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Wie bekomme ich qualitativ hochwertige Audio-Signale
in den Rechner; wie schließe ich eine Gitarre an den Rechner an?
Dabei ersparen wir uns zunächst die vielen Details zur digitalen
Audiotechnik und zu Rechner- und Software-Konfigurationen. Wir kümmern
uns um das so genannte Front-End, um die Möglichkeiten, einen Computer
mit den für einen reibungslosen Recording-Betrieb nötigen Audio-Anschlüssen
auszurüsten. Den folgenden Text sollten Sie in Verbindung mit dem
Test des Tascam US-122-Interfaces in dieser Ausgabe lesen.
Immer mehr Musiker entscheiden sich dafür, Musik mit dem Computer
aufzunehmen und zu bearbeiten. Bei ausreichender Leistung des Rechners
ist dies problemlos machbar, man braucht nur die passende Software, in
der Regel ein kombiniertes Audio- und MIDI-Aufnahmeprogramm („Sequenzer“).
Bekannte Programme sind Cubase, Logic oder Sonar. Von diesen gibt es abgespeckte
Versionen, die für wenig Geld einen guten Einstieg in die Disziplin
„Computer-Recording“ erlauben. Die großen Software-Schlachtschiffe
bieten eine derartige Funktionsvielfalt, dass Heimanwender oft überfordert
sind oder ein Großteil der möglichen Funktionen schlicht ungenutzt
bleibt. Ein wesentlicher Punkt bei der Planung eines Computer-Studios
ist die In/Out-Konfiguration, also die Frage: wie kommen die Audiodaten
in den Rechner, wie kommen sie zum Abhören wieder heraus? Damit verbunden
ist die Entscheidung, ob Sie die kompletten Mischfunktionen im Rechner
mit Maus und Tastatur erledigen oder einen externen Mixer benutzen möchten.
Diese Zusammenhänge werden Thema einer späteren Folge des Recording-Workshops
sein. Heute interessiert uns vornehmlich die Audio-I/O-Frage (I/O = In/Out).
Je nach Instrument und verwendetem Equipment brauchen Sie drei Arten von
Anschlüssen:
• Mikrofoneingänge, wenn möglich XLR-Buchsen mit Phantomspeisung
• Line-Eingänge, wenn sie bspw. ein Effektgerät oder einen
Akustikgitarren-Prozessor benutzen
• Gitarren-Eingänge in hochohmiger Ausführung, falls Sie
in das Instrument eingebaute Tonabnehmer wie Piezos oder Magnet-Pickups
verwenden
Ideal ist es, wenn das Computer-Interface alle drei Anschlussvarianten
anbietet; Sie sind dann für jede Situation gerüstet.
Soundkarten
Praktisch jeder Rechner hat bereits eine Lösung für Audio an
Bord, die Soundkarte. Deren Ausstattung variiert je nach Kaufpreis, meist
gibt es einen Line-Eingang, einen Mikrofon-Eingang und einen Ausgang für
die üblichen Computer-Lautsprecher. Besser ausgestattete Karten bieten
mehrere Eingänge, digitale Ein- und Ausgänge und vielleicht
noch eine MIDI-Schnittstelle. Oft kommt ein integriertes Synthesizer-Modul
zum Abspielen von MIDI-Dateien dazu. Wie Sie u.U. an Ihrem eigenen Rechner
bemerken werden, sind die Schnittstellen nicht für anspruchsvolle
Anwendungen geeignet. Die Anschlüsse sind unsymmetrisch, meist als
Miniklinken ausgeführt, die Anpassung ist für einen direkten
Anschluss einer Gitarre ungeeignet, und die Qualität der Analog/Digital-Wandler
ist recht bescheiden. Mit einem Wort: die erzielbare Qualität ist
für halbwegs ernsthafte Aufnahmen indiskutabel. Es gibt bei neueren
Rechnern Angebote mit besserer Leistung, doch es bleibt oft das Problem
schlechter Signalanpassung oder unpassender Anschlussformate. Dies ist
auch nicht weiter verwunderlich, waren doch Soundkarten ursprünglich
dazu gedacht, einfache Multimedia-Anwendungen zu ermöglichen oder
Spiele akustisch zu untermalen.
In einer ganz anderen Liga spielen so genannte Recordingkarten mit bis
zu 16 analogen Ein- und Ausgängen. Die erhöhte Zahl von Anschlüssen
ermöglicht fortgeschrittene Anwendungen, Sie können bspw. Ihre
Gitarre auf mehreren Spuren mit Mikrofonen und Tonabnehmern aufnehmen,
oder eine heimische Session mit mehreren Spielern und Instrumenten mitschneiden.
Meist werden diese Anschlüsse über eine Kabelpeitsche nach draußen
geführt, d.h. an der Recordingkarte hängt ein „Kabelbündel“
mit einzelnen Klinken- und Cinch-Kupplungen. Professionelle Karten verwenden
eine außenliegende Anschluss-Box (die so genannte „Break-Out-Box“),
die mit einem mehradrigen Kabel an den Rechner angeschlossen wird. Diese
Box enthält alle Anschlüsse in guter Qualität (als symmetrische
Klinken oder XLRs) und kann an einem günstigen Platz für die
Verkabelung der Instrumente und Mikrofone aufgestellt werden. Die Beurteilung
der Leistung und des Funktionsumfangs von Recordingkarten orientiert sich
an der Zahl der vorhandenen Ein- und Ausgänge und an deren genauer
technischer Spezifikation. Außerdem wichtig: die Daten der A/D-
und D/A-Wandlung. Hier sind heute 24-Bit und bis zu 96 kHz Standard (Erklärung
siehe unten). Weitere mögliche Ausstattungsvarianten sind digitale
Ein- und Ausgänge als Cinchbuchsen oder als optische Schnittstellen
(zur Verkabelung benötigen Sie dann ein optisches Kabel), digitale
Mehrkanal-Anschlüsse im ADAT-Format (eine weitere optische Schnittstelle,
mit der bis zu acht Signale parallel übertragen werden), Wordclock-Anschlüsse
(zur digitalen Taktsynchronisation mehrerer Digital-Geräte) und MIDI-Anschlüsse.
Man sieht: beim Einsatz eines Computers als Studiozentrale gibt es eine
Fülle von Möglichkeiten. Eine genaue Planung und eine Analyse
der konkreten Bedürfnisse ist unumgänglich, wenn man sich nicht
„verkaufen“ will. Die bisher dargestellten Möglichkeiten
erfordern den Einbau einer Karte in einen freien Kartenschacht des Rechners.
Das ist sicher nicht jedermanns Sache. Doch es geht aus Anwendersicht
auch einfacher.
USB-Audio-Interfaces
In den letzten Jahren hat sich die USB-Schnittstelle für den Anschluss
aller Arten von Peripheriegeräten durchgesetzt. USB steht für
Universal Serial Bus. Hier kann man ohne Eingriffe ins Innenleben des
Rechners externe Geräte (z.B. Drucker oder Scanner) anschließen,
diese werden vom Betriebssystem entweder automatisch erkannt oder verlangen
die vorherige Installation von Treiberdateien. Inzwischen gibt es auch
zahlreiche Lösungen, die die USB-Schnittstelle für die Übertragung
von Audiodaten nutzen. Das USB-Audio-Interface wird also einfach mit einem
USB-Kabel an den Rechner angeschlossen und stellt diesem die nötigen
Ein- und Ausgänge zur Verfügung. Ein gutes Beispiel dafür
ist das in dieser Ausgabe getestete Tascam US-122. Ein Verkabelungsbeispiel
zeigt die nebenstehende Abbildung.
... der vollständige Text befindet
sich in Heft 2/04 ab Seite 98! 
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