Volkert FT 302 Mini-Jumbo von Andreas Boer


Vor knapp sieben Jahren (AG 4/00) hat uns Jürgen Volkert bereits mit einer Baritongitarre überzeugt. Jetzt legt der Franke erneut ein ungewöhnliches Instrument auf die Testbank: Den Prototyp einer Mini-Jumbo namens Strongbow.

Volkert FT 302
Steelstring mit interessanten Details: Volkert Strongbow

Englandkundige Leser werden ein wenig lächeln, wenn sie diesen Namen hören: "Strongbow" ist der Markenname des beliebtesten englischen Ciders. Der Name geht auf den Heerführer Richard de Clare zurück, der im 12. Jahrhundert unter Heinrich II. mit Pfeil und Bogen gegen die Iren ritt. Hier schließt sich der Kreis. Denn genau genommen war es nicht Volkert, der die Idee mit "Strongbow" aus dem Köcher gezogen hat, sondern ein befreundeter Ire, der einen Pub betreibt und vermutlich am besten weiß, was die angelsächsische Variante des Äppelwoi anrichten kann. "Strongbow" ist eine gut gewählte Bezeichnung für diese Volkert-Steelstring, denn wenn man es mit "stark gebogen" oder "stark gewölbt" übersetzt, kommt man der Sache schon recht nahe.

Der Aufbau: Ein Hingucker
Betrachtet man die Strongbow von vorn, sieht sie gewiss edel, aber nicht weiter ungewöhnlich aus. Die rundlich taillierte Form einer Mini-Jumbo ist hinlänglich bekannt, auch der Aufbau von Brücke und Kopfplatte sowie die Auswahl der Hölzer (Fichte/Palisander) liegen im Bereich des Üblichen. Dreht man das Instrument jedoch ein wenig und betrachtet sie von der Seite, fallen einem die Unterschiede sofort ins Auge: Eine in Längsrichtung stark gewölbte Decke und ein am Korpusanfang höher angesetztes Griffbrett. Mit anderen Worten: Die Fichtendecke verläuft ab dem Ende des Griffbretts deutlich abgeflacht, die Zarge wird also zum Hals hin immer schmaler; um diese Neigung der Decke auszugleichen, wurde der Hals ab dem 14. Bund mit einem zusätzlichen Holzblock unterfüttert.

Hält man die Strongbow-Steelstring in Händen, wirkt das Ganze gar nicht so kompliziert und gewöhnungsbedürftig, wie es sich vielleicht anhört, sie sieht sogar vollkommen vernünftig aus. So erklärt der 52-jährige Gitarrenbauer aus Lauf bei Nürnberg seine Bauweise: "Ich wollte bei diesem neuen Konzept Querleisten im vorderen Korpus vermeiden und trotzdem die volle Stabilität sichern. Das ging nur mit einer anders konstruierten Decke, wie sie zum Beispiel auch der amerikanische Konzertgitarrenbauer Thomas Humphrey verwendet. Beim ersten Prototypen geriet der Klang noch zu obertonreich, doch jetzt bin ich zufrieden: Die neue Mini-Jumbo hat einen lauten, prägnanten, sehr direkten Sound, optimal für Fingerpicker, die eine blitzschnelle Ansprache wünschen."

... der vollständige Text befindet sich in Heft 1/07 auf Seite 82-83! Aktuelle Ausgabe bestellen...

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