Nach ,Little Wing' in Ausgabe 1-05 schauen wir uns zwei weitere Stücke an,
die in der Version von Jimi Hendrix Rock-Geschichte geschrieben haben.
Beides sind Cover-Versionen, von Hendrix aber mit solcher Autorität
gespielt, dass sie zu "seinen Songs" wurden und mit ihm identifiziert
werden.
Los geht´s mit ,All Along The Watchtower' aus der Feder von Bob Dylan.
Hendrix hörte den Song direkt nach seiner Veröffentlichung auf dem Album
,John Wesley Harding' und nahm seine eigene Version bereits im Januar 1968
in einem Londoner Studio auf. Veröffentlicht wurde die Single erst im
Oktober 1968 und erreichte prompt Rang 5 in den englischen Charts. An der
Akustik-Gitarre durfte Dave Mason von Traffic mitspielen. Angeblich verließ
Bassist Noel Redding während der Aufnahme das Studio und verbrachte die Zeit
in einem Pub; Jimi spielte daraufhin die Bass-Spur auf Reddings Bass,
ausgelegt für Rechtshänder, selbst ein. ,All Along The Watchtower' ist ein
Meisterwerk und zeigt, was man mit guten Arrangementideen aus drei Akkorden
machen kann. Abb. 1 ist das Intro, dessen markante Rhythmik für sofortigen
Wiedererkennungswert sorgt. In der Originalaufnahme gibt es übrigens beim
Übergang vom Intro zum Vers eine mysteriöse rhythmische Verschiebung bzw.
Taktverlängerung. Absicht oder Verspieler - egal, dieser Song ist eine
unangreifbare Legende. Abb. 2 zeigt beispielhaft die weitere Begleitung, die
mit mehreren Gitarrenspuren und unzähligen Variationen und Fill-Ins das
gesamte Stück gestaltet. Es folgen einige Arrangement-Ideen für akustische
Versionen des Songs. Wer gern mit offenen Saiten in A-Moll hantiert, findet
in Abb. 3 passende Akkord-Voicings für das Intro, in Abb. 4 für den Song.
Sind mehrere Gitarristen am Start? Dann bitte Abb. 5 zu Rate ziehen, hier
gibt es einen Vorschlag für ergänzende Akkorde im oberen Register, wieder in
Kombination mit Leersaiten. Auch in C#-Moll existiert eine nette Version.
Wer wie Hendrix gern die ganze Gitarre einen Halbton tiefer stimmt, kann
diese C#-Moll-Version damit in klingend C-Moll intonieren (Abb. 6).
Unser zweites Workshop-Stück ist ,Hey Joe', die erste Single der ,Jimi
Hendrix Experience'. Jimis Manager Chas Chandler hörte ihn eine langsame
Version dieses Titels spielen und sorgte dafür, dass der Song am 23. Oktober
1966 in London aufgenommen wurde. Glaubt man Drummer Mitch Mitchell, ist die
veröffentlichte Version von ,Hey Joe' der erste eingespielte Take überhaupt.
Hendrix´ Version von ,Hey Joe' wurde am 16. Dezember 1966 in England
veröffentlicht und erreichte im Februar 1967 Platz 4 der Charts.
Abb. 7 zeigt das Intro, gespielt ohne Begleitung von Bass und Schlagzeug.
Abb. 8 ist das Grund-Pattern in rhythmischer und harmonischer Hinsicht, Abb.
9 eine der vielen im Song vorkommenden Variationen, jeweils aufbereitet für
eine geschlagene Akustikgitarre. Auch hier möchte ich euch eine interessante
Variante mit ungewöhnlichen Akkorden vorstellen (siehe Abb. 10). Die
Akkordnamen sind zwar etwas verändert, der Grund-Sound jedoch absolut
brauchbar. Die charakteristische Walking-Bass-Figur (Abb. 11) beschließt
unseren Hendrix-Workshop.
... der vollständige Text incl. Noten und Tabs befindet sich in Heft 3/05 auf Seite 92.
Track 24-34 der Akustik Gitarre Begleit-CD 
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