John Abercrombie - Lyriker von Peter Autschbach


Er ist einer der herausragenden Geschichtenerzähler auf der Gitarre. Seine lyrischen, äußerst melodischen Improvisationen haben ihn zu Recht bekannt gemacht. Auf seinem neuen Album ‚The Third Quartet’ – in der Besetzung Violine, Kontrabass, Schlagzeug und Gitarre – greift der E-Gitarren-Virtuose auch zum akustischen Instrument.

John Abercrombie
John Abercrombie: Sich selbst beim Komponieren zuhören

John Abercrombie wurde 1944 in Port Chester, New York, geboren und begann im Alter von 14 Jahren Gitarre zu spielen. Er studierte von 1962 bis 1969 an der berühmten Berklee School of Music und wurde nach einer Zeit als gefragter Session-Musiker vom Label ECM entdeckt. Abercrombie hat sich seitdem weltweit einen Namen als einer der stilbildenden Jazz-Gitarristen erspielt. Während unseres Interviews zeigte er sich als gut gelaunter und erzählfreudiger Gesprächspartner.

Wer hat dich zu Beginn beeinflusst?
John Abercrombie: Es waren gar nicht Jazz- sondern eher Rock’n’Roll-Musiker wie Chuck Berry, Bill Haley oder Fats Domino, die ich mir auf Schallplatte gekauft habe. Jazz habe ich erst später gehört. Der erste Kontakt mit Jazz war Barney Kessel, der mich sehr bewegte. Da wusste ich, dass ich diese Art von Musik machen wollte, weil mir gefiel, wie sie klang. Ich habe mir dann Aufnahmen von Kessel und Tal Farlow besorgt, und als mir jemand Miles Davis vorspielte, war ich umso überzeugter, dass ich Jazz machen wollte. 1962 schrieb ich mich dann an der Berklee School of Music ein und begann Musik zu studieren. Von da an haben mich Spieler aller Instrumente beeinflusst.

Hast du mit der akustischen Gitarre angefangen?
Ja, auf einer sehr billigen Akustikgitarre.

Sieht so aus, als hätte fast jeder so angefangen.
(lacht) Oh ja, diese Gitarre bereitete mir Schmerzen beim Spielen. Ein Freund von mir hatte eine elektrische Gitarre, auf der er mich einige Akkorde spielen ließ. Ich war sehr
beeindruckt von diesem Erlebnis, und seitdem ist es immer eher die E-Gitarre, die mich inspiriert. Meine erste gute E-Gitarre war eine Gretsch. Später kam ich auf das akustische Instrument zurück. Ich hatte mal eine schöne Gurian, aber die ist leider bei einem Brand arg beschädigt worden. Im Moment ist ein Gitarrenbauer dabei, das Instrument zu restaurieren. Er hat mir Hoffnung gemacht, dass es irgendwann wieder spielbar sein wird.

Wie verstärkst du die akustische Gitarre?
Ich habe keinen Verstärker für die akustische Gitarre. Als ich mal mit einer Akustische unterwegs war, spielte ich meine Taylor direkt ins Pult; das war während der Tour mit
Larry Coryell und Badi Assad.....

... der vollständige Text befindet sich in Heft 4/07 ab Seite 34! Aktuelle Ausgabe bestellen...