechnik
her... Aus der Beschäftigung mit der klassischen Gitarre habe ich
viel gelernt, was ökonomische Handhaltung angeht, etwa dass man mit
weniger Kraft mehr herausholen kann. Und das kann ich natürlich sofort
auf meine Musik übertragen, kann mich viel entspannter meiner Musik
widmen, ohne mit einem schmerzenden Handgelenk kämpfen zu müssen.
Das habe ich eben in der „klassischen Abteilung“ gelernt.
Welchen Stellenwert nimmt denn in deinem
Instrumentarium die Gitarre ein?
Jens Kommnick: Das
ist schwierig... Also, wenn ich mich für ein einziges Instrument
entscheiden müsste, würde ich sofort „Gitarre!“
sagen.
Woher kommt deine keltische Ader?
Jens Kommnick: Das
kam eher privat. Mit meiner Fingerpicking-, Fingerstyle-Gitarre hatte
ich ja auch die damaligen Liedermacher gehört, Hannes Wader und so
- damit stehe ich wohl kaum alleine [lacht]. Ich hatte einen Freund, der
Lieder schrieb, und für ihn habe ich die Solopartien gespielt. Bei
diesem Peter Stiller tauchte auf einer Fete ein Ire auf, der sang ein
ganz filigranes Lied, nicht so „Dubliner-like“, was mich sehr
bewegt hat. Das war eine ganz andere Art von akustischer Musik. Der gab
mir den Tipp, mir doch mal die Gruppe „Planxty“ anzuhören.
Das war für mich wie eine Offenbarung, öffnete mir ganz neue
Türen.
Das brachte dich dann auch zu dem großen
Instrumentarium?
Jens Kommnick: Irgendwie
schon. Das hat sich mehr zufällig ergeben. Ich bin in eine Folkgruppe
hineingerutscht, wo auch Waldzither und Five-String-Banjo gespielt wurden
- das habe ich bei meiner Aufzählung vergessen. Dabei kam es mir
zu Gute, dass ich auf der Gitarre sehr viel mit offenen Stimmungen spielte.
Bei diesen anderen Instrumenten gibt es immer wieder Parallelen zu bestimmten
Gitarren-Stimmungen, wodurch ich mich relativ komfortabel zurechtfinden
konnte. Mich faszinieren die verschiedenen Klänge, sofern sie denn
akustisch sind, da bin ich schon konsequent. Es ist mir sehr wichtig,
dass der Klang natürlich bleibt.
... der vollständige Text befindet sich
in Heft 5/04 ab Seite 46! 
www.jenskommnick.de
Diskografie
1992 Celtic Road: Changing Winds (Eigenverlag)
1993 Taters&Pie: no more putting off (green fingers music)
1994 Helmut Debus: Afsiet vun Tiet (Eigenverlag)
1995 Garifin: Bathing Dangerous (Liekedeeler Musikproduktion)
1995 Lila Lindwurm: Kunterbunt (Lila Lindwurm Schallaufnahmen & Verlag)
1995 Flap: Away from Home (Airborne Music)
1995 Lila Lindwurm: Tierisch & Wackelpetra (Lila Lindwurm Schallaufnahmen
& Verlag)
1996 A Celtic Heartbeat Christmas (celtic heartbeat)
1996 Birgit June: Listen to the Wind (Eigenverlag)
1997 Garifin: Deep in the Country (Liekedeeler Musikproduktion)
1997 Lila Lindwurm: Monsterquatsch und Wackelzähne (Lila Lindwurm
Schallaufnahmen & Verlag)
1998 Peter Kerlin: A New Day Dawing (S.T.I.R. Music)
1998 Lila Lindwurm: Zirkus Bienenstich (Lila Lindwurm Schallaufnahmen
& Verlag)
1999 Lecker Sachen: im tal der infrarotlurche (jig it records)
1999 Lila Lindwurm: Die Krachmacher (Lila Lindwurm Schallaufnahmen &
Verlag)
2000 Brian McNamara: A Piper's Dream (Drumlin Records)
2000 Ansgar Dälken: Madeleine (acoustic music records)
2000 Stories & Sessions (Liekedeeler Musikproduktion)
2000 Lila Lindwurm: Eulalia Zauberbrei (Lila Lindwurm Schallaufnahmen
& Verlag)
2000 Thomas Loefke & Norland Wind: Atlantic Driftwood (laika records)
2000 Angelika Berns: Just Songs (Eigenverlag)
2001 Garifin: captured (Liekedeeler Musikproduktion)
2001 Frank Bode: Schicksal (Geh allein prod.)
2001 Lecker Sachen: Raus (jig it records)
2001 Birgit June: Songlines (June Records)
2001 Siobhán Kennedy: Lumpity Dump (Eigenverlag)
2001 Celtic Life: The Original Soundtrack (Star Pool)
2001 Lila Lindwurm: Nasreddin und die Räuber (Lila Lindwurm Schallaufnahmen
& Verlag)
2002 Peter Kerlin: hear the wind howl (S.T.I.R. Music)
2002 Paul Joses: gold in a muddy river (ozella)
2002 Friel’s Kitchen: a place of clear water (jig it records)
2002 Tina McLoughlin: Just for now (phaeton records)
2003 ozella compilation: morning (ozella)
2003 Birgit June: Windcalled Names (June Records)
2003 Lila Lindwurm: Ronja und die Weihnachtshexe (Lila Lindwurm Schallaufnahmen
& Verlag)
2004 Guídó Pluisce: Bodhrán World (Liekedeeler Musicproduktion)
2004 Iontach: The Half Gate (Eigenverlag)
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