In dieser Stadt, heißt es, könne man nackt flanieren oder ein Krokodil an einer Leine ausführen; es würde kein Aufsehen erregen. Aber wenn New York - wie in einem Paul-Simon-Song - zwei Wildfremde dazu bringt, zusammen in die nächste Bar zu gehen und dort bis Ladenschluss zu reden, muss Außergewöhnliches in der Luft liegen. An diesem 8. Dezember 1980, den Paul Simon besingt, ist dieses Besondere eine Todesnachricht. Der eine Passant hat dem anderen im Vorbeigehen gesagt, dass John Lennon tot sei. In jener Bar dudelt hilflos Lied um Lied. Und jedes
davon ist „for the late great Johnny Ace".
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| The Beatles |
Die frühen Jahre
Die Ironie ist nicht ganz unberechtigt; denn dass dieser John Winston Lennon, ein wandelndes Bündel von Widersprüchen mit einem Haken schlagenden Lebenslauf, ein Messias sein sollte mutet doch etwas seltsam an: Der sich als „Working Class Hero" gerierende Musiker stammte eigentlich aus wohlhabenden Haus. Der provokante jugendliche Schläger, dessen übles Lästermaul besonders gerne über Juden und Behinderte herzog, mutierte als Mittzwanziger zum Vorreiter für Frieden und freie Liebe, ohne Angst, sich mit manchen Aktionen lächerlich zu machen. Trotzdem prügelte er einmal einen Journalisten kurzerhand krankenhausreif, weil er in diesem die Quelle enervierender Gerüchte sah, Lennon habe eine homoerotische Affäre mit Beatles-Manager Brian Epstein. Dass John als erster der Fab Four Familienvater wurde (was offiziell verheimlicht wurde, um seinen Sex-Appeal für Fans nicht zu schmälern), hinderte ihn nicht daran, bei einer Party während einer USA-Tournee nach eigener Zählung insgesamt 17 Mädchen in einer Nacht zu haben - um Jahre später wiederum Fragen nach den Sechzigerjahren als hoher Zeit von hemmungsloser freier Liebe glattweg abzubürsten: „Davon habe ich nichts mitbekommen. Damals habe ich 24 Stunden am Tag gearbeitet."
Lennon wandelte sich auch äußerlich am stärksten von allen Beatles, war der extremste, kontroverseste und gefährdetste. Er hätte schon (wie Stuart Sutcliffe) Opfer der Spätfolgen einer Schlägerei werden können, bevor es die
Beatles auf Platte gab. Er brachte 1966 durch einen unbedachten Vergleich der Beatles mit Jesus die konservativen Christen der US-Südstaaten bis hin zu Morddrohungen gegen sich auf und musste von den anderen Beatles während
einer Aufnahmesession daran gehindert werden, vom Dach der Abbey-Road-Studios zu springen - er hielt sich auf seinem LSD-Trip für flugfähig. Und er ließ er sich zum Entsetzen seiner Band-Kollegen mit Heroin ein, wovon Paul, George und Ringo die Finger ließen.
George Harrison war der einzige Beatle aus intakter Familie. Ringo war ein kränkliches Scheidungskind, Paul hatte mit 14 seine Mutter verloren. John aber hatte fast auf allen Gebieten traumatisierende Verluste erlitten. Als er geboren
wurde, hagelte es deutsche Bomben. Als er vier war, ließ sein Vater die Familie wortlos im Stich. Als seine geliebte, künstlerisch veranlagte und freigeistige Mutter Julia den Jungen abgab, weil sie sich der Rolle der Alleinerziehenden
nicht gewachsen fühlte, kam John zu seiner Tante Mimi, einer sehr strengen, konservativen Frau. Seine Mutter tsarb in einem Verkehrsunfall, als er 17 war. Lennon therapierte sich selbst, stürzte er sich tief in die Gitarre, zusammen mit Paul McCartney. „Die Tatsache, dass beide Jungs ihre Mutter verloren hatten, schweißte sie in einem untrennbaren Bund zusammen," sagt Johns Schwester Julia. Kein Zweifel: Aus Lennon wäre musikalisch nichts geworden ohne....
... der vollständige Text befindet sich in Heft 2/07 ab Seite 50! 
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