WS Special: Jimi Hendrix - Part 2 von Andreas Schulz


Nach ,Little Wing' in Ausgabe 1-05 schauen wir uns zwei weitere Stücke an, die in der Version von Jimi Hendrix Rock-Geschichte geschrieben haben. Beides sind Cover-Versionen, von Hendrix aber mit solcher Autorität gespielt, dass sie zu "seinen Songs" wurden und mit ihm identifiziert werden.

Los geht´s mit ,All Along The Watchtower' aus der Feder von Bob Dylan. Hendrix hörte den Song direkt nach seiner Veröffentlichung auf dem Album ,John Wesley Harding' und nahm seine eigene Version bereits im Januar 1968 in einem Londoner Studio auf. Veröffentlicht wurde die Single erst im Oktober 1968 und erreichte prompt Rang 5 in den englischen Charts. An der Akustik-Gitarre durfte Dave Mason von Traffic mitspielen. Angeblich verließ Bassist Noel Redding während der Aufnahme das Studio und verbrachte die Zeit in einem Pub; Jimi spielte daraufhin die Bass-Spur auf Reddings Bass, ausgelegt für Rechtshänder, selbst ein. ,All Along The Watchtower' ist ein Meisterwerk und zeigt, was man mit guten Arrangementideen aus drei Akkorden machen kann. Abb. 1 ist das Intro, dessen markante Rhythmik für sofortigen Wiedererkennungswert sorgt. In der Originalaufnahme gibt es übrigens beim Übergang vom Intro zum Vers eine mysteriöse rhythmische Verschiebung bzw. Taktverlängerung. Absicht oder Verspieler - egal, dieser Song ist eine unangreifbare Legende. Abb. 2 zeigt beispielhaft die weitere Begleitung, die mit mehreren Gitarrenspuren und unzähligen Variationen und Fill-Ins das gesamte Stück gestaltet. Es folgen einige Arrangement-Ideen für akustische Versionen des Songs. Wer gern mit offenen Saiten in A-Moll hantiert, findet in Abb. 3 passende Akkord-Voicings für das Intro, in Abb. 4 für den Song. Sind mehrere Gitarristen am Start? Dann bitte Abb. 5 zu Rate ziehen, hier gibt es einen Vorschlag für ergänzende Akkorde im oberen Register, wieder in Kombination mit Leersaiten. Auch in C#-Moll existiert eine nette Version. Wer wie Hendrix gern die ganze Gitarre einen Halbton tiefer stimmt, kann diese C#-Moll-Version damit in klingend C-Moll intonieren (Abb. 6). Unser zweites Workshop-Stück ist ,Hey Joe', die erste Single der ,Jimi Hendrix Experience'. Jimis Manager Chas Chandler hörte ihn eine langsame Version dieses Titels spielen und sorgte dafür, dass der Song am 23. Oktober 1966 in London aufgenommen wurde. Glaubt man Drummer Mitch Mitchell, ist die veröffentlichte Version von ,Hey Joe' der erste eingespielte Take überhaupt. Hendrix´ Version von ,Hey Joe' wurde am 16. Dezember 1966 in England veröffentlicht und erreichte im Februar 1967 Platz 4 der Charts. Abb. 7 zeigt das Intro, gespielt ohne Begleitung von Bass und Schlagzeug. Abb. 8 ist das Grund-Pattern in rhythmischer und harmonischer Hinsicht, Abb. 9 eine der vielen im Song vorkommenden Variationen, jeweils aufbereitet für eine geschlagene Akustikgitarre. Auch hier möchte ich euch eine interessante Variante mit ungewöhnlichen Akkorden vorstellen (siehe Abb. 10). Die Akkordnamen sind zwar etwas verändert, der Grund-Sound jedoch absolut brauchbar. Die charakteristische Walking-Bass-Figur (Abb. 11) beschließt unseren Hendrix-Workshop.

... der vollständige Text incl. Noten und Tabs befindet sich in Heft 3/05 auf Seite 92.
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