Santa Cruz STEELSTRING OM von Franz Holtmann

Santa Cruz zählt zu den viel gelobten amerikanischen Herstellern besonders edler und deshalb auch entsprechend teurer Gitarren. Das inzwischen klassisch zu nennende OM-Design gehört seit Jahren zum Repertoire fast jeden renommierten Gitarrenbauers und erfreut sich beständiger Popularität.
Orchestrale Kraft: Santa Cruz OM
Martin entwarf das grundlegende Design für sein Orchestra Model schon Ende der Zwanzigerjahre auf Anregung eines gewissen Perry Bechtel hin, der sich ein Instrument mit mehr Durchsetzungskraft für die Arbeit in größeren Big-Bands wünschte. Bechtel, eigentlich Banjo-Spieler, bevorzugte außerdem einen schlanken Hals und den Zugang zu mehr Bünden. Das Ergebnis war die OM, Martins erste Gitarre mit Halsansatz am 14. Bund. Heute steht dieses stark taillierte Modell - wie auch die Triple-0 - mehr denn je im Mittelpunkt des Interesses von Spielern und Herstellern. Schön auch, dass die edlen Gitarren von Santa Cruz nun wieder über einen deutschen Vertrieb zu haben sind.

Konstruktion
Der Korpus der Santa Cruz OM ist aus sehr geradlinig gewachsenem und schön gezeichnetem ostindischem Palisander gefertigt. Selbstredend sind alle Hölzer perfekt spiegelgleich verarbeitet. Der gut gewölbte Boden wurde über einen Zierstreifen im so genannten �Zig-Zag�-Muster gefügt. Die Korpusränder sind, typisch für amerikanische Fertigung, mit Kunststoff (genannt Ivorid) eingebunden. Sitka-Fichte von bester Qualität und enger Maserung, der eine seidige Querstruktur, optische Eleganz wie feste Substanz verschafft, stellt das Material für die geradezu samtig erscheinende Decke der Santa Cruz OM. Ein Herringbone-Streifen, soviel Zier darf sein, umschließt die Decke und findet in der ansonsten schlicht gehaltenen Rosette nochmalige Verwendung. Die Decke wird von einer Kreuzbebalkung (Advanced X-Bracing) getragen. Kleine, fein von Hand ebenmäßig abgeglichene Leisten sorgen für ein möglichst freies Schwingverhalten der Klang bildenden Membran. Diese Arbeiten am Scalloped-Bracing und an den Riemchen sind mit größter Sorgfalt und Detailgenauigkeit ausgeführt. Der einteilige Hals aus feinem Mahagoni trifft in Höhe des 14. Bundes auf den Korpus und wurde mit einem Griffbrett aus feinporigem Ebenholz ausgestattet. Die schlanke Bundierung zeigt beste Verarbeitung und glänzende Politur. Kleine Perlmutt-Dots markieren die Lagen. Das Halsprofil mit leichter Zuspitzung in der Rückenmitte erweist sich als bemerkenswert ausgewogen. Diese Mischung aus der modernen D- und der früher gebräuchlichen Dreiecksform stellt einen gelungenen Brückenschlag zwischen traditionellem und aktuellem Spielgefühl dar.

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