Ibanez AW90ECE Dreadnought von David Rebel

Künstlerischer Umgang mit Holz muss nicht allein Instrumentenbauern vorbehalten sein, die ihre Werkstücke in liebevoller Einzelanfertigung kreieren – dies soll der Name der "Artwood"-Reihe bei Ibanez vermitteln. Ein aktueller Spross ist die AW90ECE.

Ibanez AW90ECE
Hervorragender verstärkter Klang: Ibanez AW90ECE

Die in China gefertigte AW90ECE orientiert sich nicht wie viele in Fernost gefertigte Instrumente detailgetreu an amerikanischen Klassikern, sondern weist mit Holzbindings und eigenständigen Griffbretteinlagen Merkmale auf, die man nicht automatisch mit Großseriengitarren in Verbindung bringen würde.

Konstruktion

Gänzlich von bewährten Bauweisen hat man sich bei der AW90ECE freilich nicht losgesagt, was sich in der Korpusausführung als Cutaway-Dreadnought-Modell wie auch in der Holzauswahl (Mahagonihals, Walnussbody, massive Fichtendecke) zeigt. Boden und Zargen wurden aus gesperrten Hölzern gefertigt, beim Hals wurden Kopfplatte und Halsfuß angesetzt. Die Holzeinfassungen von Boden, Griffbrett und Decke (hier in Verbindung mit einem mehrlagigen Kunststoffbinding) verleihen dieser preisgünstigen Steelstring eine gewisse Noblesse. Unterstrichen wird dieser Eindruck durch die eigenständigen Griffbretteinlagen aus Perlmutt-Imitat. Hübsch schillert die Schallloch-Rosette mit ihrem dezenten Abalone-Einsatz. Während die Hochglanz-Lackierung des Korpus, die Mattlasur des Halses und die Verarbeitung insgesamt Ibanez-typisch tadellos ausfallen, gibt es doch drei Kleinigkeiten anzumerken: Auf der dem Spieler abgewandten Seite findet sich am Übergang von Halsfuß zu Korpus eine spürbare Kante, die zwar nicht beim Spielen stört, aber auch nicht beabsichtigt erscheint. Auf Höhe des achten Bundes gibt es im Holz-Binding an der unteren Griffbrettkante eine winzige Absplitterung, und am 12. Bund hat das Binding an beiden Griffbrettkanten einen feinen Riss. Dies sind rein optische Unsauberkeiten, die weder Klang noch Handhabung negativ beeinflussen.


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