35 Jahre ist er her. Jener Apriltag, an dem Paul McCartney offiziell die Beatles verließ. Die schöpferischste Formation, die die Pop-Musik je besessen hat, hörte auf zu existieren. Wie oft hat seitdem heißes Wunschdenken oder kaltes PR-Kalkül irgendeine Band als „die neuen Beatles“ ausgerufen? Dass die Liverpooler wiederkehren könnten in Form einer selbstbewussten, blonden Amerikanerin, kam niemand je in den Sinn.
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| Aimee Mann |
Natürlich enden irgendwo solche Parallelen. Und doch: Die Musik der Aimee Mann klingt, als hätten die Fab Four weitergemacht. Aufgeklärter Pop-Rock mit starken Melodien und Texten, locker aus dem Handgelenk geschüttelt und dennoch Wortwitz zwanglos mit Lebenserfahrung verbindend, dass jeder Song eine fast kindliche Freude ist. Und doch ein Kunstwerk, dessen Tiefe die Gedankenwelt eines Erwachsenen bereichert.
Genau in jenem Jahr, als die Beatles weltweit die Hitparaden stürmten, brach für die kleine Aimee, 1960 in Richmond, Virginia, geboren, mit der Trennung ihrer Eltern eine Welt zusammen. Ein Jahr später verfiel ihre Mutter auf die Idee, die Tochter zu entführen und mitzunehmen auf eine lange Reise durch Europa, woraufhin der Vater Privatdetektive engagierte, die über Monate hinweg nach dem Verbleib seines Kindes fahndeten. Mit solchermaßen gestörtem Urvertrauen in menschliche Beziehungen, als auch von ihrer Generation her, war Aimee Mann eigentlich prädestiniert für die Punk-Bewegung. Irgendwann war sie an die Gitarre ihres Bruders geraten.
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| Aimee Mann - Cover ihrer aktuellen CD ‚The Forgotten Arm ' |
Die Musiker, deren Songs sie schon als Teenager darauf klimperte, zählen bis heute zu ihren großen Einflüssen: Elton John und Neil Young. Ansonsten „habe ich mich mit Musik erst ernsthaft beschäftigt, als ich ins College kam. Ich habe meinen Weg selbst finden müssen“, sagt sie. Dieser führte zunächst auf eine Musikhochschule in Boston und dann tatsächlich in eine New-Wave-Band, für die sie eine erfolgreiche Hitsingle mitschrieb (‚Voices Carry’). Doch wo sie nun schon einmal Songwriting-Blut geleckt hatte („Das war das Erfüllendste, das wollte ich perfektionieren“), empfand sie irgendwann die Maskerade des provokativen Dilettantismus zunehmend als unbefriedigend. „Als würden Kinder mit Löffeln auf Pfannen herumschlagen.“
... der vollständige Text befindet sich in Heft 3/05 ab Seite 39!
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