Workshop Basics: ,Bluegrass Guitar’ von Hans Westermeier & Rupert Paulik


AKUSTIK GITARRE goes Bluegrass! Manchem Leser wird ein "Na endlich!" rausrutschen. Andere werden fragen: "Was ist denn, bitteschön, Bluegrass?" An
dieser Stelle deshalb ein paar einführende Worte von Rupert Paulik.
Alles begann mit Gitarre und Mandoline. Der neben dem Jazz originärste Musikstil der USA ist Bluegrass. 1936 war mit der Band ‚Bill Monroe & His Bluegrass Boys‘, zu der Lester Flatt (Guitar) und Earl Scruggs (Banjo) stießen, ein Genre geboren, das die Roots von Oldtime, Irish, Blues und Gospel miteinander verband. Ohne diese Großtat wären heute Country, Rockabilly oder Rock & Roll nicht vorstellbar. Elvis Presley selbst bat 1954 den ‚Father of Bluegrass‘ Bill Monroe (1911–1996), dessen Song ‚Blue Moon Of Kentucky‘ covern zu dürfen. Soundtracks wie ‚O Brother, Where Art Thou?‘ und die ‚Dixie Chicks‘ (Grammy Awards 2007) bewirken heute ein wahres Bluegrass-Revival. Aber alles begann mit Mandoline & Gitarre, als Bill und Bruder Charlie als ‚Monroe Brothers‘ ihre ersten Duo-Erfolge feierten.
Im Bluegrass spielt die Gitarre Rhythmus und Melodie. Im ersten Teil dieses Workshops beschäftigen wir uns mit den Grundlagen der Rhythmusgitarre. In Abb. 1 seht ihr in ,Blue Is My Grass' einen 16-taktigen Songaufbau mit dem Bluegrass-Basicpattern. Dieses Pattern besteht aus je zwei Abschlägen und zwei Bassnoten pro Takt.
Im Bluesgrass wird die Gitarre fast ausschließlich mit dem Plektrum gespielt, die Spieltechnik ist also deshalb dem Flatpicking zuzuordnen. Hört zunächst einmal in die CD rein. Damit es originalgetreu klingt, erfährt die Gitarre von zwei weiteren Instrumenten entsprechende Unterstützung: von einem Bass und von einer Mandoline, die bei solcher Musik nicht fehlen darf!
Beachtet, dass der G-Dur-Griff mit der Quinte <d> anstelle der Terz <h> gespielt wird. Das ist übrigens nicht nur bei diesem kleinen Stück so, sondern im Bluegrass bei diesem Griff gängige Spielpraxis. Ansonsten dürfte diese Basisversion auch für ungeübte Plektrumspieler keine größeren Schwierigkeiten bereiten.
Ab Takt 10 findet ihr gebräuchliche Variationen. Takt 10 und 11 zeigen die Standard-Wechselbässe für die benutzen G-Dur und D-Dur Akkorde, Takt 12 +13 einen Basslauf zwischen G-Dur und C-Dur Akkord (Takt 4 und 5) und Takt 14 schließlich eine kleine Erweiterung der Schlagtechnik. Als Anregung gedacht ist hierzu der nächste Track. Hier sind in den gleichen Song-Ablauf einige dieser Variationen eingebaut. Ihr möchtet trotzdem eine ausnotierte Version? Klickt einfach auf www.Hans-Westermeier.de oder www.mandolinenunterricht.de, dort könnt ihr solch eine ausnotierte Version herunterladen.
Ihr habt eine Mandoline zur Hand? Wunderbar! Dann steht in Abb.2 das entsprechende Rhythmus-Pattern. Das Rhythmus-Backup des Monroe Mandolinen-Stils sieht einen halbklingenden, perkussiven Akkordschlag vor, Chop genannt. Als bassiger Klang kommt er im 4/4-Takt gleich einer Snare auf die Beats <2> und <4>. Wir hoffen, dieser erste Teil des Bluegrass-Workshops macht euch Spaß. Habt ihr Fragen oder Anregungen zu diesem Thema? Wir gehen gerne darauf ein. Eine weitere Webadresse mit entsprechenden Infos ist www.ibma.org. Auf unserer CD ist zusätzlich zur Originalversion auch jeweils eine langsamere Fassung zu hören. In der nächsten Ausgabe stellen wir euch die Melodie von ,Blue Is My Grass' vor und besprechen dabei die Grundlagen des Melodiespiels im Bluegrass.

Bis dahin
Hans Westermeier & Rupert Paulik

... der vollständige Text incl. Noten und Tabs befindet sich in Heft 4/07 ab Seite 96. Aktuelle Ausgabe bestellen...

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