Zurück in die Zukunft: Mit der Q OO-12 im Historic-Sunburst-Finish
unternimmt Patrick Queener einen Ausflug in die Frühzeit des amerikanischen
Gitarrenbaus, um über ein paar Umwege doch wieder in Europa zu landen.
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| Kleine Gitarre mit viel Charme: Quenner OO-12 |
Alte Gitarren üben einen sonderbaren Zauber auf uns aus. Insbesondere die
Instrumente, die in den Zwanziger- und Dreißigerjahren des letzten
Jahrhunderts von Firmen wie Martin oder Gibson gebaut wurden, haben eine
Faszination, der sich kaum jemand entziehen kann.
Patrick Queener, in München lebender Gitarrenbauer aus Tennessee, hat eine
klare Meinung zu diesem Thema: Die historischen Instrumente der goldenen Ära
des Gitarrenbaus sind für ihn wichtige Referenz und Inspiration. So ist
seine neueste Kreation ist eine Hommage an legendäre 12-Bund-Gitarren wie
die Gibson L-1 und L-00 oder die Martin 00-18. Ihm ging es darum, eine
kleine Allround-Gitarre zu bauen, mit weitem dynamischem Sound, strahlenden
Höhen und klaren, tiefen Bässen.
Konstruktion
Auf den ersten Blick ist klar, dass die Q 00-12 kein Gitarren-Design aus der
Gegenwart ist. Nicht umsonst betont Patrick Queener, dass die Stilistik der
Q 00-12-Fret aus dem Jahr 1930 kommt. Was genau stammt aus der
Vergangenheit? Da wäre zunächst das klassische Fischgrätenmuster in Schwarz
und Weiß an den Korpuskanten und rund ums Schallloch (herringbone trim).
Dann der Übergang vom Hals in den Korpus im 12. Bund (heute üblich: 14.
Bund), die durchstochene Kopfplatte (slotted headstock), das urig geflammte
Schlagbrettchen (pickguard) und natürlich die Nitro-Lackierung, die anstelle
des heute gern verwendeten Polyurethan verwendet wurde.
Fangen wir damit an, denn diese Lackierung ist es, die dieser kleinen
Gitarre ihre große optische Ausstrahlung verleiht. Patrick Queener istäußerst geschickt beim Auftragen von Lack, das hatten wir bereits beim Test
der QJ Santos (AG 2/07) lobend vermerkt. Auch bei der kleinen OO ist es eine
reine Freude, die Gitarre von allen Seiten und aus unterschiedlichen Winkeln
zu betrachten. Wie das bernsteinfarbene Zentrum gleichmäßig schattiert in
das dunklere Rotbraun am Rand übergeht - wunderbar! Und nicht nur das: Der
Lack wurde sehr dünn aufgetragen, sodass man die Maserung des Holzes sieht
und die Schwingungen der Gitarre nicht beeinträchtigt werden.
Werfen wir einen Blick auf die verbauten Hölzer: Dem ersten Augenschein nach
steht die Q 00-12 in der Gibson-Tradition: Fichte für die Decke und Ahorn
für Boden und Zargen. Moment! Ahorn? Gibson verwendet zwar bei seinen
Jumbo-Gitarren und bei einigen Neuauflagen seiner Blues-King-Modelle Ahorn,
aber die ursprünglichen Small-Body-Instrumente aus Kalamazoo, Michigan,
hatten Mahagoni-Bodies für den herben, erdigen Sound, den Blueser wie Robert
Johnson bevorzugten. Und auch die Fichte der Decke entpuppt sich bei
genauerem Hinsehen als Neuerung: Haselwüchsige Fichte aus den höheren
Gebirgslagen der Alpen haben Martin und Gibson unseres Wissens nach noch nie
verwendet. Aber Patrick Queener weiß, was er tut: Die akustische Qualität
von Haselfichte als Deckenholz ist seit Stradivaris Zeiten unbestritten.
Europäisch geht's auch beim Binding zu. Amerikaner bevorzugen einen
Kantenschutz aus cremefarbenem Kunststoff, in der Alten Welt stehen die
Kunden eher auf Holz-Bindings. Und die finden wir auch bei der Q 00-12: Aus
attraktivem Riegelahorn an Korpus, Griffbrett und Kopfplatte. Die
goldfarbenen Stimmwirbel und Vintage-Style-Mechaniken von Schaller sowie die
acht Abalone-Einlagen passen perfekt dazu.
... der vollständige Text befindet sich in Heft 3/08 auf Seite 82! 
Track 38 der Akustik Gitarre Begleit-CD  |