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Ist der Mensch im allgemeinen und der Gitarrist im besonderen doch Jäger
und Sammler geblieben? Man könnte es glauben. Internet-Seiten mit
den höchsten Besucherzahlen bieten kostenlose Tabs, mit Akkorden
versehene Liedtexte, Goodies aller Art und selbstverständlich mp3-files.
Gerade das Herunterladen von Musik über Tauschbörsen ist doch
etwas aus der Mode geraten, seit sich herumgesprochen hat, dass dieses
Treiben nicht so ganz legal ist. Gibt es schon erlaubte und gleichzeitig
attraktive Möglichkeiten für zahlungswillige Musikliebhaber?
Werfen wir einen Blick auf zwei verschiedene Portale.
http://www.musicload.de
bietet nach Angaben von T-Online über 100 000 Titel. Die aufgeräumte
und übersichtliche Oberfläche erleichtert das Suchen nach bestimmten
Musiktiteln. Bezahlt wird per Telefonrechnung oder Kreditkarte.
Auch der MediaMarkt betreibt unter http://musikdownload.mediamarkt.de
ein umfangreiches und gut strukturiertes Portal. Bei der Suche nach bekannten
Gitarristen war jedoch ein: „Dumm gelaufen - nix gefunden!“
eher die Regel als die Ausnahme. Problematisch bei beiden Download-Portalen
ist neben dem Preis der Musikstücke ( in der Regel zwischen 0,99
und 1,79 Euro ) auch sicherlich der Einsatz von DMR - dem Digital Rights
Management. Da man offensichtlich in jedem Nutzer einen potentiellen Raubkopierer
und Tauschbörsennutzer sieht, werden die Möglichkeit des Brennens
und Kopierens begrenzt. Sind einzelne Stücke für beispielsweise
1,49 Euro wirklich attraktiv, wenn ich mir die Musik selbst herunterladen
muss und nur eingeschränkte Nutzungsrechte habe?
Einen anderen Weg versucht das „Potato“-System. Ausgetüftelt
und umgesetzt wurde das System vom Fraunhofer-Institut und der aus der
TU Illmenau heraus gegründeten Firma 4FriendsOnly.com. Die Spielregeln
muten fast etwas akademisch an. Der „rote Faden“ ist: Musiker
erhalten für ihre Musik eine faire Vergütung. Abrechnung und
System werden von Potato zur Verfügung gestellt. Der Clou: Erwirbt
ein Käufer ein Musikstück, kann er es weiterverkaufen und erhält
Provision. Vom Weiterverkauf erhält der Musiker abermals einen Anteil.
„Eine Art legales Schneeballsystem“ titelte deshalb die Süddeutsche
Zeitung.
Verkauft werden hier uneingeschränkt nutzbare mp3-Files. Die Namensgebung
des Potato - Systems (http://www.potatosystem.com)
gibt natürlich zu allerlei Wortspielereien Anlass. Von „Die
faire Kartoffel“ bis „Kartoffelprinzip für fairen Musikvertrieb“
(Bayerischer Rundfunk) und „Dorfdisco mit Kartoffelantrieb“
(ct) reichen die Schlagzeilen. Trotz des etwas eigenartigen Namens hat
Potato ein großes Potential. Gerade unbekanntere Musiker und Homerecording-Spezialisten
finden hier ein hochflexible Plattform, ihre Musik zu vertreiben.
Eine andere Art Musikstücke zu „jagen und zu sammeln“
erlebt seit dem Verfall der Preise für schnelle DSL-Verbindungen
eine neue Blüte: Webradios sind wieder hipp! Für akustische
Gitarre tun sich hier vor allem zwei Sender hervor. Unter http://www.folkalley.com
gibt es 24 Stunden am Tag feinste Folkmusik. Die Moderationen sind informativ,
die Musikauswahl abwechslungsreich.
In Zusammenarbeit mit AKUSTIK GITARRE und ACOUSTIC MUSIC gibt es seit
kurzem unter http://www.gitarrenradio.de
einen deutschsprachigen Websender, der sich ausschließlich auf Gitarrenmusik
spezialisiert hat. CD-Neuerscheinungen, häufig auch mit Musiker-Interviews,
werden in „Webradio-Specials“ vorgestellt. Mit der „Wunschfunktion“
kann der Hörer aus mehr als 1000 Gitarrenstücken von Bögershausen
bis Williams wählen. Das gewünschte Stück wird anschließend
gleich in das Programm übernommen.
Fehlen eigentlich nur noch die Gitarren-News, die die Wartezeit zwischen
zwei Ausgaben AKUSTIK GITARRE verkürzen. Der wohl fleißigste
Newsletterschreiber ist Hendrik Schröder. Jeden Samstag versorgt
er eine große Newsletter-Gemeinde mit frischen Link- und Gitarrentipps.
(http://www.guitar-resource.de)
Schwerpunktmäßig auf CD- und Noten-Rezensionen hat sich Christian
Moritz verlegt. In seinem Online-Magazin finden sich allerdings auch Testberichte
sowie Kurs- und Konzerttermine, (http://www.gitarre-konkret.de)
Und zu guter Letzt verschickt auch Ernst Jochmus alias „Ernesto“
in monatlichem Turnus seinen locker formulierten Newsletter. (http://www.gitarrenlinks.de)
Das Ende des „Jagen und Sammelns“ im Internet zeigt die sehenswerte
Fehlermeldung unter: http://root.potatosystem.com/error404.htm
. Womit die mp3-Kartoffeln aus Illmenau nicht nur in der Namensgebung
Humor bewiesen hätten.
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