Guild D-55 von Franz Holtmann


Das D-Modell von Guild war schon immer ein Aushängeschild der amerikanischen Gitarrenbaukunst. John Renbourn etwa wurde in den Siebzigerjahren mit einer D-55 assoziiert und setzte seine geliebte Gitarre zu dieser Zeit auf ,The Black Balloon' und bei Aufnahmen und Konzerten mit Stefan Grossman ein.

Guild D-55
Beste amerikanische Gitarrenbaukunst: Guild D-55

Neben dem großen Modell F-Jumbo machte die D-50 aus dem Hause Guild immer schon schwer was her. Seit 1968 gab es die etwas aufwändiger ausgestattete D-55 lediglich als Special Order, erst 1974 wurde sie dank steter Nachfrage als reguläres Modell ins Programm gehoben. Die FMIC (Fender) erwarb Guild 1995 und begann Anfang 2005 damit, Gitarren bei Tacoma in der Nähe von Seattle, Washington, bauen zu lassen. Das war eine gute Entscheidung, wie die hohe Qualität des vorgelegten Instruments belegt.

Konstruktion

Der voluminöse Korpus der D-55 besteht aus attraktiv gezeichnetem indischem Palisander, der für den spiegelgleich gelegten, leicht gewölbten Boden über einen hübschen Zierstreifen in der Mitte gefügt wurde. Analog dazu zeigen auch die breit ausgelegten Zargen eine stimmige "bookmatched"-Optik. Die Zargenränder schützen umlaufende Bindings aus Kunststoff, welche von vierfach unterlegten Zierstreifen ergänzt werden. Für die ebenfalls zweiteilig gefügte Decke fand sich wunderbar gleichmäßig gemaserte Fichte in AAA-Qualität, die von einem X-Bracing getragen wird. Das Schallloch ist von drei Ringeinlagen umschlossen, den mittleren Streifen ziert schillerndes Abalone. Exakt angepasst an diesen Abalonestreifen schützt ein Schlagbrettchen aus Tortoise die Decke vor Anschlagspuren.

Der kraftvolle Hals wurde aus zwei Teilen Mahagoni über einen nur schmalen Streifen Ahorn verleimt. Es handelt sich folglich eher um einen Zweiteiler mit Einlage, der über einen großen Halsfuß in den Korpus eingebracht wurde. Im aufwändig gebundenen Ebenholzgriffbrett finden sich luxuriöse Blockeinlagen aus Perlmutt und Abalone sowie 20 sauber bearbeitete, schlanke Bünde. Der große, ebenfalls eingebundene Kopf zeigt das bekannte "G"-shield Logo und ist mit den bewähren gekapselten Grover-Rotomatic-Mechniken in Goldausführung bestückt. Auch der Zugriff auf den eingelegten Stellstab zur Halskorrektur ist vom Kopf her möglich. Im Steg aus Ebenholz sorgt eine nivelliert ausgearbeitete Einlage für kalibrierte Saitenlängen einer Gesamtmensur von 65 cm.

... der vollständige Text befindet sich in Heft 2/08 ab Seite 90! Aktuelle Ausgabe bestellen...

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