Eric Roche von Michael Lohr

Von den Kollegen hoch geschätzt, beim Publikum beliebt: Als der Ire als einer der Top-Acts für die Open Strings 2004 feststand, waren Eingeweihte sofort begeistert. Anderen stand die Entdeckung erst bevor: Treibendes, perkussives Fingerstyle-Spiel, knackige Grooves und elegische Melodien, spontaner Humor in den Stücken und in den Ansagen zwischen den Songs. Nach einer schweren Erkrankung und erfolgreicher Heilung war Roche wieder zurück auf der Bühne und genoss sichtlich den Kontakt mit dem Publikum. Das Wissen, wie schnell alles vorbei sein kann, hat Spuren hinterlassen, auch in seiner Musik.
Eric Roche
Eric Roche: Die Kraft in sich selbst suchen.

Eric, du bist in New York geboren, aber in Irland aufgewachsen. Normalerweise ist es doch umgekehrt.
Eric Roche:
Ja, das ist für einen Iren wirklich ungewöhnlich. Als ich sieben war, beschlossen meine Eltern in ihre Heimat zurückzukehren. Vielleicht schien ihnen New York nicht der passende Ort um Kinder großzuziehen. Jedenfalls sind sie 1974 zurückgezogen in ihre kleine Heimatstadt an Irlands Westküste. Und da bin ich dann an die Musik geraten, durch einen sehr guten Schullehrer, der jeden dazu ermunterte die irische Flöte zu lernen. Später habe ich zu Akkordeon gewechselt, nach zwei Jahren dann zur Gitarre.

Und das war gleich ein akustisches Instrument?
Ich habe mich nie für die E-Gitarre interessiert. Ich hatte ja auch einen klassischen Lehrer, habe zunächst typisch klassisches Repertoire gespielt und dann zur Steelstring-Gitarre gewechselt.

Wer hat dich damals inspiriert?
In den Achtzigerjahren hatte natürlich Rory Gallagher in Irland enormen Einfluss. Und Paul Brady – kennst du den?

Ja, klar.
Ihn habe ich gemocht, denn damals habe ich mich besonders für Singer-Songwriter interessiert. Don McLean und ‚American Pie’ - mit zehn wollte ich auch so etwas machen. Aber meinen Gesang fand ich mit der Zeit unbefriedigend, also habe ich mich auf Instrumentalmusik konzentriert.

Und da kam die Fingerstyle-Gitarre ins Spiel. [...]

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