WS Acoustic Blues: ,The Back Page' - John Kay von Norbert Roschauer


Wer ist Joachim F. Krauledat? Unbekannt? Dieser Herr ist immerhin einer der bekanntesten Rock-Musiker aus Deutschland! Er wurde 1944 im ostpreußischen Tilsit geboren, landete nach dem Zweiten Weltkrieg in Hannover und wanderte 1958 nach Toronto aus. Wie viele Einwanderer mit unaussprechlichem Namen änderte Joachim dort alsbald seinen Vornamen in John, aus dem Nachnamen wurde die Abkürzung des ersten Buchstabens.

Als John Kay wurde er zum Frontmann der amerikanischen Rock-Band Steppenwolf, die mit ,Born To Be Wild', der unsterblichen Hymne aller Motorradfahrer, einen Mega-Hit der Sechzigerjahre landete. Ironischerweise ist das einzige Zweirad, mit dem der stark sehbehinderte John Kay jemals die Straße befuhr, sein Fahrrad. Untypisch auch, dass er sich nie etwas aus harten Drogen machte, bis heute Sport treibt, weder raucht noch trinkt.

Kays musikalische Wurzeln liegen eindeutig im Blues. Schon vor Gründung von Steppenwolf trat er als Akustikgitarrist auf. Eines seiner letzten Soloprojekte ist die weitgehend mit akustischen Instrumenten gespielte CD ,Heretics & Privateers'. Hieraus stammt auch der heutige Workshop-Titel ,The Back Page'. Im Stile alter Blues-Gitarristen verwendet er eine Resonatorgitarre in offener G-Stimmung (D-G-D-g-h-d) für sein Slide-Spiel.

Abweichend vom üblichen Schema besteht der Song aus acht Takten. Wichtig ist das gefühlvolle Hineingleiten mit dem Slide in die Töne. Dies erkennt man an den Aufwärtsstrichen vor den entsprechenden Tönen. Steht ein solcher Strich nach einem Ton und zeigt nach unten, machen wir ein Abwärts-Glissando. Es gibt keinen durchlaufenden Bass, die Melodie darf stellenweise durchaus rubato gespielt werden.

Abb. 1 zeigt das Intro, dessen Elemente auch während der Strophen als Begleitung verwendet werden. Raffiniert ist die Verbindung von gegriffenen und mit Slide gespielten Tönen. Das Solo (Abb. 2) beginnt mit einem verkürzten Takt. Den Schluss stellt Abb. 3 dar. Hier spielen wir ein Ritardando, werden also langsamer. Beim Schlussakkord zupfen wir die unteren Töne mit Daumen und Fingern, den Melodieton spielen wir mit Slide. Das Stück klingt am besten mit einer Resonatorgitarre. Die Verwendung einer
Stahlsaitengitarre ist auch möglich - dann empfehlen sich dicke Saiten und eine hohe Saitenlage.

... der vollständige Text incl. Noten und Tabs befindet sich in Heft 3/08. Aktuelle Ausgabe bestellen...