Was uns Normalos als Ehre und Ruhmesbezeugung wohl auf ewig versagt bleibt, wird Peter Bursch schon zum zweiten Mal zuteil: Ein Sondermodell des Gitarren-Giganten C. F. Martin, das seinen Namen trägt. 2004 erhielt der „Gitarrenlehrer der Nation“ seine Dreadnought D-PB (siehe AG 5-04). Nun also eine Triple-O „Peter Bursch“.
 |
Bei diesem Projekt treffen zwei Institutionen zusammen. Einmal ein Mann, der durch seine populären Lehrbücher wie kaum ein anderer den Gitarrennachwuchs und wohl auch den Gitarrenverkauf in diesem Land gefördert hat. Und dann der „Erfinder“ der Westerngitarre schlechthin: Martin aus Nazareth, Pennsylvania, USA – vormals Markneukirchen, Sachsen, Deutschland.
Konstruktion
Als Basis dieser Special Edition dient das Triple-O-Modell, auch Auditorium genannt, in der sogenannten Style-28-Ausführung. Im Martin-Jargon bedeutet dies vor allem die Holzkombination Fichte/Palisander für den Korpus. Einige speziellere Details gehören auch dazu, wurden aber von Peter Bursch für sein Custom-Instrument individuell zusammengestellt.
Die Decke besteht aus der hochgepriesenen, lange Zeit nicht mehr in ausreichender Menge und Qualität verfügbaren Adirondack-Fichte. Eines der Hauptkennzeichen dieser Sorte sind vergleichsweise weite Abstände der Jahresringe und ein besonders günstiges Gewicht/Stärkeverhältnis. Die (noch) sehr helle Decke des Testinstruments erhält ein markantes Dekor durch die Kombination der Herringbone-Einfassung und der Abbindung mit einem fast schwarzen Tortoise-Band. Bei entsprechendem Lichteinfall schimmern daraus sporadisch hell-transparente Einschlüsse hervor, die wie kleine Glutnester aussehen. Das Schlagbrett ist aus dem gleichen Stoff, zeigt aber eine auffälligere Farbverteilung. Angelehnt an den Style-28 ist die Rosette; allerdings erhielt der mittlere der drei Ringe wiederum das Fischgrät-Muster. Eine ähnliche Abweichung findet sich auf der äußeren Blende der Bodenfuge, die ebenfalls Herringbone trägt.
Hals- und kopfseitig ist die 000-PB recht zurückhaltend. Die Anordnung der Griffbrettpunkte entspricht zwar wieder der 28er-Stilistik, aber die Pearl-Dots haben durchwegs Miniformat. Mit Ausnahme des goldenen Schriftzugs gibt es auf der Palisanderkopfplatte keine Verzierung. Auf ein Peter-Bursch-Comicmännchen, wie noch bei der D-PB, wurde hier also verzichtet; das gibt’s dafür etwas versteckter auf dem Einklebezettel. Der Korpus ist mit einem hochwertigen, glänzenden Finish behandelt, das bestmöglichen Schutz und beste Tonentfaltung gleichermaßen garantiert. Für das beliebte trocken-holzige Greifgefühl wurde der Hals in einem besonders auf Haltbarkeit optimierten Auftrag (catalyzed finish) matt gehalten.
Eine ähnliche Zweiteilung finden wir bei den Mechaniken. Die Butterbean-Knöpfe und die vorderen Wellen glänzen im blanken Chrom. Satinierte Zahnräder, Schnecken und Grundkörper lassen dagegen hinten echtes Vintage-Flair aufkommen. Die gesamte Verbalkung der Decke wurde ebenfalls in Adirondack-Fichte ausgeführt. Es handelt sich um ein klassisches Scalloped-X-Bracing in bester Qualität von Ausarbeitung und Sauberkeit.
Handhabung und Klang
Die 000 Peter Bursch fühlt sich recht leicht an, woran der Hals aber keinen Anteil hat. Er ist zwar nicht direkt dick, aber mit seinem eher herzhaften V-Profil auch nicht auf Diät gesetzt. In seinem Inneren verrichtet ein 2-Wege-Stahlstab seinen Dienst. Dieses System bietet nicht nur Spannung in eine Richtung und Entspannung, sondern praktisch eine aktive Vorwärts-Rückwärts-Spannungsregelung. Damit sind alle denkbaren Justierungen und Korrekturen realisierbar. Der Zugang erfolgt über das Schallloch
... der vollständige Text befindet sich in Heft 3/09 ab Seite 84!  |