Badi Assad von Thomas Kraus

Sie ist die jüngere Schwester von Sérgio und Odair Assad. Des weltweit bekanntesten konzertanten Gitarrenduos. Die Musik liegt in der Familie: Die Mutter singt, der Vater spielt leidenschaftlich gerne Mandoline. Ihre Tochter Badi Assad ist jedoch vor allem eins: Eine absolut ungewöhnliche, höchst
Badi Assad
eigenständige Künstlerin. Eine exzellente Gitarristin. Und noch viel mehr.

Badi Assad (sprich: Bah-dschi) ist auch eine ausdrucksstarke Sängerin, die, während sie singt, Gitarre spielt gleichzeitig auch noch (unter anderem durch Schnalzen mit der Zunge) die Rolle der eigenen Percussionistin übernimmt. Selbst, wer das mit eigenen Augen gesehen und mit eigenen Ohren gehört hat, ist geneigt, an einen doppelten akustischen Boden oder an technische Tricks zu glauben. Weit gefehlt. Die Brasilianerin ist eine veritable, begnadete Ein-Frau-Band, was sie erneut beim Konzertabend des jährlich im oberbayerischen Städtchen Bad Aibling stattfindenden Gitarrenfestivals „Saitensprünge“ auf brillante Weise unter Beweis stellte. Das Bad Aiblinger Solokonzert bedeutete für Badi Assad auch den Abschluss ihrer Deutschland-Tournee, in deren Rahmen sie nicht nur alleine, sondern auch mit zwei hochkarätigen amerikanischen Jazz-Gitarristen unterwegs zu sehen war.

Sie waren vor kurzem mit Larry Coryell und John Abercrombie unterwegs. Was war das für eine Erfahrung?

Badi Assad: Eine großartige! Es war sehr schön und sehr aufregend. Anfangs war da schon der Gedanke: Uh, was wird das geben? Ich komme schließlich als Gitarristin aus einer anderen Liga. Aber ich kann improvisieren - mit meiner Stimme! Das hat dazu geführt, dass mein gitarristischer Part der der Rhythmusgitarristin war, als weiterer musikalischer Beitrag kam mein Gesang hinzu. Dass am Ende tatsächlich fünf meiner Stücke auf CD aufgenommen wurden, habe ich anfangs überhaupt nicht erwartet.

Inwieweit war diese Erfahrung prägend für Ihre eigene Musik?
Badi Assad - Cover ihrer aktuellen CD ‚Verde'

Ich glaube, nicht direkt. Wohl aber auf die Art und Weise, Musik zu machen. Lange Zeit habe ich nur klassische Musik, klassische Gitarre gespielt. Das heißt: wenn du einen Ton spielst und der steht nicht in den Noten, ist das ein Fehler. Für diese beiden Typen (Larry und John) gibt es keine Fehler! Sie denken nicht so. Wenn die mal einen „falschen“ Ton treffen, umspielen sie ihn, lösen ihn auf - oder lachen drüber. Auch auf der Bühne. Vor den Aufnahmen zu meinen früheren Platten gab es immer viele Proben, eine genaue Vorbereitung. Als ich jetzt ‚Verde’ aufnahm, war das anders. Ich habe viel mehr zugelassen. Ich ging ins Studio, kannte meinen Part, ließ die anderen jedoch ihren Teil dazu beitragen. Das war wie aussäen, Pflanzen wachsen und blühen sehen.

... der vollständige Text befindet sich in Heft 2/05 ab Seite 78! Aktuelle Ausgabe bestellen...

Track 1 der Akustik Gitarre Begleit-CD: Badi Assad - ,Você Não Entenden Nada‘ Aktuelle Ausgabe bestellen...