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Vor etwa zwei Jahren erschien ein völlig unbekannter
Songwriter mit „Your Body Is A Wonderland“ und versetzte sein
Publikum damit ins Staunen. Das war ganz großes Gefühlskino.
Nun tritt der Sänger und Gitarrist zur Realitätsüberprüfung
an, ob nämlich das dreifache Platin für das dazugehörige
Album „Room For Squares“ und nachfolgend die Grammy-Dekorierung
nicht doch ein bisschen zuviel des Guten waren. Mayer kontert jedoch auf
seinem neuen Werk „Heavier Things“ mit der ihm eigenen Lässigkeit,
mit luftig federnden Gitarrensongs und trunkenen Melodien, deren Schönheit
sich selbst notorische Nörgler kaum entziehen können. Mayer
weiß genau, was er tut. Und er macht es mit entwaffnender Natürlichkeit
und musikalischer Kompetenz.
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| „Immer neue Melodien finden“ |
John, wie vermeidet man den Erfolgsdruck während
einer Produktion, wenn man mit seinem Vorgängeralbum derart abgeräumt
hat?
John Mayer: Ich habe mich schon sehr früh entschieden, dass ich mein
zweites Album sehr schnell aufnehmen wollte, unmittelbar nach dem ersten
Teil der Tour. Ich erinnere mich, wie sehr ich mich darauf freute, obwohl
ich noch nicht genau wusste, wie es klingen sollte. Ungeachtet ob „Room
For Squares“ erfolgreich sein würde, stellte ich mir nur die
Frage: Wie zufrieden würde ich selbst damit sein? Deine
Stücke sind erneut toll arrangiert. Du scheinst dich sehr ausführlich
mit Songwriting beschäftigt zu haben.
John Mayer: Danke, ja. Obwohl ich mittlerweile
viel intuitiv mache und weniger darüber nachdenke. Die Songs kommen
zu mir, wenn sie es wollen. Ich sitze oft mit der Gitarre bei mir zu Hause
herum und tue so, als ob ich einen Song schreiben würde. Ich schrammele
nur so vor mich hin, um das Gefühl zu haben dass ich arbeite. Und
irgendwann passiert es. Aber, um ehrlich zu sein, es dauert meist eine
ganze Weile, einen wirklich guten Song hinzubekommen.
Du hast immer wieder sehr interessante
Details in deinen Arrangements. Nehmen wir nur mal dein Melodiespiel im
Hintergrund zu „Bigger Than My Body“. Oder die verschiedenen
rhythmischen Akkord-Kolorierungen in „Home Life“.
John Mayer: Nun, dein Gehör fängt
sich irgendwann an zu langweilen, wenn du lediglich wiederholst, was du
schon immer gemacht hast. Meine Ohren jedenfalls langweilen sich, wenn
sie die alten Songs hören! Es geht also darum, immer neue Melodien
zu finden. Ich liebe Melodien, und ich will viel davon in meinen Songs.
„Home Life“ basiert auf so einer Melodie, die ich übrigens
zuerst auf dem Klavier gespielt habe; daraus entstand später der
Gitarrenpart. Genauso wichtig sind mir die Stimmungen, die ich einfangen
will: Darum geht es auf „Heavier Things“. Ich denke, das ist
es, worauf die Leute ansprechen, im positiven wie im negativen Sinne.
Dein Album klingt angenehm luftig
und lässt viel Raum zum atmen. Welche Vision hattest du bei der Produktion?
John Mayer: Ich habe diese Platte mit dem
Gedanken an ihre Live-Performance geschrieben. Und eine Sache, die mich
an der Live-Umsetzung von „Room For Squares“ genervt hat,
das war, dass ich dabei die ganze Zeit Gitarre spielen musste. Ich habe
keine Sekunde Zeit gehabt, mich mal zurückzunehmen und den Moment
zu genießen. Ich war die ganze Zeit permanent beschäftigt.
Diese Platte dagegen bietet mir eine Menge Möglichkeiten, auch mal
um mich herum zu schauen, wenn du weißt, was ich meine...
Noch etwas fällt beim Hören
auf: Deine Songs sind ausgesprochen eingängig und auffallend freundlich.
John Mayer: Ich mag das, weil ich mich
selbst auch so beschreiben würde. Ich bin bodenständig. Was
mich auf dem Boden hält? Einfach Gitarre spielen. Ich liebe es, Musik
zu machen, es erfüllt mich total. Wenn ich abends im Bett liege,
fühle ich mich immer erfüllt und glücklich. Ich würde
nicht dafür sterben, berühmt zu sein. Aber ich würde sterben,
wenn ich keine Musik machen dürfte.
... der vollständige Text befindet sich
in Heft 2/04 ab Seite 28! 
Diskografie
CDs: Inside Wants Out 1999, Room For Squares 2001, 30 Squares Per
Second (DVD 2002), Room For Squares (Bonus DVD, 2003), Room
For Squares (Frankreich, Bonus CD 2003), Any Given Thursday
(Live, auch als Video/DVD 2003), Bigger Than My Body (Canada CD
2003), Heavier Things, 2003.
Singles: No Such Thing, 2002, Your Body Is A Wonderland 2002,
Why Georgia 2003.
Als Gastmusiker: Michelle Malone: Home Grown 1999, Various
Artists: Forever Dusty 2000, Various Artists: Aware Greatest Hits
2002, Original Soundtrack: Celebridade 2003.
John Mayer –
Gitarrenparts von
Andreas Schulz
In der letzten Ausgabe stellten wir im Workshop
„Special“ bereits ein komplettes Stück des jungen US-Barden
vor. Diesmal schauen wir uns weitere kleine Ausschnitte seines gitarristischen
Könnens an. Mayer ist ein handwerklich souveräner Gitarrist,
der die Begleitungen seiner Songs mit groovigem Strumming und geschickt
gewählten Voicings würzt. Lehrreich sind auch die Mehr-Gitarren-Arrangements,
bei denen sich die verschiedenen Stimmen nie ins Gehege kommen, sondern
wunderbar ergänzen.
Los geht´s mit „No Such Thing“ von der CD „Inside
Wants Out“ aus dem Jahr 1999. Alle unserer Beispiele stammen übrigens
von dieser Produktion – nicht etwa, weil die aktuelle Scheibe „Heavier
Things“ schwächer wäre. Auf „Inside ...“ finden
sich schlicht mehr akustische Parts, darunter auch solistisch ohne Bandbegleitung
eingespielte Werke. Abb. 1 zeigt Intro und den folgenden Vers, gespielt
mit einem charakteristischen Strumming-Riff mit interessanter Rhythmik.
Die tiefe E-Saite müsst ihr für den richtigen Sound mit dem
Handballen leicht andämpfen., die Akkorde dagegen sollten frei schwingen.
In den letzten beiden Takten kann man die Dämpfung komplett wegnehmen
und so für einen kleinen dynamischen Zwischenspurt sorgen. Hier die
Akkorde: Emaj9 – E – E maj9 – E – Emaj9 –
Aadd9 – C#m7/11 – Em7/9/11
Die ergänzende zweite Gitarre steht unter Abb. 2, sie setzt ab Takt
5 ein. Interessant sind die ersten vier Takte durch den Einsatz der leeren
H-Saite. Danach folgt ein Sequenzer-artiges Pattern, das identisch über
die folgenden Akkorde durchgehalten wird und jedes Mal eine neue harmonische
Bedeutung bekommt.
... der vollständige Text befindet sich
in Heft 2/04 auf Seite 30! 
In der Rubrik Tonbeispiele
können Sie sich die Gitarrenparts von John Mayer anhören.
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