Nun ist er wieder da. Der Mann, mit dessen Songs man immer landen konnte. Zumindest auf den Kerzenlichtfeten der Siebzigerjahre, als so gut wie jedes Mädchen auf Cat Stevens abfuhr und seinen Klängen ergriffen lauschte. Mit ihm galt nicht mehr gediegenes Handwerk der alten Musik- und Reimschule. Eine Welle des jugendlichen Aufbruchs war in den Sechzigerjahren durch den Westen gelaufen. Und einer ihrer musikalischen Ausläufer war jener dunkel gelockte Londoner, dem man abnehmen konnte, dass er sich an die Spitze des ‚Peace Train’ gesetzt hatte. Seine Lieder waren nämlich persönlicher Ausdruck eines Wunsches nach Weltverbesserung geworden.
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Zu Anfang von Cat Stevens’ Karriere deutete noch wenig hin auf einen Kultstatus als Zeitgeistliebling. Obwohl der Sohn eines Griechen und einer Schwedin bereits früh begonnen hatte, sensible Lieder zu schreiben, bekam er von seiner Plattenfirma die Nische des jungen Pop-Sängers mit Hippie-Appeal zugeteilt, dessen Songs man mit den üblichen kommerziellen Produktionsmitteln zu Massenware aufschwemmte. Diese erste Karriere, gestartet vor exakt 40 Jahren mit ‚I Love My Dog’ war jedoch bereits zwei Jahre später wieder beendet. Eine schwere Tuberkulose zwang den gerade mal 21-Jährigen zum Ausstieg. Erst 1970 kam er aus dem Sanatorium und musste, da zwei Jahre Abwesenheit im Pop-Business eine Ewigkeit darstellen, ganz von vorn anfangen.
Wo er sich aber nun schon allein durchbeißen musste, wollte er sich die Bedingungen auch von niemandem mehr diktieren lassen und tingelte mit introspektiven Folk-Songs durch die Clubs. Immerhin hatte man Steven Demetri Georgious einen Künstlernamen verpasst, mit dem man sich als Folkie auch nicht schämen musste. Und als Cat Stevens für die seinerzeit großen Traffic auf USA-Tournee das Vorprogramm spielen durfte, hatte sich der Wind zu seinen Gunsten gedreht: Leise Töne standen beim Publikum hoch im Kurs. Und sie ließen sich auch ohne Streichersauce vergolden. Dass Stevens den britischen Folk-Rockern live den Rang ablief, bedeutete auch seinen kommerziellen Durchbruch. Ab diesem Zeitpunkt war er fast ein Jahrzehnt lang eine sichere Bank – im wahrsten Sinne des Wortes für seine Plattenfirma.
GEFÜHLE DURCH SONGS ZEIGEN
Für seine Hörer aber war er unendlich mehr als das. Cat Stevens, das bedeutete angenehme Musik, sanften Protest und spirituelle Tiefe, ohne ideologische oder modische Attitüde. Natürlich wurde von den PR-Profis alles getan, um Stevens’ Songs in einen geeigneten Rahmen zu setzen. Doch sie überzeugten das Publikum vor allem mit ihrer eigenen Qualität. Eine bestand darin, dass man sie mit einfachen Gitarrengriffen am Lagerfeuer nachspielen und mitsingen konnte. Kaum jemandem stieß die Leichenverehrung in ‚Lady d´Arbanville’ sauer auf; niemand versuchte wirklich zu verstehen, was ‚Moon Shadow’ sein sollte, dessen Zeilen wiederholt das Dasein implizit als Last darstellten: „And if I ever lose my eyes,/ if my colours all run dry,/ yes, if I ever lose my eyes,/ I won´t have to cry no more".
... der vollständige Text befindet sich in Heft 1/07 ab Seite 46! 
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