Werner Lämmerhirt Bereits 1999 absolvierte der sympathische Fingerstyler eine Jubiläums-Tour, die der Jubilar selbst, durchaus ironisch, als„Tour der alten Säcke“ bezeichnete. Zehn Jahre später gratulieren auch wir. Aus gutem Grund. Und so mancher wird sich denken: „Kinder, wie die Zeit vergeht“.
Dies dachte auch Werner Lämmerhirt und nahm diese Redewendung zum Titel eines Stücks, das auf der aktuellen CD ,Harte Zeiten' zu finden ist. Stolz kann er nicht nur auf diese gelungene Produktion sein, sondern ebenso auf ein erfülltes und von Engagement geprägtes Musikerleben. Werner Lämmerhirt ist 60 geworden. Und war und ist stets ein harter Arbeiter, der seinen Erfolg nicht dem Zufall überlässt und sich stets weiterentwickelt, ohne sich dem Zeitgeist zu unterwerfen.
Aufgewachsen im Berlin der Nachkriegszeit, zieht es ihn früh in die Freiheit hinaus. Bei regelmäßigen Zeltlagern kommt er mit der Gitarre in Kontakt und begeistert sich für die Lagerfeueratmosphäre, bei der gesungen und Gitarre gespielt wird. Während der Zeit des politischen Umbruchs der Sechzigerjahre lebt man auch musikalisch in einer durchaus spannenden Zeit. Die Folk-Szene ist gerade in Deutschland angekommen, und es entwickelt sich eine Subkultur von revolutionär-politisch engagierten Musikern, die mit Chansons, Folklore und eigenem Wort gehört werden; Musiker wie Hannes Wader, Reinhardt Mey, Franz Josef Degenhardt, Hans Dieter Hüsch und Dieter Süverkrüp, um nur einige zu nennen. Auf Burg Waldeck im Hunsrück treffen sich ab 1966 viele dieser Barden, in den Großstädten schießen die Folk-Clubs mit Live-Musik aus dem Boden. Auch Sammy Vomáčka erinnert sich, wie er Werner Lämmerhirt in den frühen Siebzigerjahren im Steve Club, dem Go In oder dem Folk Club erlebt: „Er war einer der ersten Fingerpicking-Gitarristen, die ich getroffen habe. Er hat schon damals sehr gut gegroovt – und das macht er heute noch.“. Kollege Klaus Weiland fügt hinzu: „Dieser Gitarrengroove! Er ist immer noch der Meister des Powergroove, um den ich ihn stets beneidete und dem ich nacheiferte“.
Ten Thousand Miles
Vor allem englische und amerikanische Blues- und Folk-Musiker prägen die Szene. Speziell für junge Gitarristen liefern Vorbilder wie Bob Dylan, Donovan, Big Bill Broonzy oder John Hurt den Stoff, an dem es zu arbeiten galt – und Werner Lämmerhirt ist mitten drin. Dabei lernt er den engagierten und bereits etablierten Liedermacher Hannes Wader kennen. Beide sind an der neuen Gitarrentechnik interessiert, dem Fingerpicking. Aus der zeitlichen Distanz kann heute guten Gewissens festgehalten werden, dass Lämmerhirt einer der Vorreiter, wenn nicht sogar die treibende Kraft in Deutschland war, der Fingerpicking als Stil voran bringt und salonfähig machte. Der Kontakt zu Wader ist für Lämmerhirt richtungweisend und führt ihn in das professionelle Musikerleben. Als Begleitgitarrist ist er mit Wader auf Tour und im Studio, ehe er nach etwa zwei Jahren aussteigt. Seine Lehrjahre sind damit vorüber; der junge Geselle geht fortan seinen eigenen Weg. Bis heute.
... der vollständige Text befindet sich in Heft 3/09 ab Seite 46! 
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